Yuneec Typhoon Q500 4k

Sonntag, 20. März 2016;

Typhoon G in Action
Typhoon G live in Action…

Ich habe mich nach dem Verkauf meines selbstgebauten und von mir gerne geflogenen XuGong v2/Pro Multikopters gefragt was ich als nächstes bauen, respektive ob ich überhaupt noch selbst bauen oder wieder etwas Fertiges in Form eines sogenannten RTF (Ready To Fly) Modells kaufen soll. Es gibt mittlerweile einige Kopter die bereits auf dem Markt sind oder demnächst erscheinen welche sehr interessant sind und eine Menge bieten, sowohl kamera- wie auch featuretechnisch. Da wären im einzelnen der neue Phantom 4 von DJI, welcher nochmal kräftig überarbeitet wurde und jetzt auch über ein rudimentäres Antikollisionssystem sowie weitere neu hinzu gekommene Features verfügt. Dann natürlich der Inspire 1 von DJI welche eher im semiprofessionellen Bereich angesiedelt ist. Speziell in Kombination mit der neu erhältlichen X5 MFT-Kamera sind da sehr ansehnliche Aufnahmen vergleichbar einer Panasonic Lumix GH4 möglich. Dann wäre da noch der längst angekündigte Überflieger von Yuneec, der Typhoon H welcher zumindest in der Theorie mit seinem Hexamotorkonzept, dem hochklappbaren Landegestell und dem damit möglichen 360 Grad Gimbal sowie dem durch Intel entwickelten, optional erhältlichen RealSense Antikollisionssystem einiges verspricht. Auf diesen Kopter legt Yuneec momentan sein ganzes Augenmerk und sicher auch seine Hoffnung da der Abstand zum Konkurrenten DJI aktuell wieder grösser geworden ist. Ich bin ebenfalls sehr gespannt auf den Typhoon H der, falls alles so funktioniert wie von Yuneec angekündigt, sicher neue Massstabe und Impulse setzen wird.

Yuneec Typhoon HYuneec Typhoon H mit 360 Grad Gimbal…

Mein Hauptfokus liegt bei dem Thema Multikopter mittlerweile ganz klar auf dem Bereich Kamera- und Aufnahmequalität sowie bei gezwungenermassen möglichst geringen Packmassen damit der Kopter auf Reisen auch mit dem Motorrad mitgeführt werden kann. Kombiniert man diese beiden Aspekte schränkt dies die Auswahl auf einige wenige Modelle ein. Interessante Modelle wie der Inspire 1 fallen damit (leider) schon mal weg. Features und “Spielereien” wie Follow Me (Kopter folgt mir, respektive einem Objekt) oder Waypoint Flug (Abflug von vordefinierten Koordinaten oder Punkten) sind nett, aber nicht unbedingt nötig. Trotzdem sind sie natürlich “nice to have” und in gewissen Situationen auch nützlich. Ein Modell welches diese Eigenschaften teilweise gut vereint ist der schon seit einiger Zeit erhältliche Q500 von Yuneec. Der Q500, der in verschiedenen Ausbaustufen und Varianten erhältlich ist wird aktuell zu sehr interessanten Konditionen verkauft. Mittlerweile kann man schon fast von einem Ausverkauf reden und den Kopter zum Teil bis zu 50 Prozent unter dem Listenpreis ersteigern.

Yuneec Typhoon GYuneec Typhoon 4k, respektive Modell G für GoPro…

Ich habe mir deshalb ziemlich kurzentschlossen ein Yuneec Q500 Set mit allem Drum und Dran zu einem äusserst attraktiven Preis gekauft. Im Set enthalten sind das aktuellste Modell des Kopters, die Funke ST10+ mit eingebautem Kontroll- und Touchdisplay, das Yuneec eigene CGO3 4K Kameragimbalsystem sowie als zweites System das GoPro Hero 4 kompatible GB203 Gimbal mit dem MK58 DIGITAL Video Downlink Modul. Ausserdem liegen noch der mit beiden Kameras kompatible Handgimbal, zwei Flugakkus sowie als Sahnehäubchen der Typhoon Wizard bei. Mit dem Typhoon Wizard, auch bekannt als “Zauberstab”, kann der Q500 ohne die grosse Fernsteuerung geflogen werden. Gleichzeitig dient der tvfernbedienunggrosse Wizard als Follow Me Punkt. Das heisst der Kopter folgt dem Träger des “Zauberstabs” wie von Geisterhand ohne dass dieser den Kopter steuert.

Yuneec WizardYuneec Wizard…

Der Typhoon Q500 ist ein eher gemächlicher und deshalb für ruhige Kameraflüge sehr gut geeigneter Quadrokopter. Dies nicht zuletzt dank seiner Grösse welche etwas über der eines DJI Phantom liegt. Dank dem grösseren Achsabstand von Motor zu Motor können am Typhoon 13 Zoll Propeller verwendet werden, während beim Phantom beispielsweise 9,5 Zoll Propeller zum Einsatz kommen. Dadurch liegt der Kopter auch bei schwierigeren Verhältnissen stabiler in der Luft und fliegt auch etwas effizienter. Leider ist die Spannweite gleichzeitig auch sein grösster Nachteil, zumindest was den Transport auf einem Motorrad angeht. Ob und wie das Ganze funktioniert werde ich in den nächsten Tagen und Wochen testen. Falls sich das ganze System bewährt wird uns der Kopter im Mai auf unsere Marokko Tour mit den Motorrädern begleiten.

