Mongolei 2017

Sonntag, 07. Mai 2017;

Vorwort
Nachdem die Mongoleitour 2015 nicht ganz so verlief wie geplant, aber bei mir rückwirkend trotzdem nur positive Eindrücke hinterlassen hat war für mich klar dass ich da wieder hin will. Wer die ganze, überaus spannende Geschichte zur Knochenbrechertour von 2015 lesen sollte sich unbedingt den Reisebericht auf Wolf’s Seite reinziehen. Das weite, freie Land und die netten Leute sowie die Geschichte und Kultur des Landes haben mich zutiefst beeindruckt. Mittlerweile ist auch Andrea offroadtechnisch soweit dass wir uns eine solche Reise problemlos zutrauen, wenn auch in etwas gemässigterem Tempo als 2015. Der Weg ist das Ziel und das Ziel ist der Weg…

[embedyt] https://www.youtube.com/watch?v=KyXIBrmPH4w[/embedyt]

Am 2. Juni, just an Andreas Geburtstag, geht es von Zürich (Schweiz) über Istanbul (Türkei) weiter nach Bischkek (Kirgisistan) und von dort aus nach Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei. Dort werden wir von unserem Guide und lieb gewonnenen mongolischen Freund Jagaa von Probike Mongolia in Empfang genommen und ins Oasis gebracht wo wir die ersten beiden Nächte verbringen werden. Mit Probike Mongolia haben wir uns den selben zuverlässigen Partner für unseren 21tägigen Aufenthalt in der Mongolei ausgesucht welcher uns schon 2015 einwandfrei um- und versorgt hat. Wir freuen uns extrem auf diese alles andere als gewöhnliche Reise und werden mit Sicherheit mit einem Rucksack gefüllt mit schönen Erlebnissen heimkehren.

Die Reise
(Text Andrea „Tigergirl“, Fotos Pascal „Tigertrail“ und Jagaa „Schönchen“)

05.06.2017; Tag 1 – Start in Ulaanbaatar

Heute geht unsere Rundreise durch die Mongolei los. Nachdem wir am Tag zuvor alles vorbereitet und gecheckt haben sollten auch die Betas startklar sein. Die eine zickt noch rum, natürlich die Meine. Kein Problem für unsere beiden Begleiter, den Fahrer und Mechaniker Dugerdorj sowie unseren Guide, Koch und Freund Jagaa von Probike Mongolia. Nach ein paar Minuten ist die Beta wieder fit und wir können los. Wir nehmen vom Oasis aus eine Ausfallstrasse und fahren um die Stadt herum um mir den gröbsten Verkehrsschock zu ersparen. Das Bike hat keine Blinker und keinen Seitenspiegel und Werner hat mir den Rat gegeben nur ja nie nach hinten oder auf die Seite zu schauen, denn das sei ein Zeichen von Schwäche und hier werde um jeden Zentimeter Stasse gekämpft. Also versuche ich stur und gradlinig beim Fourgon (Begleitfahrzeug) zu bleiben und unbeirrt meinen Platz zu verteidigen. Pascal gibt mir Rückendeckung. Unterwegs stellt mein Bike zweimal unvermittelt ab. Bald schon geht es offroad und ich bin wieder um alle bisherigen Erfahrungen froh. Scheinbar mühelos scheine ich mein erworbenes Offroadwissen abrufen zu können und bin ganz locker. Zuerst vorsichtig, wenig später schon etwas mutiger und wir kommen gut voran. Stündlich gibt’s Pausen und in einem kleinen Dorf essen wir zu Mittag. Leckere mit Fleisch gefüllte Teigtaschen… Buuz ein landestypisches Gericht. Kurz darauf zickt mein Bike wieder rum. Ohne mit der Wimper zu zucken zupft unser Mechaniker die Benzinleitung ab, saugt an, spuckt aus und dockt mit zufriedenem Grinsen wieder an. Diagnose: Leitung verstopft. Tatsächlich ist danach Ruhe.

