Zwei Tiger in Marokko

Sonntag, 27. März 2016;

Vorwort
Marokko Map

Marokko… ein Name den wohl jeder Weltenbummler und Fernreisende schon mal gehört oder darüber gelesen hat. Das Land im Nordwesten Afrikas ist Tor zu einem Kontinent um den sich unzählige Geschichten und Mythen ranken. In meinen jungen Jahren waren für mich zwei Dinge Sinnbild für Abenteuer und wilde Geschichten… meine Honda XRV750, besser bekannt als die „Africa Twin“ und die Rally „Paris-Dakar“. Auch wenn die Rally grösstenteils durch andere Länder führte und heute gar nichts mehr mit Afrika zu tun hat verbinde ich Paris-Dakar unweigerlich mit Marokko.

Das Motorrad ist heute zwar ein anderes, aber nicht weniger tolles Spassgerät als damals. Der Wunsch nach Abenteuer ist derselbe geblieben. So kam in mir vor einigen Jahren die Idee auf mit dem Motorrad von der Schweiz aus nach Marokko zu fahren und dort einige Wochen zu verbringen um Land und Leute kennen zu lernen. Nachdem es letztes Jahr nicht geklappt hatte weil die Mongolei dazwischen „rutschte“ (was natürlich ein absoluter Glücksfall und tolles Erlebnis war) war für mich klar dass ich diese Reise 2016 fest einplanen möchte. So haben meine Frau und ich einen vierwöchigen Urlaub für Ende April bis Mitte Mai beantragt. Die Fähre von Sète nach Tanger ist mittlerweile gebucht und in ziemlich genau einem Monat startet unser Abenteuer.

Sete TangerMit der Fähre von Sète nach Tanger…

Die Reise

Samstag, 23. April 2016; Biberist – Romagnieu

Abfahrt bei Regen
Abfahrt bei Regen…

Endlich geht’s los… auf eine Reise von welcher ich seit Jahren träume und herbeisehne. Alles ist gepackt, die Motorräder sind einwandfrei vorbereitet und wie oft zu Beginn oder am Ende unserer Reisen regnet es. Wollen wir hoffen dass es der einzige nasse Tag auf diesem Trip bleibt. Heute ist das Gebiet um Grenoble, Frankreich das Ziel wo wir uns eine Unterkunft zum Übernachten suchen wollen. Da wir nicht genau wissen wie das Wetter weiter südlich aussieht und wie gut wir vorankommen werden entscheide ich mich die Unterkunft nicht im Voraus zu buchen. Wir sind anständig eingepackt und dank guter Regenkleidung einigermassen vor dem vom Himmel fallenden Nass geschützt. Trotzdem sind wir froh dass es in und um Neuenburg so viele Strassentunnel gibt welche uns nicht nur vor dem Regen schützen sondern auch wohlige Wärme verbreiten. Eigentlich fahre ich nicht gerne Autobahn und die Gegend zwischen Neuenburg und Lausanne macht viel mehr Spass auf den Haupt- und Nebenstrassen. Aber zeitweise giesst es wirklich wie aus Kübeln und so beschliessen wir die Strecke zum heutigen Tagesziel einfach so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. So fahren wir die restliche Strecke auf der Autobahn in angemessenem Tempo und immer auf der rechten Spur.

Tee in Frankreich
Französisches Abendessen…

Irgendwann kommen wir in der Gegend um Chambery an. Aufgrund des schlechten Wetters sind wir nicht so weit gekommen wie ich es mir gewünscht hätte und so wird es Zeit ein Zimmer zu suchen respektive zu buchen. In einem kleinen Nest machen wir eine Pause und geschützt vom Regen krame ich mein mittlerweile auf Reisen unverzichtbares iPad Mini hervor. Auf den letzten Reisen hat sich die Suche eines Hotels über Booking.com bewährt und so werde ich in Romagnieu fündig wo ich ein Hotel buche welches unserem Beuteschema entspricht… ländlich, idyllisch, ruhig und wenn möglich abseits vom Trubel. Als wir wenig später beim wirklich schön gelegenen Hotel ankommen sieht die Unterkunft leer und verlassen aus. Irgendwann erscheint doch noch jemand und fragt ob ich derjenige wäre der über Booking.com gebucht hat. Als ich die Frage bejahe weist mich die gute Frau darauf hin dass es leider nichts zu essen gäbe da man dies zum Voraus bestellen müsste und ob wir denn trotzdem bleiben möchten. Ein kurzer Blick in den immer noch wolkenverhangenen Himmel lässt mich meinen Hunger vergessen und ich lasse mir das Zimmer zeigen. Wie meistens wenn ich mir so eine Unterkunft aussuche ist das Zimmer einwandfrei… schön gross, kuschlig warm und mit genügend Ablagefläche für unseren ganzen Kram. Ich bete im Stillen dass Andrea die Sache mit dem Abendessen auch so locker sieht und sehe sie vor meinem geistigen Auge schon mitten in der Nacht an meinem Bett stehen… mit Messer und Gabel in den Händen. Immerhin kriegen wir auf Nachfrage noch einen grossen Krug Tee mit etwas Gebäck auf’s Zimmer geliefert und so gehen wir nicht ganz so hungrig zeitig schlafen.

Sonntag, 24. April 2016; Romagnieu – Sète

Blick durchs Fliegengitter
Blick durchs Fliegengitter…

Der Blick aus dem Fenster am folgenden Sonntagmorgen verheisst schon mal etwas besseres Wetter und so machen wir uns gut ausgeruht und bestens gelaunt auf den Weg zum Frühstück. Im Speisesaal angekommen erwartet uns der sehr nette Gastgeber und Besitzer der Unterkunft. Nach einer kurzen Plauderei wird aufgetischt was das Herz begehrt und drei, vier Kaffee später geht’s auch schon los. Schliesslich wollen wir heute nicht nur nach Sète wo uns morgen Montag früh die Fähre erwartet sondern auch noch ein bisschen was von der Gegend sehen. Da wir dem Wetter noch nicht so recht trauen und es immer noch empfindlich frisch ist steigen wir erneut in unsere Regenkleider welche unsere Gastgeber freundlicherweise über Nacht zum Trocknen aufgehängt hatten. Irgendwann wird es tatsächlich wärmer und die Sonne kommt immer stärker zum Vorschein so dass wir uns unserer Regenkluft entledigen können. Nach einer Kaffeepause inklusive leckerem Eis in einem typischen kleinen, mittelalterlich anmutenden französischen Städtchen nehmen wir die letzten Kilometer nach Sète in Angriff.

Sète
Spaziergang durch Sète…

Das von unterwegs gebuchte Hotel liegt gleich neben dem Fährhafen und nach dem Wechsel in etwas bequemere Kleidung machen wir uns auf und erkunden das Quartier rund um den Hafen. Langsam macht sich auch der Hunger bemerkbar und wir kehren in einem netten thailändischen Restaurant ein. Als wir uns wieder auf den Weg zum Hotel machen habe ich plötzlich unten stehende SMS auf dem Display meines Smartphones!

Cher Client, GNV Vous informe que pour des raisons opérationelles Votre départ Sete-Tanger du 25/04/16 prevu a 10.00 heures a ete annulé. Le meme navire effectuera le départ Barcelona-Tanger. Check-in au terminal de Barcelone au plus tard a 19.00 heures du 25/04/16. Renseignements au (Telefonnummer)

Auf deutsch in kurzen Worten: Die Fähre von Sète nach Tanger wurde (ohne konkrete Angaben von Gründen) abgesagt. Bitte begeben sie sich (morgen) nach Barcelona und checken sie dort bis spätestens 19:00 Uhr ein!

 

Montag, 25. April 2016; Sète – Barcelona
Ausserplanmässige Fahrt von Sète nach Barcelona
Montag Morgen in der Früh… irgendwie kann ich immer noch nicht so recht glauben was sich am Vorabend abgespielt hat. Ein Blick auf mein iPhone und in die entsprechende SMS bestätigt jedoch dass es sich um keinen Traum handelt und wir heute nochmal ca 350 Kilometer zurücklegen müssen um unsere Fähre doch noch zu kriegen. Trotzdem beschliessen wir nach dem Frühstück am Hafen von Séte, welcher ein paar hundert Meter vom Hotel entfernt liegt, nach dem Rechten zu sehen oder zumindest eine vernünftige Erklärung zu erhalten. Diese haben wir nämlich trotz mehrerer Versuche auf die im SMS angegebene Nummer anzurufen immer noch nicht erhalten, da die Nummer am Vorabend entweder dauernd besetzt und irgendwann ausser Dienst war.

Am Hafen angekommen sehen wir schon von weitem eine Menge von wild gestikulierenden Menschen vorwiegend marokkanischer Herkunft. Als wir einen Hafenmitarbeiter nach dem aktuellen Stand der Dinge fragen verweist er uns auf das im Hafenkomplex befindliche Büro der Fährgesellschaft GNV. Bevor wir überhaupt im Büro angekommen sind hören wir schon von weitem lautes Geschrei und die Stimmen von gefühlt tausenden von Leuten. Im Innern des Büros herrscht Chaos pur… unzählige Marokkaner mit ihren Familien stehen an den wenigen Schaltern der GNV und diskutieren laut und mit ihren Tickets wedelnd mit den armen Schalterbeamten. Ich schaue dem Ganzen eine Weile aus sicherer Distanz zu bevor ich mir ein Herz fasse und mich ebenfalls in eine der Schlangen stelle. Während der Warterei kriege ich so nach und nach mit dass die Fähre definitiv in Barcelona ablegen wird und es hier nur um eine Umbuchung der Tickets geht. Irgendwann taucht ein wichtig aussehender Marokkaner auf und schreit laut auf die wartenden Menschen ein. Obwohl ich kein Wort verstehe merke ich wie sich die Stimmung nach und nach aufheizt und wir beschliessen die Schalterhalle zu verlassen bevor die Situation eskaliert.

So machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Hotel, packen unsere sieben Sachen und machen uns mit unseren Tigern auf Richtung Barcelona. Wir nehmen die Autobahn und kommen zügig voran. Unterwegs machen wir an einer Raststätte Halt und essen und trinken was Kleines. Am frühen Nachmittag treffen wir in Barcelona ein und folgen direkt dem Weg Richtung Hafen. Leider weiss ich nicht genau an welchem Pier unsere Fähre ablegt und so fahren wir fast eine halbe Stunde bei brütender Hitze im Hafen umher. Irgendwann sind wir am richtigen Pier und stellen unsere Motorräder neben den zahlreichen anderen Fahrzeugen ab.

 

Montag 25. – Mittwoch 27. April 2016; Barcelona – Tanger
Mit der Fähre von Barcelona nach Tanger Med
Kurz nach Mitternacht sind wir endlich an Bord der Fähre und verlassen den Hafen von Barcelona. Die nächsten eineinhalb Tage werden mit Planen und dem Sammeln von Infomationen verbracht. Die See ist ruhig und die Überfahrt verläuft generell sehr angenehm. So vergeht die Zeit schnell und ehe wir uns versehen ist Mittwochmorgen. Während ich einigermassen geschlafen habe ist Pascal die halbe Nacht rumgetigert. Als ich aufwache und aus dem Schiffsfenster schaue erblicke ich die Nordküste Afrikas in prachtvoller rosa Morgenstimmung , in weiter Entfernung an einem Hang ein riesiger arabischer Schriftzug aus weissen Steinen.