Sonntag, 27. März 2016;

Ich habe gestern meinen ersten Testflug mit dem Typhoon G absolviert. Ich möchte vorgängig erwähnen dass, obwohl ich mich erst seit ca 16 Monaten mit Koptern beschäftige, ich schon einige Erfahrung auf dem Gebiet habe. Ich habe bis jetzt 5 Kopter in unterschiedlichen Grössen und Konfigurationen “gebaut” welche auch einwandfrei funktioniert haben und ebenso geflogen sind. Desweiteren bin ich bis jetzt ca 20 Modelle geflogen, darunter auch die Inspire 1. Ich erwähne das nicht deshalb explizit weil ich mir etwas darauf einbilde sondern weil es ev die eine oder andere Aussage über den Typhoon ein bisschen relativiert oder in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Ich habe mich bewusst für den Q500 entschieden weil ich im Vorfeld viel Gutes über den Kopter gelesen und gesehen habe und seine Eigenschaften zumindest in der Theorie genau in die Richtung gehen welche ich bei einem (Kamera)Kopter suche und schätze. Natürlich hat auch die aktuelle Preislage eine sehr grosse Rolle gespielt, kriegt man doch den Typhoon G fast zu einem Drittel des Preises einer DJI P4. Aber ich bin mir auch darüber im Klaren dass eine P4 wesentlich mehr kann und bietet wenn es über das reine fliegen und filmen hinaus geht. Der erste Eindruck den ich beim auspacken des Q500 erhalten habe ist auf jeden Fall positiv und entspricht dem was ich darüber gelesen habe. Obwohl ich darauf vorbereitet war bin ich etwas über die Grösse des Kopters erschrocken. Einen wesentlich besseren Eindruck als erwartet hat die Funke bei mir hinterlassen. Wer schon mit seinem Kopter im Ausland unterwegs war und sein ganzes FPV Geraffel mitgeschleift hat wird den eingebauten Monitor der ST10(+) zu schätzen wissen. Auch die ganzen angezeigten Informationen und Konfigurationsmöglichten auf dem Display finde ich klasse und sehr hilfreich. Die Funke ist in meinen Augen einer der grossen Pluspunkte des Q500.

Yuneec ST10+ FernsteuerungYuneec ST10+ Fernsteuerung…

Da ich gestern nur kurz Zeit hatte und aktuell auch nur einen Akku besitze ist es bei einem Flug geblieben. Bevor ich losgeflogen bin habe ich den Gimbal sowie die Propeller entfernt und vor Ort eine Kompasskalibrierung vorgenommen. Das ging ganz einfach und hat auch auf Anhieb funktioniert. Danach habe ich die Propeller montiert und von Hand festgezogen wie ich es auch bei anderen Koptern mit selbstsichernden Propellern immer gemacht habe. Den Gimbal habe ich für den Erstflug nicht montiert. Nachdem ich Funke und Kopter eingeschaltet habe und beide ausreichend Satelliten angezeigt haben bin ich im Angle Modus losgeflogen. Der Kopter ist einfach zu starten und problemlos in die Luft zu kriegen. Ich habe erst mal ein paar einfache Flugmanöver durchgeführt um ein Gefühl für den Kopter zu bekommen. Dabei ist mir relativ schnell aufgefallen dass der Kopter im Vergleich zu meinen bisherigen Modellen doch sehr träge und gemächlich reagiert und unterwegs ist. Erst dachte ich ich wäre im langsamen Schildkrötenmodus unterwegs. Ein kurzer Kontrollblick hat mir dann aber bestätigt dass ich im “schnellen” Modus unterwegs war. Ich habe dann zum Vergleich noch in den Schildkrötenmodus geschaltet um den Unterschied zu sehen. Das war mir dann aber doch erheblich zu langsam und ich hab nach einer Minute wieder umgeswitcht in den Hasenmodus.

