DJI Phantom 4 Pro

Dienstag, 15. November 2016;

Kaum hat DJI mit dem Mavic Pro den aktuellen Überflieger im Bereich Multikopter vorgestellt folgt auch schon die nächste Sensation. Nach der Veröffentlichung des deutlich kleineren, faltbaren Mavic haben die wenigsten ernsthaft damit gerechnet dass DJI die Phantom Reihe so weiterführen würde. Überraschenderweise hat DJI dies doch getan und die Phantom Serie um die Phantom 4 Pro erweitert. Dabei hat DJI ihren neuen Spross genau um die richtigen Features erweitert welche die P4 Pro wieder deutlich aus der Masse der Mitbewerber hervor- und vor allem vom hauseigenen Konkurrenten, dem Mavic abheben.

Phantom 4 ProDJI Phantom 4 Professional, (Quelle: http://www.dji.com/phantom-4-pro)

Die nachfolgenden Informationen stammen von der englischsprachigen Seite von DJI und wurden von mir so gut wie möglich übersetzt respektive interpretiert. Falls sich der eine oder oder Fehler eingeschlichen haben sollte bitte ich um Entschuldigung. Sollte euch diesbezüglich etwas auffallen wäre ich froh um eine kurze Nachricht oder einen Kommentar am Ende des Artikels.

Was ist neu an der P4 Pro und wie unterscheidet sie sich einerseits von der bisher bekannten Phantom Serie und andererseits von ihren Mitbewerbern?

1. Die Kamera: Da wäre für mich persönlich sicher als erstes die Kamera respektive der neu verbaute 1″ Sensor zu nennen. Endlich kommt ein anständiger, semi-professioneller Bildsensor mit 20MP Auflösung in einem “kleinen”, noch transportablen Kopter zum Einsatz. Die mit einer manuell einstellbaren Blende von f/2.8 bis f/11 ausgestattete Kamera zeichnet neu in 4k bis zu 60 Bilder pro Sekunde in 100Mbit auf. Das bedeutet auch bei tieferen Auflösungen mit weniger als 60 Bildern pro Sekunde eine bessere Qualität da die höhere Bandbreite bei der Aufzeichnung auch da zum tragen kommt. Ausserdem beherrscht die P4 Pro Kamera neu den H.265 Codec welcher die Datenmenge gegenüber H.264 dank besserer Komprimierung noch ein bisschen schrumpfen lässt. In wie weit sich dies auf die Bildqualität auswirkt wird sich noch zeigen, allerdings stehen nach meinem momentanen Verständnis beide Codecs zur Verfügung und man hat die Wahl welchen man verwenden will.

2. Die Flugmodi: In der P4 Pro kommen neu neben den bereits von der P4 “Standard” bekannten Flugmodi wie zum Beispiel Active Track, TapFly auch der von der Mavic Pro bekannte Gesture Mode sowie der ganz neu implementierte Draw Modus zum Einsatz. Der Modus entspricht im Prinzip einem Waypoint Modus mit erweiterten Funktionen. Im Standard Draw Modus folgt der Kopter einer mittels frei setzbaren Wegpunkten festgelegten Route mit in Flugrichtung zeigender Kamera. Im Free Draw Modus kann zusätzlich die Ausrichtung der Kamera respektive des Kopters frei gewählt werden, was bedeutet dass die Kamera nicht nur in Flugrichtung sondern auch seitwärts oder rückwärts gerichtet aufnehmen kann. Dies funktioniert respektive konnte mit Sicherheit nur dank den zusätzlichen Sensoren implementiert werden welche nun für einen Rundum Anti-Kollisions-Schutz sorgen auf welchen ich noch zu sprechen komme. Im erweiterten RTH (Return to Home) Modus wählt der Kopter automatisch die beste und sicherste Route für den Rückflug aus in dem er seine Umgebung optisch abtastet und Hindernissen ausweicht.

3. Sonstiges: Auch sonst wurden einige Komponenten verbessert und weiterentwickelt, allerdings nicht in dem Masse dass sie für mich so wichtig wären dass ihnen ein separates Kapitel gebührt. Wie bereits erwähnt besitzt die P4 Pro neu nun Obstacle Sensing in fünf Richtungen und ein Obstacle Avoidance System welches in vier Richtungen funktioniert. Gleichzeitig funktioniert die Hinderniserkennung nun bis zu einer Geschwindigkeit von 50kmh. Damit sind auch Flugmanöver und somit Aufnahmen unter schwierigeren äusseren Bedingungen möglich, was nicht bedeutet dass eine Kollision immer und zu hundert Prozent ausgeschlossen werden kann. Die theoretisch maximal erreichbare Flugzeit wurde mit einem neu entwickelten Akku nochmal um ein paar Minuten erhöht und soll nun gemäss Hersteller bis zu 30 Minuten betragen. Ausserdem bietet DJI nun zum neuen Phantom Modell als Option eine Fernsteuerung mit “integriertem” Display an, wobei integriert in dem Fall einfach mitgeliefert bedeutet. Das tablettähnliche Display wird in die bereits bekannte Halterung geklemmt und soll mit einer Helligkeit von 1000 cd/m2 doppelt so hell scheinen wie ein normales Tablett oder Smartphone. Die maximale Reichweite respektive Verbindung zwischen Funke und Kopter wurde wie beim Mavic Pro auf 7 Kilometer erhöht.


 
Mein vorläufiges, persönliches Fazit…
DJI hat in meinen Augen einmal mehr alles richtig gemacht und mit der Phantom 4 Pro ein Modell auf den Markt geworfen mit dem wohl niemand gerechnet hat, zumindest nicht so schnell. Für jeden ambitionierten Film- und Foto Enthusiasten führt in der Preisklasse aktuell wohl kein Weg an der Phantom 4 Pro vorbei. Die neuen, zusätzlichen Sensoren dürften die P4 Pro zum ersten ernsthaften “Always Follow Me” Kopter machen, was aus technischer Seite zwar toll ist mir aber auf der anderen Seite ein bisschen Sorgen macht. Inwieweit das Ganze funktioniert wird sich noch zeigen (müssen).

Ich geb’s offen und ehrlich zu, hätte ich keinen Typhoon H inklusive dem ganzen Zubehör zu Hause würde ich keine Sekunde zögern und hätte den P4 Pro wahrscheinlich bereits bestellt. So hoffe ich immer noch darauf dass Yuneec nachzieht und dem Typhoon H mit seinem modularen System eine ähnlich gute Kamera spendiert respektive zu einem akzeptablen Preis nachliefert.


 
P.S. Falls hier per Zufall mal jemand von DJI mitlesen sollte… solltet ihr noch einen objektiven, vernünftigen Tester welcher noch nie einen Kopter gecrasht hat für euer neues Wunderwerk suchen biete ich mich gerne an. Lieferadresse steht im Impressum. 😉

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