Auf dem Schiff erwacht langsam das Leben, Schritte auf dem Flur sind zu hören. Kurz darauf wird der neue moderne Hafen Marokkos, Tanger Med, sichtbar. Es reicht noch für einen Abstecher in die Bar auf einen Kaffe und ein Cornetto. Dann ist geduldiges Warten an der Treppe angesagt bis die Crew das Signal zum Ausschiffen erhält. Um 7:30 fahren wir von der MS Sardegna, hinein ins weisse Morgenlicht Marokkos. Nach mehreren Kontrollen der Papiere verlassen wir das gesicherte Hafengelände in Richtung Tanger.
Die Fahrt über die ersten paar Kilometer gestaltet sich sehr angenehm und abwechslungsreich. Die Landschaft recht grün, die Strassen oft geflickt, Esel, Ziegen, Menschen am Strassenrand. Von den erste Eindrücken fast überfordert werde ich von Pascal daran erinnert von Zeit zu Zeit doch auf die Strasse zu gucken. Nach einer knappen Stunde kommen wir in Tanger an. Es wird viel gebaut, der alte Fischerhafen und die Strasse an der Küstenpromenade werden anscheinend komplett erneuert.
Das bereits gebuchte Hotel ist zwar auf der Navikarte sichtbar, aber das Routing funktioniert nicht da die kurzfristig organisierte Karte für das Garmin Zumo nicht routingfähig ist. Trotzdem schaffen wir es nach ein paar Minuten das Hotel zu finden indem wir einfach der Nase lang respektive in die angezeigte Richtung fahren. Die Verkehrsteilnehmer, noch nicht sehr zahlreich, verhalten sich sehr rücksichtsvoll uns gegenüber.

Nach dem einchecken im Hotel und einer kurzen „Frischzellenkur“ besorgen wir uns erstmal marokkonisches Geld welches nur im Land selbst bezogen werden kann. Aus einem dem Hotel gegenüber liegenden Bankomaten ziehen wir die auf einmal und pro Person maximal beziehbare Summe von 2000 Dirham, was ca 208.- Schweizer Franken entspricht. Da wir noch nicht wirklich viel gegessen respektive gefrühstückt haben gönnen wir uns gleich nebenan ein tolles und reichhaltiges marokkanisches Frühstück. Natürlich inklusive dem ersten süchtig machenden marokkanischer Pfefferminztee.

Frisch gestärkt wollen wir uns im nebenan liegenden Telecom Shop nach SIM Karten für unsere Smartphones erkunden. Bereits hier sind wir angenehm überrascht wie modern und aufgeschlossen die Menschen und das Leben allgemein in diesem für uns noch fremden Land ist oder uns zumindest so erscheint. Nach einem freundlichen Gespräch mit einer Mitarbeiterin und dem üblichen erledigen der nötigen Formalitäten verlassen wir den Shop mit zwei marokkanischen SIM Karten… umgerechnet für eine Handvoll Euro und einem mehr als ausreichenden bereits vorhandenen Datenvolumen.

Später besichtigen wir noch die Medina, welche in Tanger offensichtlich recht überschaubar ist da die Häuser nicht so hoch und die Gassen nicht so eng sind. Aber zu dem Zeitpunkt habe ich die tatsächliche Grösse Tangers noch gar nicht erfasst. Nach einem tollen Abendessen in einem netten Lokal um die Ecke und dem ersten ausprobieren von marokkanischen Spezialitäten machen wir uns zeitig auf den Weg ins Hotel und ins Bett. Der erste Tag in Marokko liegt hinter uns und erschöpft von den ganzen positiven Eindrücken und Erlebnissen fallen mir bald einmal die Augen zu.

 

Donnerstag 27. – Freitag 28. April 2016; Tanger – Rabat
Route von Tanger nach Rabat
Am nächsten Morgen und nach einem ausgiebigen Frühstück gehts los Richtung Rabat. Neugierig auf den Zustand der hiesigen Strassen beschliessen wir erst mal ein Stück Autobahn zu fahren. Diese ist recht gut ausgebaut, besitzt jedoch keine Abgrenzung zur gegenläufigen Fahrspur und auch keine Zäune zur Seite. Daher sehen wir immer wieder Menschen am Strassenrand welche auch oft die Autobahn überqueren oder weidende Tiere im direkt angrenzenden Land sowie Polizei auf Motorrädern welche ihre Maschinen auf dem Mittelstreifen parkiert.

Der Verkehr hält sich in Grenzen und so kommen wir zügig auf der neu wirkenden und toll ausgebauten Autobahn voran. Da es langsam Zeit wird für nen Kaffee nehmen wir nach einer Stunde die Ausfahrt zur nächsten Autobahnraststätte und sind abermals erstaunt wie modern und sauber hier alles ist. Während wir zu Kaffee und Kuchen unseren Gedanken nachgehen hält neben unseren beiden Tigern eine dicke GS 1200 Adventure. Der BMW Fahrer steigt von seiner Maschine und eilt mit dem Helm auf dem Kopf einen Meter neben uns vorbei in die Raststätte ohne uns auch nur eines Blickes zu würdigen. Ein paar Minuten später kommt er wieder aus dem Laden und läuft direkt zu seiner GS. Bevor wir den Gedanken „was für ein arroganter Ar…, sicher ein Europäer“ zu Ende denken können nimmt der Mann seinen Helm ab und schaut zu uns rüber. Mit zielstrebigen Schritten kommt er auf uns zu, gibt uns beiden die Hand und stellt sich artig und in bestem Französisch vor. Der junge Mann ist Marokkaner und Student und macht mit einem Kumpel eine Reise durch sein Heimatland. Bevor wir richtig begreifen wie uns geschieht wünscht er uns einen tollen Aufenthalt und macht sich wieder davon. Beim wegfahren winkt er uns nochmal freundlich zu und ist ein paar Sekunden später verschwunden. Wir bleiben leicht verdattert und etwas beschämt zurück.

Ein paar Minuten später gehts auch für uns wieder weiter. Immer wieder erblicken wir unerwartet grüne, eher flache Landschaft und grosse Treibhäuser mit Bananen. Kühe, Esel, Schafe und Ziegen welche frei weiden und immer irgendwo von Menschen behütet werden. Alle paar Meter winkt uns jemand zu, manchmal einige hundert Meter entfernt. Das Gefühl an etwas Besonderem teilhaben zu dürfen wächst von Kilometer zu Kilometer und von Minute zu Minute. Kurz vor Kenitra verlassen wir die Autobahn um noch ein bisschen der Küste entlang fahren zu können von der man aber nicht wirklich viel sieht. Dafür müssen wir durch Salé…das durchqueren der Stadt ist eine Qual. Hitze, chaotischer Verkehr der uns von allen Seiten überholt, die Blinker an den voraus- oder auf uns zufahrenden Fahrzeugen sind nur Zierde.

Am späten Nachmittag kommen wir in Rabat an. Pascal’s Navi zeigt das Hotel als ganz in der Nähe gelegen an, allerdings ist weit und breit nichts davon zu sehen. Da die Unterkunft gemäss Navi im Innern der Kasbah Oudaias und somit im Innern der Medina liegt macht sich Pascal zu Fuss auf das Hotel zu suchen während ich bei den beiden Tigern ausharre. Nach einer Weile kommt er zurück und führt uns zu dem Hotel welches an ganz anderer Stelle liegt als erwartet. Im Hotel des Oudaias angekommen erzählt er mir von einem Mann der ihn zu dem Hotel geführt hat und bei dem wir als Gegenleistung am nächsten Tag eine Führung durch die Medina gebucht hätten. Das Hotel ist ein gekachelter Traum, mit original antiken Möbeln und Dekorationen und so habe ich die Sache mit dem Fremdenführer schnell wieder vergessen.

Das Abendessen nehmen wir in einem tollen Nobelrestaurant zu uns zu dem wir von einem Führer mit Laterne hin und zurückbegleitet werden. Das Restaurant ist im Riadstil gehalten und mit zahlreichen Nischen, Nebenräumen und einem wunderschön gekachelten Springbrunnen in der Mitte ausgestattet. Ein Traum aus 1001 Nacht, Hände waschen mit Rosenwasser… Livemusik… ein Fest für alle Sinne. Entsprechend benebelt, jedoch nicht durch den Einfluss von Alkohol, machen wir uns ein paar köstliche Gänge und Stunden später wieder auf zum Hotel. Natürlich wieder begleitet durch den Mann mit der Laterne.


Am nächsten Morgen wollen wir uns wie vereinbart mit dem Guide treffen der uns am Vorabend den Weg zum Hotel gezeigt hat. Während wir zur wenige hundert Meter entfernten Kasbah des Oudaias laufen sehen wir den Mann schon von weitem winken, ein sehr sympathisches Grinsen im Gesicht. Nach einer kurzen Vorstellung gehts erst mal durch die alten Verteidigungsanlagen und durch die gesammte Kasbah.

Nach der Kasbah Besichtigung gehts, immer zu Fuss, weiter in die eigentliche Medina von Rabat. Wir erhalten Einsicht in Gassen und eine Moschee welche ohne Führer eher nicht möglich wäre. Uns offenbart sich ein Eindruck von Ursprünglichkeit, Echtheit… Männer an Schreibmaschinen auf kleinen Tischchen im Freien welche ihre Dienste den Menschen anbieten welche nicht schreiben können oder bei Formalitäten jeglicher Art Unterstützung benötigen (ca 30% der Bevölkerung sind Analphabeten).
Daneben hängt Fleisch in den Auslagen, Süsses hinter Glaskästen umschwärmt von Tausenden von Wespen, Früchte, Blumen, Kleider. Ein wildes Durcheinander, die Gassen sind schmutzig, es stinkt… aber die Menschen scheinen zufrieden.

Anschliessend geht’s weiter in die Neustadt von Rabat. Nach vier Stunden sind wir erledigt und haben Kopfschmerzen von den ganzen Eindrücken, Gerüchen und dem Lärm. Unserer Führer scheint unermüdlich, will noch nach Salé, danach eine Flussfahrt usw. Schliesslich ziehen wir die Notbremse und bitten ihn uns zum Hotel zurück zu begleiten.

Ein paar hundert Meter vor dem Hotel in einer ruhigen Nebengasse kriegen wir nun die Rechnung welche gesalzen und schon fast unverschämt hoch ist für marokkanische Verhältnisse. Selber schuld da wir Preis und Dauer der Führung nicht vorher ausgehandelt hatten. Trost oder Masche… unser Führer teilt sein Geld mit diversen Bedürftigen in der Stadt und gibt nach allen Seiten kleine Almosen was uns immer wieder aufgefallen ist und beeindruckt hat.

Wir sind so geschafft dass wir dem Kerl nicht böse sein können. Ausserdem hat er uns wirklich durch halb Rabat geführt und hätten wir nicht die Bremse gezogen wären wir wahrscheinlich noch bis spät in den Abend hinein unterwegs gewesen. Seinen Vorschlag bei ihm zu Hause zu Abend zu essen schlagen wir allerdings aus. So speisen wir später am Abend in einem tollen Schiffs-Restaurant am Fluss zwischen Sale und Rabat und geniessen die Ruhe und das leckere Essen.

 

Samstag 30. April 2016; Rabat – Souira Kedima
Rabat nach Souira Kedima
Heute wollen wir weiter Richtung Süden. Bis auf Höhe El Jadida wählen wir die Autobahn. Danach verlassen wir die Schnellstrasse und wechseln auf die kleinen Strassen, immer der Küste entlang. Die Route führt entlang einer spannenden Landschaft, zwischen Strasse und Meer liegen zahlreiche Felder wie eine Patchworkdecke in verschiedenen Farben. Auf den nichtbebauten Flächen sehen wir immer wieder Herden mit Schafen und Ziegen, behütet von Hirte, Esel und Hund. Dieses Bild wird uns künftig begleiten und bald schon zum Alltag gehören. Wunderbar und angenehm tiefenentspannt von Temperatur, Strand, Meer, Vegetation und den sanft geschwungenen Küstenstrassen rückt der Alltag zu Hause allmählich in weite Ferne….