ST10+ Hase oder SchildkröteHase oder Schildkröte…

Ich sags mal etwas gemein und überspitzt … wer den Kopter im Schildkrötenmodus nicht unter Kontrolle hat oder in dem Modus (nicht aufgrund technischer Probleme) irgendwo rein donnert sollte sich ernsthaft darüber Gedanken machen ob das Kopterfliegen für ihn das richtige Hobby ist. Oder anders rum… der Q500 eignet sich im Schildkrötenmodus ideal um erste Erfahrungen im Fliegen eines Kopters zu sammeln und ist somit in meinen Augen ideal für Anfänger und Einsteiger geeignet. Das soll aber keine Wertung sein und ist in meinen Augen auch nicht grundsätzlich negativ. Ich habe dann gemütlich meinen Akku leer geflogen indem ich auch etwas kompliziertere Manöver geflogen bin was aufgrund des gemächlichen Flugtempos problemlos machbar ist. Gestaunt habe ich über die endlos scheinende Flugzeit… ich habe die Zeit zwar nicht gemessen resp mich nicht geachtet obwohl auf dem Display der Funke ja eine Uhr integriert ist, aber ich war eine gefühlte Ewigkeit in der Luft was natürlich zu den positiven Kriterien gezählt werden darf. Nächste Woche kriege ich meine beiden Zusatzakkus und werde dann sicher mal die Eigenschaften des Q500 als Filmkopter testen. Mein erster Eindruck über den Kopter ist immer noch positiv und entspricht dem was man über den Kopter liest, sieht und hört.

Freitag, 16. September 2016;

LukmanierKopterflug am Lukmanier im September 2016…

Nachdem der Q500 bei mir in den letzten Monaten ein eher kümmerliches Dasein gefristet hat obwohl er sich gut und zuverlässig fliegt wollte ich ihn mal bewusst auf eine Motorrad Tour mitnehmen. Gründe für den seltenen Einsatz des Kopters waren die eher eingeschränkte Transportmöglichkeit auf dem Motorrad aufgrund der Grösse des Kopters und die mangelnden Gelegenheiten. Nach Marokko durfte der Kopter ja leider aufgrund der dort herrschenden Gesetze respektive dem strikten Drohnenverbot nicht mit. So bot sich die durch die Schweiz führende Herbsttour für einen neuen Versuch an den Kopter mal ein paar Tage auf dem Motorrad mitzuführen. Dafür hatte ich mir extra den genial konzipierten und sehr durchdachten Sportrucksack von Yuneec angeschafft. Damit liess sich der Kopter problemlos auch den ganzen Tag lang auf dem Rücken transportieren da der Q500 ohne eingesetzten Akku ein knappes Kilo liegt. Das restliche Zubehör wie Fernsteuerung, Akkus und Propeller fand problemlos in den Motorradkoffern Platz ohne dass wir deshalb auf etwas hätten verzichten müssten. Die Wetter- und speziell die Windverhältnisse waren zum Teil grenzwertig und trotzdem hat der Q500 tadellos seinen Dienst verrichtet.

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4 Kommentare zu Yuneec Typhoon Q500 4k

  1. Wolf sagt:

    Hi Pascal!
    Ich hab grad den Mund vor Staunen offen, nachdem ich gelesen habe was Tigerdröhni II so alles drauf hat. Echt jammerschade, dass das Teil nicht nach Marokko mit darf, da hättest du wohl die ohnehin schon sensationellen Aufnahmen unserer Mongolei-Reise noch einmal getoppt! Trotzdem herzliche Gratulation zum neuen Kopter und viel Spaß damit – ich bin auch gerade dabei, mich ein wenig mit der Materie zu beschäftigen (ganz sicher nicht so intensiv wie du, schließlich warten auch eine Menge Mopeds drauf, von mir getestet zu werden), aber möglicherweise wird es schon bald auch meinerseits News zum Thema (allerdings RTF) geben…
    Gruß aus Wien, auch an Andrea!
    So long,
    da Wolf

    • Tiger on trail sagt:

      Hi Wolf

      Danke dir. Für den aktuellen Preis kriegt man wirklich viel Kopter und Technik bei Yuneec, auch wenn die neusten Modelle natürlich noch mehr können. Aber wie gesagt, die kosten ein schöne Stange mehr. Die Sache mit dem Flugverbot in Marokko ist schade und hat mir auch einen ziemlichen Dämpfer versetzt, aber das ist ja nicht der Hauptgrund warum man so eine Reise macht. Eventuell darf der Typhoon nächstes Jahr mit in die Mongolei, dafür wär er wie geschaffen. Aber bis dahin kann und wird noch einiges passieren im Kopterbereich. 😉

      Bin gespannt auf deinen Einstieg und deine ersten Erfahrungen mit dem Thema.

      Grüsse aus der Schweiz
      Pascal

  2. ..nicht schlecht Herr Specht. 🙂

    Da bin ich nun sehr gespannt Pascal was Du nach Marokko alles Berichten und vorallem zeigen wirst!

    Ist ja garnicht mehr solange bis es für Euch losgeht.

    Viele liebe Grüße an Dich und Andrea
    Michael /mimoto

    • Tiger on trail sagt:

      Danke Micha.

      So wie es aussieht darf der Kopter leider nicht mit nach Marokko. Der Typhoon kann softwaretechnisch nicht soviel wie dein P3, aber er kostet ja auch einiges weniger. Der Wizard ist natürlich ne coole Sache und was Besonderes in dem Bereich. Damit lässt sich in Kombination mit dem Motorrad unter den richtigen Bedingungen sicher was Tolles machen.

      Grüsse
      Pascal

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