Wir durchfahren Safi auf der Küstenstrasse. Überall hat es Fischfabriken deren Geruch uns schon von weitem in die Nase steigt, die grossen Phosphorfabriken erinnern an riesige unbemannte Raumstationen. Überhaupt herrscht hier geschäftiges Treiben und die Industriegebäude scheinen kein Ende zu nehmen. Trotzdem winken uns die Leute zu und nehmen Notiz von uns.

Gegend Abend erreichen wir Souira Kedima und das auf einer Anhöhe gelegene Maison d’hôtes „Dar Aicha“. Eine traumhafte Oase und kleines Paradies innerhalb von schützenden Mauern. Die Familie mit vier Kindern, Hühner, Katzen, Hund, Esel, Tauben und Schildkröten. Das Haus im marokkanischen Stil eingerichtet. Wir sind so beeindruckt von der ganzen Atmosphäre, dass wir, obwohl kurz vor dem verhungern, erst den tollen Sonnenuntergang mit diesen unglaublichen Sujets einfangen wollen. Unzählige Fotos später bekommen wir ein extremst leckeres und reichhaltiges Abendessen serviert. Dieses besteht aus unzähligen Gängen und obwohl unsere Mägen noch vor kurzem ziemlich geknurrt haben sind wir bereits nach dem zweiten Gang satt. Trotzdem essen wir brav auf und geniessen die tolle Aussicht bis die Sonne schon längst im Meer verschwunden ist. In unserem kleinen Turmzimmer schlafen wir tief und fest und sind zufrieden mit uns und dem Rest der Welt.

Das Frühstück am nächsten Morgen ist genau so toll wie das Abendessen. Katja verwöhnt uns mit selbstgemachten regionalen Spezialitäten, lässt keine Wünsche offen. Reich verwöhnt an wunderschönen Eindrücken jeder Art fällt uns hier der Abschied extrem schwer. Gerne wären wir noch ein zwei Tage geblieben, aber der Ruf der Wüste und die Gedanken an das Atlas Gebirge lassen uns weiterziehen. Dass die Familie hier für unsere Begriffe wie im Paradies lebt aber hart dafür kämpfen muss, merken wir daran dass uns Mustafa immer wieder darum bittet eine möglichst gute Bewertung zu schreiben welche er und Katja auch wirklich mehr als verdient haben. Die Familie selbst lebt äusserst bescheiden und alle arbeiten von früh bis spät. Auch die Kinder packen mit an und helfen wo sie können. Das Maison d’hôtes „Dar Aicha“… ein echter Geheimtipp!

 

Sonntag 1. Mai 2016; Souira Kedima – Essaouira
Souira Kedima - Essaouira
Der Abschied vom „Dar Aicha“ und der netten Familie fällt schwer, nur ungern verlassen wir diese kleine Paradies und so starten wir ziemlich spät in den Tag respketive zur nächsten Etappe. Diese führt uns heute ins nur 90 Kilometer entfernte Essaouira. Wir versuchen von Zeit zu Zeit solche kurzen Etappen einzubauen damit wir auch mal zeitig ankommen und so noch ein bisschen was von einer Stadt oder der Umgebung haben. Wenn man nur eine Nacht an einem Ort bleibt, spätabends ankommt und früh am Morgen schon wieder los muss hat man gar keine Zeit die wunderbaren Hotelanlagen, den Ort oder generell die Gegend zu geniessen.

So geht es weiter der wunderbaren Küste entlang und schliesslich windet sich die Strasse über Land in die Höhe und wir überqueren einen kleinen Pass. Unterwegs werden wir nun des Öfteren angesprochen woher wir kämen, ob es und gefalle und wir werden offiziell, „bien venue“, also willkommen geheissen. Die Menschen am Strassenrand oder auf den Feldern winken uns zu. Nach der Überfahrt des Passes führt die Strasse wieder hinunter ans Meer, wo uns eine weitere tolle Unterkunft in einem Riad mitten in Essaouira erwartet. Nach der Ankunft und Erfrischung stärken wir uns in einer Strandbar mit Tapas und nehmen die Ferienstimmung dieser schönen Stadt in uns auf. Sie fühlt sich hier etwas mondäner und touristischer an als bisher, auch dadurch dass wir bisher überall eher die „Seitengassen“ und die Orte der Einheimischen besucht haben. Trotzdem fühlen wir uns hier wohl und geniessen die Aussicht auf das Meer und den Spaziergang am Strand.

Wir werden mit ersten anhänglichen Geschäftstüchtigen konfrontiert welche uns zum Kamelreiten überreden wollen. Wenn schon Kamelreiten, in der Wüste auf einer richtigen Tour inklusive Übernachtung im freien. Lieber spazieren wir in Ruhe den Strand entlang Richtung Medina und bewundern die unzähligen Kitesurfer im Abendlicht. Diese kommen hier voll auf ihre Rechnung denn der Wind reisst hier kräftig an den bunten Schirmen und unseren Kleidern. Das Farbenspiel der zahlreichen verschieden bunten Schirme der Kitesurfer ist toll anzusehen und so verweilen wir einige Zeit am Strand und geniessen den Moment.

Am Ende des Strandes angekommen biegen wir wieder in die Häuserschluchten von Essaouira ein. Die Medina ist hier wirklich sehenswert, es gibt viel Handwerk und wunderschöne alte Gebäude zu bewundern. Die Menschen blicken uns nach, nehmen uns als Fremde wahr, lassen uns aber in Ruhe. Überall duftet es köstlich nach Gebratenem, Früchten oder frischem Pfefferminztee. Diesen frische Pfefferminzduft verbinde ich künftig sofort mit den Eindrücken und dem entspannten Wohlbefinden in Marokko, wird er doch überall in den Unterkünften als Erstes serviert. Meist mit Plätzchen oder Nüssen wirkt er stark gesüsst unglaublich belebend und erfrischend. Das Abendessen nehmen wir in unserem Hotel ein, wiederum positiv erschöpft und erschlagen von all den schönen Eindrücken des Tages.

 

Montag 2. Mai 2016; Essaouira – Taroudannt
Essaouira - Taroudannt
Unsere heutige Etappe führt uns erst mal weg von der Küste ein bisschen weiter ins Landesinnere. Die Strasse steigt zunehmend an und wir überqueren einen kleinen Pass auf dessen Anhöhe wir eine Pause machen. Die Strecke ist toll und kurvenreich und die Conti TKC70 auf unseren Tigern krallen sich förmlich in den gripreichen Asphalt. Das Kurvensurfen macht Spass ohne Ende, nicht zuletzt dank dem so gut wie nicht vorhandenen Verkehr. Was sich in Agadir schlagartig ändert und das durchqueren der Grossstadt zunehmend mühsam macht zumal es nun richtig heiss wird. Der dichte Verkehr, das Stop and Go und das teilweise rücksichtslose Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer macht die Durchfahrt zur Qual. So hatten wir die marokkanischen Autofahrer bis jetzt noch nirgends erlebt.

Irgendwann ist auch das geschafft und wir geniessen die Weiterfahrt. Die Strasse von Agadir nach Taroudant ist gesäumt von unzähligen Orangeplantagen welche einen unglaublich intensiven Duft nach Orangeblüten verströmen. Immer wieder kreuzen oder überholen wir alte baufällige Lastwagen voll beladen mit Kisten voller Orangen und den Pflückern welche obendrauf stehend oder sitzend versuchen auf dem mit 80km/h fahrenden Gefährt Halt zu finden. Man darf sich nicht vorstellen was bei einer Vollbremsung passieren würde. Aber die Leute sehen glücklich und zufrieden aus und winken oder rufen uns zu während wir an ihnen vorbei fahren.

In Taroudant angekommen werden wir schon auf der Strasse fahrend in gebrochenem Deutsch von einem Scooterfahrer angesprochen welches Hotel wir suchen würden. Wir halten an, werden willkommen geheissen und er bietet uns Geleit zum Hotel an. Da wir vor sogenannt falschen Führern oft gewarnt wurden sind wir etwas zurückhaltend was den armen Mann doch etwas beleidigt, denn er führt uns wirklich genau zum genannten Hotel. Dort angekommen entschuldigen wir uns höflichst bei unserem Guide und wechseln noch ein paar Worte mit ihm. Wie sich herausstellt arbeitet sein Bruder in der Schweiz.

Unsere Unterkunft, das „Dar Tourkia„, entpuppt sich als weiteres Paradies. Versteckt hinter alten Mauern und einem grossem Holztor liegt ein traumhafter orientalischer Garten mit Palmen, Orangenbäumen, Bougavillea, Zitronenbäumen, Euphorbien aller Art, Kakteen usw. In der Mitte der türkisblaue Pool um den sich die Zimmer gruppieren. Riesige Zimmer mit alten Holzmöbeln und im maurischen Stil gekachelte Bäder mit goldenen Messingwaschbecken. Es ist wie in 1001 Nacht und wir können unser Glück kaum fassen. Ein Teil der das Grundstück umgebenden Mauer gehört zur alten, aus Lehm gebauten Festigungsmauer welche sich rund um die ganze Stadt herum zieht und welcher wir später am Abend fast um die ganze Stadt herum entlang spazieren.

Wir verlaufen uns in den zahlreichen engen Gassen und gelangen dabei auch in ärmere Quartiere, werden jedoch auch hier nirgends belästigt sondern freundlich gegrüsst. Ein paar Kinder machen sich einen Spass daraus uns das Fotografieren verbieten zu wollen ausser wir würden dafür 1 Dirham bezahlen. Wir albern ein wenig mit ihnen herum bis sie uns schliesslich in Ruhe lassen. Den Kindern in diesem Beispiel ging es gut. Sie waren sauber, anständig gekleidet, hatten Süsskram dabei und so haben wir ihnen nichts gegeben. Andere betteln wirklich und leben in ganz schlechten Verhältnissen. Aber man sollte auch ihnen kein Geld geben, denn sie bekommen von Touristen oft mehr als ihre Eltern auf der Arbeit verdienen, was dazu führt, dass diese ihre Kinder statt in die Schule zum Betteln schicken.

Irgendwann landen wir wieder im Zentrum und auf uns bekannten Strassen. Da uns langsam der Hunger quält suchen wir uns ein Restaurant wo wir etwas Ruhe haben was in dem ganzen Gewimmel und den unzähligen kleinen Läden gar nicht so einfach ist. Schliesslich werden wir fündig, ein kleines Lokal mit einem Tripadvisor Aufkleber an der Türe weckt unsere Aufmerksamkeit. Zwei Stunden später machen wir uns satt und zufrieden auf den Weg zu unserem Hotel wobei wir uns diesmal von meinem Smartphone leiten und navigieren lassen.

 

Dienstag 3. Mai 2016; Taroudannt – Tahnaout
Taroudannt Tahnaout
Einmal mehr bepacken wir am nächsten Morgen schweren Herzens unsere Tiger um weiter zu ziehen. Täglich sind wir hin und her gerissen zwischen „bleiben wollen in unglaublich schönen und erholsamen Oasen“ und „der Neugier was noch Schönes auf uns warten könnte“. Die tolle Unterkunft sowie die interessante Stadt hätten einen Aufenthalt von ein paar Tagen verdient und so beschliessen wir zum Abschied wenigstens noch eine Stadtumfahrung auf den Tigern zu unternehmen um die ganze Festigungsmauer auch mal komplett von aussen zu sehen.

Das „Schöne das auf uns wartet“ entpuppt sich als eines der Highlights der ganzen Tour. Eine Reise ins Atlasgebirge auf einer unglaublich schön geschwungenen Strasse mit Supergrip und kaum Verkehr, landschaftlich ein Augenschmaus. Die R203 nach Asni bietet Fahrfeeling pur und grandiose Ausblicke in die Weite bei angenehmen Temperaturen. Unterwegs machen wir an einem Pass bei einem Berber Halt der einen kleinen Imbiss und Kiosk führt. Wir geniessen ein köstliches „Omelette Berber“ und sind zufrieden und dankbar an diesem schönen Ort verweilen zu dürfen.

In Tannahout angekommen halten wir an einer Tankstelle an um nach dem Weg zur Unterkunft zu fragen. Das angepeilte Hotel liegt irgendwo im Nirgendwo und niemand kann uns Auskunft geben. Nachdem wir getankt haben rufen wir kurzerhand im Hotel „Tigmi Nomade“ an. Der Hotelbesitzer will uns im nächstgelegenen Dorf abholen, da der Weg nicht befestigt ist und das Hotel nicht einfach zu finden sei. Kurz darauf erscheint Mohamed, der Hotelbesitzer, und fährt in seinem kleinen Wagen voraus. Nach ein paar hundert Metern biegt er von der Strasse ab in in einen unbefestigten Weg. Zuerst noch Naturstrasse, ändert der Belag nach ca 1km in noch feste Erde und wird zum Schluss zu einer Lehm- und Sandstrasse welche durch ein von der Umwelt abgeschnittenes Dorf führt.

Gleich am Ende des Dorfs folgt eine enge Kehre steil hinauf zum am Hang liegende Hotel. Mir bricht langsam der Schweiss aus und ich stelle mich auf die Fussrasten um besser blancieren zu können was mir dank dem vergangenen Offroad Training auf Fuerteventura auch leicht fällt. Noch eine letzte enge Kehre direkt vor dem Hotel wäre zu schaffen, doch leider fährt Mohamed immer langsamer und hält zu allem Elend auch noch auf der steilen Auffahrt an. In der Mitte zwischen den Fahrrinnen stehend, kriege ich die Füsse nicht auf den Boden und ehe ich mich versehe liege ich auch schon auf der Seite. Pascal der seine Maschine unterdessen abgestellt hat eilt mir mit Mohamed zu Hilfe. Ich trage es mit Fassung, bin eher stolz überhaupt solange oben geblieben zu sein. Nur Mohamed ist es furchtbar unangenehm. Dem Tiger und mir ist nichts passiert und Pascal fährt das Motorrad die letzten paar Meter zum Parkplatz hoch und in den abgeschlossenen Innenhof.

Als Entschädigung dürfen wir jedes Hotelzimmer sehen und uns eines aussuchen. Die Anstrengung hat sich gelohnt, auch dieses Hotel ist ein Traum im Riadstil mit offenem Innenhof, Springbrunnen in der Mitte. Es liegt einsam in der Landschaft, rundherum nur grüne Hügel, Schafe, Ziegen, Esel und Hirten. Ausser dem Zirpen der Grillen, Eselgeschrei, gackernden Hühnern und dem Ruf des Muezzins (welcher hier wirklich aussergewöhnlich schön ist) herrscht an diesem Ort nur wohltuende Ruhe. Die Luft riecht köstlich. Abendessen gibt’s auf dem Dach bei Lifemusik und Lifegesang. Ausser uns ist nur noch ein einzelner anderer Gast anwesend. Das Essen ist super lecker, wir schlagen uns die Bäuche voll und schlafen später tief und entspannt ein. In diesem Hotel haben wir zwei Übernachtungen gebucht weil für den nächsten Tag Gewitter angesagt sind. Der nächste Morgen sieht noch recht freundlich aus und wir wandern in der Gegend rund um das Dörfchen herum, geniessen den unglaublichen Frieden und die Ruhe. Gerade als wir wieder im Hotel ankommen bricht der Sturm los und zeigt uns wie klein und unbedeutend wir doch sind und dass die Natur den Menschen beherrscht und nicht umgekehrt.

 

Donnerstag 5. Mai 2016; Tahnaout – Demnate
Tahnaout Demnate
Am nächsten Morgen ist es neblig verhangen und die steile Zufahrt zum Hotel hat sich in ein glitschiges Schlammbad verwandelt. Nur ungern verlassen wir diese Oase der Ruhe, diesmal allerdings auch aus anderen Gründen. Ich lasse Pascal meine XC die zwei engen Kehren für mich runter rutschen und schaffe den Rest gerade so alleine. Die Fahrt durch das unterhalb des Hotels liegenden Dorfes, welche schon im trockenen Zustand Konzentration erfordert, wird zur Rutsch- und Zitterpartie. Die Dorfbewohner jedoch finden das Ganze mächtig amüsant und lachen und klatschen als wir wie auf Schlittschuhen auf unseren Motorädern an ihnen vorbei rutschen. Mehr als einmal muss ich meine Maschine stehen lassen und für ein paar Meter den Lenker meines Tigers Pascal überlassen. Irgendwann stehen wir an der Kreuzung welche auf die asphaltierte Strasse führt und müssen erst mal ein paar Minuten verschnaufen.

Unterwegs wird uns erst richtig bewusst was letzte Nacht hier los war. Die Strassen sehen zum Teil schlimm aus, überall ist Wasser. Steine, Schlamm und sonstiges Zeugs liegt auf den Strassen. Flüsse führen schmutzig braunes Wasser , Brückenpfeiler sind mit Schwemmholz verstopft. Wir erblicken halb abgerissene Häuser, Mauern und ganze Strassenteile weil der Fluss das Ufer mitgenommen hat. Kurz nach Ait Ourir kommt dann die schlechte Nachricht. An einem Kreisel stehen Polizisten und leiten den Verkehr um. Die Hauptverkehrsstrasse nach Ouarzazate ist gesperrt und heute sicher nicht mehr offen, vermutlich auch nicht morgen. Hunderte Meter lange Kolonnen von Autos und Lastwagen säumen den Strassenrand. Keiner weiss so recht wie und wo es weiter gehen soll.

Die Sichtung der Karte zeigt dass es von Demnate aus eine kleine Passstrasse gibt, welche nach Ouarzazate führt. So fahren wir also nach Demnate und beziehen dort etwas ausser- und oberhalb der Stadt spontan Quartier. Die Hotellobby beeindruckt im wunderschönsten orientalischen Stil, die Zimmer sehen jedoch recht verwahrlost und dreckig aus. Es riecht stark nach Abwasser. Fürs erste jedoch egal, Hauptsache trocken und warm. Auf der Terasse tummeln sich Pfauenvögel, überall liegt Kot. Dafür ist die Aussicht und die Abendstimmung sensationell. Demnate liegt uns quasi zu Füssen und es sieht aus als hätte Allah den kurz zuvor wolkenverhangenen Himmel mit seiner Hand genau über der Stadt aufgerissen. Essen gibt es sehr spät, dafür aber reichlich und gut.

 

Freitag 6. Mai 2016; Demnate – Demnate
Demnate - Demnate
Nachdem die Hauptstrasse von Ait Ourir nach Ouarzazate gestern und vermutlich auch heute noch gesperrt ist wollen wir unser Glück über eine Passstrasse über den hohen Atlas versuchen. Die R307 führt etwas ausserhalb von Demnate circa 140 Kilometer zu einer Verbindungsstrasse welche in die eine Richtung nach Ouarzazate führt. Die kleine, aber feine Gebirgsstrasse erweist sich als landschaftlich wirklich wunderschön. Obwohl sie offensichtlich noch nicht lange in asphaltiertem Zustand ist, wirkt sie recht beschädigt und wir fahren oft stehend Slalom um die zum Teil 10-15 Zentimeter tiefen Schlaglöcher.

Die Fahrt erfordert höchste Konzentration da die Strassenränder ausgewaschen und zum Teil gar nicht mehr vorhanden sind. Überall liegen Steine, Schotter und Holz… Zeugen von dem erst vor ein paar Tagen stattgefundenen Unwetter. Ausserdem muss jederzeit mit Gegenverkehr gerechnet werden was nach unseren bisherigen Erfahrungen meist damit endet dass wir ausweichen und Platz machen müssen, zumindest auf den kleinen Strassen. Gerade die Personentransporter welche meistens hoffnungslos überladen sind machen keine Anstalten auszuweichen und führen ihre Fahrt unbeirrt mitten auf der Bahn fort, noch dazu oft in halsbrecherischem Tempo.

Nach 70 Kilometern wird die Strasse zunehmend schlechter, es folgen zum Teil mehrere hundert Meter lange Passagen mit knöcheltiefem Schlamm. Einige getraue ich mich nicht mehr selber zu fahren weil meine Füsse nirgends Halt finden und die Motorräder nur noch im Schrittempo durch die rutschige Masse gefahren werden können. So muss Pascal mehr als einmal mit seinem Motorrad vorfahren, zu Fuss zurück laufen und meinen Tiger durch die wirklich rutschigen, fast unfahrbaren Passagen lotsen. Nach etwa fünf solchen Passagen sind wir fix und fertig und brauchen erst mal eine Pause.

Schliesslich endet die Fahrt bei einer Kolone stehender Autos. Die Strasse ist nicht mehr sichtbar, weggeschwemmt von Schlamm und Schutt. Ein Bagger versucht die Route zu räumen, jedoch scheinbar erfolglos. Die Strasse ist auf mehreren hundert Metern Länge komplett verschüttet und an einigen Stellen fast meterhoch von Schlamm und Geröll bedeckt. Wie tief die Schlammlawine ist sieht man an den meterhohen Rädern des Baggers die an manchen Stellen zur Hälfte im Schlamm versinken. Dutzende Schaulustige stehen oder sitzen an den Hängen und beobachten wie das grosse Fahrzeug verzweifelt versucht den Weg zu räumen. Umsonst, wie wir feststellen, da der zur Seite geschobene Schlamm sofort wieder nachrutscht und die eben noch offenen Lücken wieder füllt.

Ein verrückter Motorradfahrer steht mitten im Schlamm und versucht mit rauchender Kupplung sein Motorrad durch zu quälen, steht dabei aber allen nur im Weg. Pascal kämpft sich zu Fuss durch den Schlamm um die Situation zu checken. Nach einer halben Stunde rekognoszieren kehrt er zurück und trifft nach Erläuterung der Situation eine Entscheidung. Wir kehren um, denn es ist bereits spät und wir hätten noch mal soviele Kilometer vor uns wie bereits hinter uns. Ausserdem soll die Route gemäss Auskunft von auf der anderen Seite stehenden und ebenso wartenden Autofahrern auf weiten Teilen der Strecke weiterhin so schlammbedeckt sein. Unterwegs gibt es so gut wie keine Unterkünfte.

Mir graut vor dem Rückweg, dieser erweist sich jedoch als wesentlich einfacher als erwartet und mit Sicherheit im Vergleich zudem was vor uns gelegen hätte. Die zuvor durchquerten Schlammpassagen verlieren bei der zweiten Durchfahrt fast ihren Schrecken und schliesslich können wir die letzten Kilometer nach Demnate sogar noch richtig geniessen. In der Stadt angekommen spendieren wir Ross und Reiter erstmal eine Runde durch die Waschanlage. Einigermassen sauber checken wir wieder im selben Hotel ein, verlangen aber ein anderes Zimmer was sich im nachhinein als Fehler erweisen soll. Das Zimmer scheint zwar sauberer, morgens um fünf weckt uns jedoch ein lautes Rauschen aus dem Bad, Wasserrohrbruch! Da Pascal vor dem zu Bett gehen noch versehentlich die Abdeckung der Wasserrrohrleitungen demontiert hat weil ein Tuch dazwischen eingeklemmt war ist der Hauptwasserhahn schnell gefunden und zugedreht. Während Pascal torkelnd und etwas Unverständliches brabbelnd wieder ins Bett schleicht versuche ich mit den restlichen Tüchern das knöcheltiefe Wasser aufzuwischen.

 

Samstag 7. Mai 2016; Demnate – Agdz
Demnate - Agdz
Nach einer Mütze voll Schlaf und einem anständigen Frühstück beratschlagen wir wie es weiter gehen soll da wir nicht wissen welche Strassen noch nach Ouarzazate führen und überhaupt offen sind. Ein aufmerksamer marokkanischer Gast zückt sein Handy und ruft eine Verkehrsinformationsnummer an. Er teilt uns mit dass die Hauptstrasse wieder offen sei. Eine weitere nette Geste dieser wirklich netten Leute in diesem wunderbaren, für allerlei Überraschungen sorgenden Land.

So fahren wir von Demnate nach Ait Ourir von wo aus die Haupstrasse nach Ouarzazate führt. Eine Strecke von über 300 Kilometern liegt heute vor uns und alleine für die ersten achtzig Kilometer benötigen wir fast 3 Stunden. Ich bin erschüttert über den Zustand der Strasse. Sie ist extrem beschädigt, überspühlt, unterspühlt und an manchen Stellen wurde die halbe Strasse flussseitig einfach weggeschwemmt. Immer wieder liegen Geröll und Schlammreste auf der Strasse, man weiss vor keiner Kurve in welchem Zustand sich die Strasse dahinter befindet. Teilweise liegt feiner Staub oder Sand vor oder in den Kurven und mehr als einmal verlieren die bis jetzt tadellos funktionierenden Reifen kurz die Haftung.

Je südlicher wir fahren umso besser werden die Verhältnisse und entsprechend entspannter wird unsere Fahrweise. Die Route führt über den Tizi n’Tichka Pass welcher 2260 Meter über Meer liegt. Die Passstrasse wird erneuert und führt immer wieder über längere Strecken ohne Belag. An allen Ecken wird gearbeitet, riesige Bagger und unzählige Lastwagen prägen das Bild. Speziell diese Lastwagen pflegen einen sehr unverkrampften Fahrstil und überholen wo es ihnen gerade gefällt. Gegenverkehr, was solls… Augen zu und durch. Diese Ärgernisse sind ob der unglaublich tollen Landschaft und Aussicht jeweils schnell wieder vergessen.

Die Route nach der Passhöhe ins Tal hinunter ist abwechslungsreich und schön und obwohl wir beide müde sind geniessen wir die Fahrt, denn die vergangenen 200km haben uns sehr viel Konzentration und Nerven gekostet. Noch einmal richtig wach werden wir ausserhalb von Ouarzazate als uns unsere Route über die N9 und erneut über eine Passstrasse mit unglaublich tollem Grip führt . Die Strecke zieht sich hin und wir wünschen uns längst eine kalte Dusche und ein weiches Sofa. Trotzdem halten wir auf der Passhöhe an und geniessen im Abendlicht der einsetzenden Dämmerung fantastische Bilder und Farben.

Ziemlich erledigt treffen wir bei unserer Unterkunft in Agdz ein. Das kleine Mini Riad hat vier Zimmer, einen sehr schönen Garten mit Palmen, Gemüse und frischen Teekräutern. Ein wunderschöner, smaragdgrün gekachelter Pool lädt zum Baden ein. Leider ist es gerade etwas zu frisch und windig für eine Abkühlung im Nass, aber bei einem Abendessen bei Kerzenlicht und Muezzingesang sorgt die tolle Umgebung für Entspannung pur. Das Essen wird vom Besitzer frisch und liebevoll zubereitet und schmeckt nach dem anstrengenden Tag gleich doppelt so gut.

 

Sonntag 8. Mai 2016; Agdz – Zagora – Agdz
Agdz - Zagora
Einer der wenigen zum Voraus geplanten Eckpfeiler unserer Reise war nach Mhamid zu reisen und von dort aus einen organisierten Trip in die Wüste zu unternehmen um wenigstens eine Nacht unter dem freien Sternenhimmel zu verbringen. Die Nächte im Freien in der Mongolei und speziell in der Wüste Gobi haben Pascal so beeindruckt dass wir uns dieses Vergnügen auch in Marokko gönnen wollten. Leider hat uns das Unwetter zwei Tage Zeitverlust beschert und so haben wir dieses Vorhaben aufs nächste Mal verschoben. Um aber doch noch etwas vom Süden und eventuell ein bisschen Wüstenfeeling zu sehen zu bekommen beschliessen wir am nächsten Morgen von Agdz nach Zagora zu fahren, da der Reiseführer die Strecke durch dieses Oasental rühmt. Wir konnten uns allerdings nicht sehr begeistern oder waren einfach schon etwas satt gesehen, zumal auch diese Strecke sich im Neubau befindet und unzählige Baustellen aufwies. Zagora selber ist durch den Wüstentourismus geprägt und die Menschen dort sehr auf Geschäfte aus. Es war uns kaum möglich einen Schritt zu machen ohne dass man sich eines Angebots wehren musste. So haben wir diesen Ort recht schnell wieder verlassen.

Dafür haben wir am frühen Abend noch ein bisschen Zeit gehabt unser wunderbares Hotel zu geniessen und noch ein bisschen Agdz zu besichtigen. Das „Dar Sofar“ ist eine richtige kleine, feine Wohlfühloase wie die untenstehenden Bilder zeigen. Und Pierre, der Besitzer, ist ein toller und verständnisvoller Gastgeber dem kein Aufwand zu gross ist damit sich seine Gäste wohlfühlen.

 

Montag 9. Mai 2016; Agdz – Boumalne Dades
Agdz - Boumalne Dades
Heute ziehen wir weiter Richtung Boumaln Dades von wo aus wir am Folgetag die Todra- und die Dades Schlucht befahren wollen. So verabschieden wir uns von Pierre, unserem netten Gastgeber und seinem kleinen, aber äusserst feinen Hotel und verlassen Agdz erstmal Richtung Nordwesten. Da Ouarzazate auf dem Weg liegt machen wir in der Stadt einen Verpflegungsstop.

Der Ort sieht nett aus, ist jedoch deutlich touristischer orientiert als die bisher besuchten Städte. Kaum haben wir unsere Motorräder auf einem bewachten Parkplatz an der „Promi Meile“ abgestellt erscheint ein Strassenhändler und will uns Marokko Aufkleber zu Schweizer Preisen verkaufen. Pascal der sich etwas geniert zu handeln greift ins Portmonaie und will ohne zu zögern den genannten Preis zahlen. Der arme Mann hat die Rechnung jedoch ohne mich gemacht und ich mache ihm ziemlich deutlich klar dass wir auf keinen Fall bereit sind den geforderten Preis zu bezahlen. Wir wenden uns von dem Händler ab, der kriegt jedoch anscheind ein schlechtes Gewissen und will die keifende Gattin (von Pascal schon mehrfach Berberfrau und eiskalte Kröte genannt) beruhigen und legt für denselben Preis ein paar gratis Kleber obendrauf. Die Sticker sehen toll aus und sind von einwandfreier Qualität und so kaufen wir dem Mann schlussendlich sogar noch etwas mehr ab. Danach nehmen wir einen kleinen Imbiss zu uns, umzingelt von schnatternden Touristen aus aller Herren Länder welche offenbar zu einer „Nostalgie Wüsten Rally“ gehören. Zumindest lassen uns die auf dem Parkplatz stehenden, mit Nummern versehenden Offroadfahrzeuge und Oldtimer aller Gattungen zu diesem Schluss kommen.

Schnell zieht es uns weiter, die unzähligen lauten und sich teilweise unmöglich aufführenden Europäer zu denen wir uns längst nicht mehr zählen gehen uns auf den Geist. Ein Abstecher zum in der Nähe liegenden Stausee, dem Barrage El Mansour Eddahbi, liegt aber noch drin bevor wir am Fuss der Berge weiter Richtung Boumalne fahren.

In Boumalne Dades angekommen bekommen wir den ersten Eindruck einer richtigen grünen Oasenstadt wo im Tal alles grünt und blüht und knapp daneben die kargen Felsen aufragen… irgendwo dazwischen die Schluchten. Wir haben ein schönes Hotel am Dorfrand (wieder mal gleichbedeutend mit offraod über eine unbefestigte Strasse) welches einer kleinen Festung gleich für sich alleine auf einem kleinen Hügel trohnt. Auch hier werden wir von netten Leuten sehr herzlich empfangen und später mit prima Essen versorgt. Das Haus ist toll und nach ökologischem Prinzip gebaut sowie einem zum Himmel offenem Innenhof. Die Zimmer sind gross und bestehen wie so oft nicht nur aus einem Zimmer sondern gleichen eher kleinen Apartments.

 

Dienstag 10. Mai 2016; Boumalne Dades – Tinghir
Boumalne Dades - Tinghir
Die zwei Schluchten oder das ganz grosse Abenteuer…

Normalerweise fahren Touristen in die Todra oder Dades Schlucht und kehren nach wenigen Kilometern wieder um. Unter anderem weil auch diverse Reiseführer schreiben dass es dahinter nichts Interessantes mehr zu entdecken gibt. Daneben wird eine Verbindungstour zwischen den beiden Tälern beschrieben, diese führt aber auf einer längeren Querstrecke offroad und sei nur mit 4×4 befahrbar. Pascal hat da aber noch eine andere Strasse auf der Karte und im Navi gesehen welche in einem weiten Bogen oben herum führt und die beiden Schluchten schlussendlich verbindet. Wir fragen in Boumalne Dades im Hotel bei den Gästen nach. Ja klar, „tous goudrone“ , alles geteert folgt als Antwort. Komisch dass davon im Reiseführer nichts steht? Meine Hinweise darauf werden ignoriert.

Wir starten also munter und gespannt unsere nach Auskunft von Google Maps circa 210km lange Tour. Wenige Kilometer hinter Boumalne steigen wir in die Dades Schlucht ein, welche sich mit einem beeindruckenden Strassenverlauf entlang der Felsen immer tiefer in die Berge hinein frisst. Wir können gar nicht begreifen dass man hier nach 30 Kilometern umkehren soll oder möchte und fahren weiter. Landschaftlich ist es sehr schön und die Strassenschäden vom Unwetter halten sich in Grenzen. Mit Ausnahme einer Flussdurchfahrt, der Fluss fliesst über die Strasse und nicht unten durch, welche wir etwas zu motiviert absolvieren. Resultat: Nass bis zum Allerwertesten, zumindest wer alte Hosen trägt (Frau nicht).

Nach ungefähr 90 Kilometern ist die befestigte Strasse zu Ende und wir wissen nun nicht genau ob sie effektiv fertig ist (ich habs ja gesagt) oder ob es sich nur um ein durch das Unwetter beschädigtes Teilstück handelt und die Strasse dahinter weiter führt. Während Pascal das Navi konsultiert und ich einen Blick in die Karte werfe kommt ein kleiner Junge angerannt und zeigt erst Pascal und dann mir seine kleine Hand. Sie ist stark geschwollen und weist eine kleine, eiternde Wunde auf. Seine beiden Hände starren vor Schmutz wie überhaupt der ganze kleine Mann. Seinem Blick entnehme ich dass er Schmerzen hat und mich wohl um Hilfe bittet. Ich habe im Tankrucksack immer einen kleinen Vorrat an Erste Hilfe Material und überlege was hier wohl Sinn macht. Ein Verband eher kaum, würde der den ganzen Dreck wohl eher konservieren. Ich entscheide mich für Zinkpaste welche die Entzündung hemmt und einen wasserfesten Schutz bildet ohne dass ein Verband nötig wäre. Ich gebe ein wenig der Salbe direkt auf die Wund und schenke im das Döschen mit dem restlichen Inhalt. Der Kleine reisst erstaunt die Augen auf, strahlt über das ganze Gesicht und rennt wie ein junges Zicklein davon um seiner Ziegen hütenden Schwester zu berichten. Pascal reisst mich aus den Gedanken und fragt ob ich weiterfahren möchte ins Ungewisse oder umkehren will. Da der Tag noch jung ist und uns genügend Zeit bleibt auch später noch umzukehren entscheide ich mich ihm zu vertrauen und fürs weiterfahren.

Nur wenig später bin ich mir bereits nicht mehr sicher ob ich mich für diese Entscheidung verfluchen soll, aber ich habe nicht gross Zeit mir Gedanken zu machen. Ich muss mich voll auf die Piste konzentrieren welche urplötzlich so gar nichts mehr mit einer Strasse gemein hat. Es geht steil, sehr steil bergauf. Grobe Steine liegen auf dem ausgewaschenen Weg, enge Kehren mit überhängenden Böschungen folgen. Noch nie bin ich mit dem Tiger sowas gefahren, geschweige denn inklusive Gepäck. Aber dem vorausgegangen, in Fuerte Ventura stattgefundenen Training sei Dank, wenn auch mit anderen Motorrädern, komme ich ziemlich gut mit der Situation zurecht. Also steige ich in die Fussraten und tue so als sei die inklusive Gepäck 260 Kilo schwere Triumph eine halb so schwere KTM… Basta! Was sogar recht gut gelingt. Pascal fragt immer wieder nach ob es gehe und ob es ok sei weiter zu fahren. Daran erkenne ich dass ihm nicht so ganz wohl bei der Sache ist obwohl er ständig beteuert dass sein Bauchgefühl ihm sage dass es gut ausgehen wird. Ihm zu vertrauen hat sich bisher immer bewährt, also geht es einfach immer weiter. Da ich die Strecke bisher recht gut gemeistert habe wächst mein Vertrauen in mich und ich kann mich auf die unbeschreiblich schöne Umgebung und diese unendliche Weite konzentrieren. Felsenkette reiht sich an Felsenkette, in verschiedenen rot, braun und orangen Tönen.

Wir steigen immer weiter auf, Pascal teilt mir die Höhenmeter vom Navi ablesend durchs Headset mit. Bei einem kurzen Fotostop kaufen wir einem jungen Berber Fossilien ab, wofür diese Gegend Marokkos berühmt ist. Der junge Mann taucht plötzlich aus dem Nichts auf, etwas was wir hier noch oft erleben werden. Zuerst wird immer anständig gegrüsst und gefragt wie es geht, bevor die Ware präsentiert wird. Bei der Weiterfahrt sinnieren wir zusammen über die Zukunft und das Leben der jungen Menschen in diesem Land, was uns für einen Moment ablenkt von den Gedanken was wohl heute aus unserem Tag wird . Der Weg wird nun zunehmend besser und steigt immer gemächlicher an. Als wir einen jungen, uns entgegen fahrenden Spanier auf seiner BMW treffen löst sich ein grosser Teil unserer Anspannung. Wir können uns zwar kaum verständigen, jedoch scheint er von dort zu kommen wo wir hin wollen. Der Weg scheint also zumindest passierbar zu sein was nach den Unwettern und unseren Erlebnissen gar nicht selbstverständlich ist. Leider können wir ihn nicht nach dem Zustand der Piste fragen. Kurz darauf fahren wir über eine richtige Hochebene und wir staunen und geniessen den Ausblick.

Wir haben für ungefähr 20 Kilometer etwa 1,5 Stunden gebraucht. Nun geht es mit neu gewonnener Zuversicht etwas zügiger voran. Zuoberst auf der Passhöhe auf fast 3000 Metern treffen wir auf vier junge Frauen welche mit ihren Eseln dürre Büsche und Feuerholz sammeln. Neugierig werden wir bestaunt und mit ihren wenigen französisch Kenntnissen fragen sie uns nach unseren Namen und Herkunft. Trotz dem wenigen was sie hier haben und was sie erwartet machen sie dennoch einen fröhlichen, zufriedenen und ausgelassenen Eindruck. Wieder etwas weiter treffen wir auf eine kleine Herde fast schwarzer Dromedare welche mich mit ihrer Grösse mächtig beeindrucken. Dummerweise steht so ein Riesentier mitten auf der Piste was uns zum Anhalten zwingt und für mich im schwierigen Terrain fast immer eine Herausforderung darstellt. Der Berber welcher die Tiere betreut treibt das riesige Tier von der Piste runter und nutzt die Gelegenheit uns nach Zigaretten zu fragen. Er kann fast nicht glauben dass wir keine dabei haben.

Wieder etwas weiter treffen wir auf einen Kuhhirten und da wir das Gefühl haben schon ewig unterwegs zu sein fragen wir nach dem Weg. Er bestätigt uns dass wir auf der richtigen Piste sind und bis Agoudal noch etwa 20 Kilometer vor uns hätten. Er fragt uns nach einem Mittel gegen Magenschmerzen. Habe ich dabei und verschenke ich sofort. Entgegen der Erwartungen hat uns das marokkanische Essen bisher kaum einmal Beschwerden gemacht. Ein wiederum unglaublich strahlendes Gesicht dankt uns und wünscht uns „salam aleikum“ auf den Weg.

Als wir schon so etwas wie ein Dorf in der Ferne sehen treffen wir wieder auf eine Gruppe Hirten welche mit ihren Kamelen unterwegs sind. Dieses Mal werde ich um Hilfe für einen wunden Fuss gebeten, denn der Hirte hat ganz zerrissene Schuhe und einen auf der einen Seite offenen Fuss. Auch hier kann ich helfen und wir werden mit Dankbarkeit und Friedenswünschen überhäuft. Von unterschiedlichsten Emotionen und Gedanken überhäuft fahren wir weiter. Langsam beginnen wir zu frieren. Pascal möchte etwas Essen, denn wir sind nun schon fast 6 Stunden unterwegs und haben weder gegessen noch getrunken. Ich aber will unbedingt fahren bis ich Asphalt sehe in der Gewissheit, dass wir es dann zurück in die Zivilisation geschafft haben.

Und dann erreichen wir das Dorf in dessen Mitte keine Strasse sondern die Kanalisation frei verläuft… dahinter völlig unvermittelt und aus dem Nichts die asphaltierte, nach der hinter uns liegenden Piste schon fast an eine Autobahn erinnernde Strasse und die Auberge von Agoudal, dem angeblich höchst gelegenen Dorf Marokkos. Der Pfefferminztee hat vor dem warmen Holzoffen nie besser geschmeckt. Wir spüren nun die körperliche und mentale Anstrengung der vergangenen Stunden. Insgesamt waren es 60 Kilometer offroad durch unterschiedlichstes Terrain, wofür wir circa 4 Stunden gebraucht haben. Pausen gab es jeweils nur ganz kurz um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Von den Emotionen fast übermannt schaufeln wir ein köstliches Berberomlett in unsere leeren Bäuche und platzen fast vor Dankbarkeit für dieses tolle Mahl, die Begegnungen mit den Menschen und das mit Abstand Wichtigste… dass wir heil angekommen sind.

Obwohl es nur vier Stunden waren hatte ich das Gefühl viel länger und vor allem ewig weit weg von der Zivilisation unterwegs zu sein. Die Fahrt von Agoudal führt über den Col du Tirherhouzine (2709 m) auf einer völlig neuen, asphaltierten Strasse hinunter zur Todraschlucht, in deren Flussbett wunderschön rosa blühende Oleander dicht an dicht wachsen. Die eng beieinander stehenden Felsen, welche eigentlich die Berühmtheit der Todraschlucht ausmachen erscheinen uns lächerlich unspektakulär und fast langweilig hinsichtlich der Bilder des erlebten Tages. Müde, aber unglaublich stolz und vollgepumpt mit Glückshormonen treffen wir in Tinghir ein wo wir im Hotel Tomboctou einchecken und den restlichen Abend geniessen.

 

Mittwoch 11. Mai 2016; Tinghir – Aguelmous
Tinghir - Aguelmous
Langsam aber sicher geht es Richtung Norden und somit für uns auf den Rückweg. Aber erst wollen wir heute noch unser südöstlichstes Ziel, Erfoud, erreichen. Es ist ein heisser Tag und die Sonne brennt uns auf den Pelz. Dass die Wüste naht ist deutlich spürbar. Der Wind ist voll von feinem Sand, wir haben ständig Durst und der Staub knirscht zwischen den Zähnen da mit geschlossenem Visier zu fahren unmöglich erscheint. Über den Steppen ähnlichen Flächen sammelt der Wind Sand in kleinen Wirbeln auf und trägt ihn hoch bis zu den Wolken. Wie Wasserhosen über einem See, nur hier mir Sand anstelle von Wasser. Wir beobachten manchmal bis zu zehn dieser kleinen Twister welche geistergleich in rasanter Geschwindigkeit über die karge Landschaft ziehen. Der Himmel bekommt dadurch eine trübe Farbe. Alles ist so dürr dass es kaum noch Tiere zu sehen gibt. Es kommt mir ganz ungewohnt vor, waren Hirte und Herde in den letzten Tagen doch ständig irgendwo sichtbar. Am Strassenrand nun statt dessen überall geflochtene Zäune die die Strasse vor Sandverwehungen und Wanderdünen schützen sollen. Überall ist Sand. Einen Tagelmust, auch Cheche genannt, zu tragen welcher um den ganzen Kopf gewickelt werden macht hier absolut Sinn.

In Erfoud angekommen werden wir von geschäftstüchtigen, aber absolut anständigen jungen Marokkanern empfangen. Sofort weist man uns einen bewachten Parkplatz zu und führt uns auf Wunsch zu einem Restaurant. Nach einer ausgiebigen Stärkung kehren wir zum Parkplatz zurück und werden als Dank für die Bewachung gebeten doch einen Blick in den Laden der jungen Leute zu werfen. Da unsere Transportmöglichkeiten beschränkt sind und ihre im und vor dem Laden hängenden Kopftücher wirklich schön sind, lassen wir uns zum Kauf einiger Cheche’s überreden. Gerne hätten sie uns mehr verkauft und wir können uns nur schwer loseisen, aber unsere Koffer sind voll bis zum Rand.

Unsere Reise führt uns weiter durch ein Tal, einer riesigen und sehr eindrücklichen Flussoase. Vom Wasser des Flusses sieht man nichts, jedoch einen Fluss ganz aus Palmen mitten in der trockenen Einöde. Danach überqueren wir mehrere kleine Pässe und staunen weil sich hinter jedem Pass eine völlig neue Welt eröffnet. In anderen Farben mit anderen Steinen und Pflanzen. Es ist schon gegen 19 Uhr und wir sind sehr müde als sich der Himmel in alle möglichen und unmöglichen Farben verfärbt wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. Es herrscht richtige Weltuntergangstimmung. Der Wind frischt böig, ja fast sturmartig auf und es wird plötzlich sehr kalt. Nur mühsam kommen wir vorwärts, der Wind reisst an den Motorrädern und drängt uns mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite unserer Spur. Vor uns tut sich eine Wand auf welche sich vom Boden bis hoch hinauf in den Himmel zieht und in den unglaublichsten Farben schimmert. Pascal möchte das Spektakel gerne fotografieren, mir jedoch macht es Angst und so dränge ich zur Weiterfahrt. Schliesslich wird auch Pascal etwas nervös und so geben wir auf unseren Tigern nochmal richtig Gas. Kaum haben wir die sichere Hotelanlage erreicht, fallen die ersten schweren Tropfen und es kracht gewaltig. Vielmehr ist dann allerdings nicht mehr daraus geworden, ausser einem kräftigen Temperaturstutz und Schnee auf der Bergkette vor unserem Hotel.

 

Donnerstag 12. Mai 2016; Aguelmous – Fes
Aguelmous - Fes
Nach einer kalten Nacht im ungeheizten Hotelzimmer bei Temperaturen um die 7 Grad im selbigen und am Vorabend schon frierend auf dem Motorrad sind wir anderntags etwas erkältet und kaputt. So beschliessen wir heute eine etwas kürzere Route zu fahren, um der Erholung willen. Wir fahren den direkten Weg Richtung Fès, die Strasse führt nach einer kalten, sehr windigen Anfahrt über Ifrane. Genau genommen fahren wir durch den Nationalpark von Ifrane. Hier befinden sich die größten, zusammenhängenden Zedernwälder Marokko’s in welchem es Berberaffen gibt die dort frei leben. Wir können schon bei der blossen Durchfahrt welche sehen. Es ist völlig ungewohnt wieder einmal durch einen Wald zu fahren und die kühle frische Luft zu atmen. Spüre ich da einen leichten Unwillen gegen das was uns zu Hause wieder erwartet?

Und plötzlich ist es grün! Die Gegend um Fès erinnert mich mit ihrer grünen, weichen, hügeligen Art eher an die Toskana als an eine marokkanische Landschaft. Wieder einmal staunen wir wie abwechslungsreich und voller Überraschungen dieses Land doch ist. Schliesslich erreichen wir Fès, können jedoch das Hotel, welches in der Medina, aber direkt anfahrbar sein soll, nicht finden. So landen wir irgendwann in einer Slumsiedling unterhalb der Stadt. Beim Navikonsultationsstop eilt sofort Hilfe herbei. Der Mann auf dem Moped folgt uns schon eine ganze Weile. Er beteuert dass es ein direkt anfahrbares Hotel wie wir es suchen in der Medina nicht gibt, das unser geplanter Weg nicht befahrbar sei, er aber ein tolles Hotel kennen würde. Mittlerweile mit den geschäftstüchtigen Praktiken der Marokkaner vertraut lässt sich Pascal nicht aus der Ruhe bringen und lässt den fuchtelnden und rufenden Typen dankend stehen.

Nachdem wir das vermeintliche Ziel ein paar Minuten auf unseren Motorrädern umkreist haben lassen wir die beiden Tiger vor dem grossen Tor der Medina stehen. Sofort eilt ein junger Mann in Cowboystiefeln und mit Cowboyhut herbei und fragt höflich wonach wir suchen würden. Als wir ihm den Namen des Hotels nennen begleitet er Pascal zu besagtem Hotel, zu Fuss wohlgemerkt. Der Weg war nicht versperrt, das Hotel allerdings tatsächlich mit Motorrad nicht erreichbar, obwohl wir extra per Mail angefragt hatten. Nachdem das geklärt war, beschlossen wir eben dieses Hotel mit Nichtbelegung zu bestrafen. Was aber bedeutet dass wir uns kurzfristig etwas anderes suchen müssen, obwohl wir eigentlich so gar keine Lust dazu haben. Der junge Mann schlägt uns vor es im Hotel direkt hinter dem grossen Tor der Medina zu versuchen. Dass es sich dabei um einen gefühlten 10 Sterne Schuppen handelt verschweigt er natürlich erst mal. Egal, Pascal sieht sicht das Hotel an und kehrt nach einer halben Stunde mit einem dicken Grinsen im Gesicht zurück. Nach Verhandlung und Zimmerbesichtigung ist der Preis zwar noch heftig. Aber um 25% runtergehandelt finden wir, wir hätten uns diesen Luxus zum Schluss unserer Reise verdient.

Wir trauen und fast nicht diese Kingsuite zu beziehen, schmutzig wie wir sind. Der junge, sehr freundliche Hotelmanager will unsere vor Dreck starrenden Motorräder im Hotelgarten parkiert sehen und nicht im weiter entfernten, aber geschlossenen und bewachten Parkplatz. Wie fast jeder mit dem wir bis jetzt zu tun hatten will er um jeden Preis seine Wertschätzung zeigen und dass wir willkommen sind. Am Abend wollen wir die Medina von Fes besichtigen welche riesig und deren Gewirr aus Gassen für uns völlig undurchschaubar ist. Der junge Mann, wir nennen ihn Lucky Luke, welcher Pascal zum verschmähten Hotel geführt hatte steht schon für eine Führung bereit. Es ist spät und wir rennen fast durch die engen Gassen, zudem hatt es angefangen leicht zu zu regnen. Trotzdem bekommen wir einen Einblick in das farbenfrohe Gewusel, die engen Geschäftslokale dicht an dicht bis an die Decke mit Waren gefüllt. Die oft winzigen Läden haben nur wenige Quadratmeter in der Fläche , dafür wird jeder Zentimeter in der Höhe genutzt. So mancher Verkäufer muss also einige Male pro Tag die Leiter rauf und runter steigen.

Inmitten der Medina liegt die grosse Moschee mit ihren 16 Eingängen und Toren. Wir sind beeindruckt ob der Grösse und der Farbenpracht im Innern der heiligen Stätte welche wir durch die Tore erblicken können. Der Eintritt ist uns wie immer versagt, was wir auch strikte respektieren. Unser Führer schleppt uns schliesslich in ein Tuchgeschäft um uns die Weberei zu zeigen, was prompt in ein Verkaufsgespräch übergeht. Ich kann mich erfolgreich gegen den Erwerb einer Tischdecke durchsetzen, schlussendlich kaufen wir ein äusserst schön gefertigtes Halstuch für Pascals Mutter welche sich später sehr darüber freut. Zu guter letzt landen wir in einer Touristenabzocke von Restaurant wo wir ein Menu für zwei bestellen weil wir eigentlich nur etwas Kleines essen wollen, aber für zwei Menüs bezahlen müssen. Ärgerlich zwar, aber dennoch scheint es fast unmöglich sich in der Medina ohne Führer zu bewegen, zumal zu später Stunde plötzlich gewisse Tore geschlossen werden und eben noch offene Wege so plötzlich versperrt sind. Nach einer Weile taucht auch unser geschäftstüchtiger, aber immer anständiger junger Guide wieder auf und führt uns zurück zum Hotel. Wir hätten uns im Gewirr der Gassen definitiv nicht mehr zurecht gefunden.

 

Freitag 13. Mai 2016; Fes – Tanger
Fes - Tanger
Am nächsten Morgen dann das Highlight… Frühstück auf dem verglasten Dachgeschoss des Hotels mit Rundumblick über die ganze Stadt Fes. Ein zehn Sterne Frühstück welches keine Wünsche offen lässt, mit einer Bedienung die einem jeden Wunsch von den Lippen abliest bevor man diesen ausgesprochen hat. Einmal mehr hätten wir es gut länger aushalten können in diesem Palast und mit den freundlichen Menschen.

Trotz des tollen Frühstücks ist die Stimmung beim Aufbruch eher etwas bedrückt. Diesmal fällt es auch Pascal, der sonst immer gerne wieder nachhause fährt, etwas schwer zu akzeptieren dass dies unser letzter Tag in diesem tollen Land ist. Wir werden aber mit einer wunderschönen Fahrt durch den grünen Norden Marokkos getröstet. Wir fahren auf kleinen Strässchen durch eine liebliche Gegend, welche mich sehr an Mittelitalien erinnert. Weiche Hügel, Weizenfelder, Obstbäume, Seen. Grün in allen Tönen.

Gegen siebzehn Uhr fahren wir bei Asilah auf die Autobahn Richtung Tanger. Nach ca. 40 Kilometern erreichen wir Tanger mitten in der Rush Hour. Die letzen 25 Kilometer bis zum Hotel kommen wir nur im Schneckentempo vorwärts. Erst jetzt nehmen wir die riesige Dimension der Stadt wahr. Beim ankommen am ersten Tag haben wir eigentlich nur die Altstadt erlebt und die neue Stadt gar nicht realisiert. Die letzten Kilometer kosten ziemlich Nerven, an Pascal dran zu bleiben ist nicht einfach im dichten Gewusel. So gut es geht versucht er mich vorzuwarnen wo es langgeht. Schliesslich finden wir unser Hotel wieder obwohl das Navi uns woanders durchlotsen will. Zum Schluss gönnen wir uns noch einmal marokkanisches Essen, leider fast zu viel davon und zu später Stunde. So schlafen wir beide mehr schlecht als recht, in den Bäuchen rumpelt es und wir starten müde und alles andere als ausgeruht in den nächsten Morgen.

 

Samstag 14. – Montag 16. Mai 2016; Tanger – Sète
Tanger - Sete
Wir versuchen unser Gepäck möglichst schlau zu packen, damit wir nur je einen Koffer im Schiff benötigen und nicht unser ganzes Gepäck vier oder fünf Decks hochschleppen müssen. Pascal hat Kopfschmerzen und ich mache mir Sorgen ob da wirklich eine Fähre steht und wenn, wohin sie wohl fährt? Pünktlich treffen wir am Fährhafen Tanger Med ein, heisst um 10:00 denn um 12:00 sollte ja die Abfahrt sein. Sofort eilen hilfsbereite Einweiser ein. Pascal fragt genervt nach Ausweisen, wir wurden ja genügend vor falschen Helfern gewarnt. Als Antwort folgt die Rückfrage, welche sinngemäss in etwa lautet: Willst Du nach Sete? Also her mit Papieren und Pässen!

Zu kaputt zum Diskutieren rücken wir schliesslich die geforderten Dokumente heraus. Der Typ verschwindet also mit Pascal und den Unterlagen und ich darf warten. Schlussendlich haben wir wirklich deutlich schneller als andere, welche das Einschiffen selber versuchen, unsere Tickets. Warten dann aber genauso lang wie alle anderen auf das Verladen. Einziger Unterschied: drei Helfer wollen Bakschisch sehen obwohl zwei davon nur dekorativ daneben gestanden sind. Cleveres Detail der Reederei: Um die vielen Klagen wegen Verspätung zu umgehen, lässt GNV alle vorab eine Verzichtserklärung unterschreiben. Ohne diese kommt keiner auf das Schiff. Um zwölf startet nicht die Fähre sondern die Verladeprozedur… stop and go im 5 Minutentakt für eine weitere Stunde.

Schliesslich sind wir am Sicherheitscheck vor der Fähre angekommen, Pascal schaltet den Motor aus….böser Fehler. Die Tücken des Tigers, respektive einer mittlerweile (zu) alten Batterie. Der Tiger hat die Schnauze gestrichen voll, genau wie Pascal, und weigert sich zu starten. Obwohl das Hafengelände topfeben ist gelingt es uns nicht die XC anzuschieben. All die fetten 4×4 „ich seh aus als komm ich überall durch“ Offroader, aber kein einziger hat ein Überbrückungskabel dabei oder macht Anstalten uns zu helfen. So warten wir bis das Schiff fast voll ist und schieben Pascals Tiger die unterste Auffahrtrampe hoch welche nicht so steil ist und stellen die beiden Tiger am Rand des Parkfeldes ab. Am Ende von Kraft und Nerven erreichen wir unsere Kabinen. Schlussendlich klären wir die Frage die allen auf der Zunge liegt: wo und in welchem Land legen wir in zwei Tagen an? Doch diesmal soll es nach Sete gehen. Da sind wir mal gespannt…


40 Stunden auf ruhiger See und zwei tolle Sonnenuntergänge später laufen wir tatsächlich in Sète ein. Es ist morgens um sechs als wir ankommen, bis wir vom Schiff runter sind und durch die Passkontrolle durch sind wird es 8:30 Uhr. Der Zollbeamte interessiert sich nicht für uns sondern nur für unsere Tiger weil er selber einen fährt. In der Stadt steuern wir den ersten Waschautomaten an und die Tiger werden gewaschen… wir überlassen Frankreich mindestens drei Kilo Wüstenstaub und Schlamm als Souvenir. Pascals Tiger schnurrt wieder wie gewohnt.

Eigentlich wollten wir noch irgendwo übernachten und die 660 Kilometer nach Hause nicht an einem Tag fahren. Nun zieht es uns jedoch plötzlich heim, beide hätten wir lieber noch zwei Tage Urlaub statt einen bis zum Arbeitsstart mitten in der Woche und so beschliessen wir die paar hundert Kilometer an einem Tag durch zu ziehen. Also ab auf die Autobahn und Gashahn auf. Die Heimfahrt ist sehr windig, es ist kalt und wir benötigen Pausen um zwischendurch etwas Heisses zu trinken. Für einmal ohne obligaten Regenguss zum Schluss treffen wir zuhause ein, wo uns schon der daheim gebliebene Tiger, unser Kater, erwartet.

Unser Fazit zu Marokko und zu unserer Reise
Wüstenstaub
Vor unserer Reise nach Marokko wurden wir oft darauf angesprochen ob es denn nicht gefährlich sei dieses Land zu bereisen. Einige konnten es sich überhaupt nicht vorstellen aufgrund von Terrorismus oder anderen Vorurteilen bezüglich der islamischen Bevölkerung. An dieser Stelle ist es uns wirklich ein grosses Bedürfnis zu erwähnen dass wir uns während unserer Reise nicht ein einziges Mal bedroht gefühlt hätten oder uns in einer gefährlichen Situation befanden. Dem Staat Marokko liegt extrem viel daran Sicherheit zu vermitteln. Vor jeder Ortseinfahrt- und Ausfahrt werden Autos und Lastwagen kontrolliert. Wir wurden immer höflich durch gewunken. Überall wurden wir freundlich angesprochen, willkommen geheissen und freundlich gegrüsst. Auch sonst ist Marokko nicht gleich Afrika. In den Städten feiern die Teenies ihren Geburtstag in öffentlichen Restaurants und schiessen Selfie`s wie es unsere Kids bei uns auch tun. Überhaupt scheint das Familien- und soziale Leben eine ganz wichtige Rolle zu spielen, denn am Abend treffen sich alle draussen zum flanieren und gemeinsamen Essen. Arme und Bedürftige scheinen viel stärker im sozialen Netz eingeschlossen zu sein als bei uns. Wir haben Marokko als modernes orientalisches Land erlebt mit offenen und überaus freundlichen Menschen. Oftmals zufriedener und glücklicher wirkend als die Menschen bei uns. Landschaftlich hat uns die enorme Vielseitigkeit total überrascht.

Dieses Land ist in jeder Hinsicht eine Reise wert und wir werden Marokko und die liebenswürdigen Menschen mit Sicherheit wieder besuchen.

Inschallah… (so Gott will)!

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20 Kommentare zu Zwei Tiger in Marokko

  1. Bruno aka Noggi sagt:

    Hallo Ihr beiden
    Bald geht es los das grosse Abenteuer „Marokko“. Ich hoffe Euch geht es gut und Ihr
    seit fit und bereit Euer Abendteuer anzutreten. Freue mich dann von Euch zu hören
    und die Berichte zu lesen. Also lasst es Euch gut gehen und kommt dann Gesund
    wieder nach Hause.
    Gruss Bruno

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Bruno

      Vielen Dank für die netten Wünsche. Wir sind so weit ready und die Tiger sind es auch. Danke dir ebenfalls fürs regelmässige reinschauen und kommentieren, freue mich immer sehr darüber. Hoffe wir kriegen mal eine Runde hin mit deiner schönen neuen Africa Twin und unseren beiden Raubkatzen. Und Namibia ist vorgemerkt da mich das Ziel definitiv auch interessiert.

      Grüsse
      Pascal

  2. Hi Pascal,

    und die 4 Wochen werden vergehen wie im Fluge….!

    Ich bin sehr gespannt was Euch erwartet und wie verzaubert Ihr aus Marokko zurückkommt. Macht genug Fotos und bevor es auf die Dünnen geht immer einen Ersatz Akku mitnehmen 😉 …das WE in den Vogesen ist übrigens feste bei mir eingetütet, was bedeutet – ich darf! Also wenn es nicht gerade Eimer weisse am kübbeln ist komm ich runter!
    Liebe Grüße an Andrea und Dich
    Micha 🙂

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Micha

      Ja, dass die Zeit wie im Fluge vergehen wird befürchte ich auch. Aber erstmal müssen resp wollen wir ja noch hin. Ich denke das wird wieder eine unvergessliche Reise. Schade dass der Kopter diesmal nicht mit darf.

      Wäre cool und es täte uns freuen wenn es mit dem Vogesenwochenende im Juni klappen würde.

      LG, auch an die Familie
      Pascal

  3. Wolf sagt:

    Marokko steht auch schon länger auf meiner Liste – bin extrem gespannt, welche Eindrücke ihr mitbringen werdet. Tiger auf Twitter klingt auch spannend: Wünsch dir viel Erfolg und noch mehr Klicks! Liebe Grüße aus Wien auch ans Tigergirl…
    So long,
    da Wolf

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Kumpel

      Danke für reinschauen und kommentieren. Die Sache mit Twitter ist ein Test, mal schauen wie es funktioniert. Der Vorteil ist halt dass ich nur einmal posten muss und so gleich drei Portale mit Inhalt versorgen kann. Sonst artet das ja unterwegs in Arbeit aus. 🙂 Schliesslich müssen am Ende ja auch noch ein Bericht und diverse Filme erstellt werden.

      LG nach Wien, auch an Mel
      Pascal

  4. Max sagt:

    Obwohl Marokko gar nicht auf meiner Wunschliste steht – und das, wo es nur begeisternde Reisebericht gibt – wünsche ich euch natürlich, dass es eine Traumreise wird.
    Vielleicht ist’s ja Euer zukünftiger Reisebericht, der für mich den Ausschlag gibt, Marokko doch mal auf die „to de Liste“ zu setzen.
    Angeblich gibt es ja offroadmäßig alle Schwierigkeitsgrade in dem Land – aber genauso kann man Marokko entdecken, indem man (fast) nur auf Teer bleibt.
    Ihr seid flexibel, denn ihr habt (ein bisschen in der Mongolei) und vor allem auf Fuerteventura geübt. Einfach für alles gewappnet.
    Noch ein – wahrscheinlich überflüssiger – Tipp von mir, der ich noch nie in Marokko war: Vergesst die Trinkrucksäcke nicht!
    Völlig ohne Neid freu ich mich mit Euch mit.
    Maxmoto

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Max

      Danke dir, wird sicher eine tolle Reise. Ich glaube doch dass es dir und Liane in Marokko auch gefallen würde. Ihr beide seid ja sehr unkompliziert und vielseitig interessiert. Danke für den Hinweis mit dem Trinkrucksack, wir haben uns extra für die Reise zwei Neue geholt da mein alter Rucksack in der Mongolei arg gelitten hat.

      LG, auch an Liane
      Pascal

  5. Gigl sagt:

    Servus Pascal,

    für eurer Marokkoabenteuer wünsche ich euch nur das Beste, dass eure Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen werden und ihr gut wieder daheim ankommt!

    Ich freu mich jetzt schon auf Bericht, Bilder und Film!

    LG auch an Andrea

    Gigl

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Gigl

      Vielen Dank für die lieben Wünsche. Wie die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben können die nie schaden. Werde mir Mühe geben dich nicht zu enttäuschen was die Filme und Fotos angeht. Hab ja wieder einiges an Ausrüstung dabei, leider diesmal keinen Kopter. Aber sonst so viel Equipment dass es für drei Reisen reichen würde. 🙂

      LG nach Österreich
      Pascal

  6. andi sagt:

    Moin,

    auch ich wünsche eine schöne Reise mit ganz viel Abenteuer und vielen tollen km.
    Freue mich auf die Bilder.

    Gruß Andi aus Berlin

    • Tiger on trail sagt:

      Hallo Andi

      Vielen Dank für deinen Besuch und die netten Wünsche. So lange die Abenteuer positiv und im Rahmen bleiben hab ich nichts dagegen. 😉

      Grüsse nach Berlin
      Pascal

  7. Jojo sagt:

    Ein Hallo an die Reisenden Tigerkätzle,

    lasst es Euch gut und geniesst Land und Leute.
    Marokko ist wirklich einzigartig und hat suchtpotenzial !
    Alles Gute und viel Spass !!!

    Grüssle
    Jojo
    der aufmerksam die Reise verfolgt 😉

    • Tiger on trail sagt:

      Hallo Jojo

      Vielen Dank fürs reinschauen und den netten Kommentar. Deine Berichte waren mitverantwortlich warum ich unbedingt da hin wollte und bis jetzt hat sich alles zu hundert Prozent bestätigt. Das Land und die Leute sind grandios und ich kann verstehen warum man immer wieder da hin will. Bin mir sicher, wir waren auch nicht zum letzten Mal dort.

      Grüsse aus Marokko
      Pascal und Andrea

  8. Gigl sagt:

    Servus Pascal,

    ich möchte euch auch an dieser Stelle mitteilen, dass euer Bericht und die Fotos eurer Marokkoreise echt fesselnd sind.

    Danke für’s Aufbereiten, Schildern und Zeigen eurer Eindrücke!

    LG auch an Andrea

    Gigl

    • Tiger on trail sagt:

      Servus Gigl

      Vielen Dank fürs reinschauen und den lieben Kommentar. Es freut uns sehr wenn wir dir Marokko etwas näher bringen konnten. Vielleicht zieht es dich ja doch auch mal in die Richtung… freiwillige und perfekt geeignete Begleiter findest du in deiner näheren Umgebung mit Sicherheit zuhauf. 😉

      Liebe Grüsse nach Wien
      Pascal

  9. Wolf sagt:

    Servus Andrea & Pascal,

    eigentlich wollte ich gestern vor dem Schlafengehen ja nur noch kurz reinlesen, weil ich mitbekommen hatte, dass der Bericht fertig ist – aber dann hab ich ihn komplett verschlungen. Fesselnd geschrieben, ich würde sagen es „menschelt“ einfach zwischen den Zeilen. Jedenfalls macht das Gelesene und vor allem auch die tollen Fotos großen Appetit, selbst einmal Marokko zu bereisen, ich schwanke nur noch zwischen „Hardcore“ mit der CCM oder zu zweit am Tiger – beides hat seine Reize. Danke fürs Mitnehmen und Grüße aus Slowenien am Weg zurück von Albanien…

    So long,

    da Wolf

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Wolf

      Vielen Dank fürs reinschauen und den netten Kommentar… und natürlich dafür dass du dir gleich den ganzen Bericht „angetan“ hast. 🙂

      Ich bin mir zu hundert Prozent sicher dass es dir in Marokko sehr gut gefallen würde, sowohl zu zweit auf dem Tiger wie auch alleine auf der CCM. Darum kann ich dir auch nur empfehlen beides zu planen, wobei ich in deinem Fall Marokko erst zu zweit in Angriff nehmen würde. Mel würde es dort mit Sicherheit auch gefallen und so kriegst du einen ersten Eindruck über Land und Leute. Das vereinfacht die Planung einer zweiten Reise, alleine und mit der CCM. Aber das muss ich dir als erfahrenem Reiseendurist ja nicht sagen. Ich wünsche euch weiterhin viel Spass auf eurem Trip.

      Grüsse
      Pascal

  10. Linus sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    habe mir heute einmal ganz bewußt und mit viel Zeit und Muße euer komplettes Abenteuer an einem Stück gegönnt. Das ist dann doch etwas anderes, als im Forum mit den zwar lieben und positiven, aber den Gesamteindruck störenden Kommentaren.
    Euch ist eine tolle Reise gelungen, mit dem richtigen Mix aus Abenteuer, Wohlbefinden, Natur und Kultur Es hat einfach riesigen Spaß gemacht, die Geschichte an einem Stück nachzuempfinden! Eure Schreibe ist informativ und zugleich fesselnd, und die Qualität der Fotos erdient zudem ein besonderes Lob.
    Vielen Dank für den schönen vormittag

    • Tiger on trail sagt:

      Hallo Linus

      Vielen Dank für das tolle Feedback und dass du dir die Zeit genommen hast den Bericht anzuschauen. Wir haben unsere erste Reise auf afrikanischem Boden genau wie von dir geschildert als perfekten Mix empfunden. Als Marokko Kenner, welcher das Land schon mehr als einmal bereist hat, kannst du unsere Begeisterung für dieses schöne Stück Erde natürlich bestens nachvollziehen. Und genau wie du werden wir Marokko irgendwann wieder bereisen… so Gott will.

      Liebe Grüsse
      Pascal und Andrea

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