[envira-gallery id=“4836″]

Schon am frühen Nachmittag erreichen wir unseren ersten Lagerplatz, eine versteckte Senke am Rande eines Birkenwäldchens. Flugs stellen wir unsere Zelte auf und geniessen eine Zwischenmahlzeit. Später erklimmen wir noch die umliegenden Hügel um die Aussicht zu bestaunen und den Kopter in die Luft zu schicken. Fantastische Weitsicht über den Hügelketten in allen möglichen Grüntönen. Dazwischen überall Schafherden, Kühe und Pferde und natürlich der berühmte blaue Himmel. Dieser zeigt sich jedoch plötzlich nicht mehr ganz so freundlich… dunkle Wolken ziehen auf und ein frischer Wind weht uns um die Nasen. Die Temperatur fällt merklich, wir frösteln arg und blasen zum Rückzug. Unten angekommen ziehen wir rasch alle verfügbaren Kleider an, aber uns will nicht mehr warm werden. Jagaa kocht uns literweise Grüntee und das Abendessen welches wir alle vier im Fourgon einnehmen, man hälts draussen nicht mehr aus. Bald schon sind wir müde und verkriechen uns jeder für sich in sein Zelt. Was für eine Sch… Kälte. Pascal schnarcht schon bald drauf los während ich mit stark klopfendem Herzen hellwach liege… der Grüntee lässt grüssen. Ich friere und ziehe alle verbliebenen Kleider an. Meine Füsse wollen sich trotzdem nicht erwärmen. Schliesslich ziehe ich noch das Kissen in den Schlafsack und mache alle Luken dicht. So gegen drei Uhr morgens erwärmt sich mein Oberkörper und ich stopfe die Jacke in Richtung meiner Füsse welche aber trotzdem eiskalt bleiben. Zwei oder drei Stunden später falle ich trotzdem in einen unruhigen Schlaf.

[envira-gallery id=“4863″]

06.06.2017; Tag 2 – Raus in den Regen

Früh am Morgen wecken mich Stimmen, die Herren beklagen sich ebenfalls über die saukalte Nacht. Keiner hat wohl so richtig geschlafen, auf dem Gras und auf den Motorrädern glitzert hübsch im Morgenlicht der Raureif. Ich weigere mich meinen Schlafsack zu verlassen bevor einer der Herren Feuer gemacht hat. Jaggaa erbarmt sich trotz inoffiziellem Feuerverbot wegen Trockenheit und gräbt eine sichere Grube für ein wärmendes Feuer. Pascal stakst mit kalten Gliedern durchs Lager und versucht sich in Jagaas Mongolenmantel zu wärmen. Jagaa zaubert uns heissen Kaffe und ein super Frühstück mit Allem was das Herz begehrt. Da Feuer und Essen in Sichtweite sind wage auch ich mich ins Freie. Nach dem Frühstück und Abwasch zeigt sich ein strahlender Himmel und warm eingepackt setzen wir unsere Reise fort. Das heutige Ziel ist ein Camp welches Ausgangspunkt sein soll für den morgigen Besuch des Klosters Amarbayarsgalant welches wiederum in der Nähe der Stadt Erdnet in den Bergen in 2000 Metern über Meer liegt. Das Kloster ist aus dem 17 Jahrhundert und wurde, weil es so versteckt liegt, nicht ganz zerstört wie viele andere Kloster. Heute gibt es etwas anspruchsvollere Pisten zu befahren, öfters mit Sand oder Staub belegt, was das Ganze immer wieder etwas rutschig macht. Dann und wann folgen auch wieder wahre Berg und Talfahrten welche unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen, aber auf der anderen Seite sehr abwechslungsreich sind. Jagaa fragt bei Einheimischen immer wieder mal nach dem Weg, da er diese Route neu ins Programm aufgenommen hat. Dies vor allem deshalb weil ich mir gewünscht habe möglichst zu Beginn der Tour dort die Geister für eine gute Reise zu beschwören.

[envira-gallery id=“4870″]

Mittagessen gibts mitten auf der Wiese… leckerer Thunfisch-Erbsen-Maissalat und heisse Nudelsuppe. Grüntee habe ich dieses Mal aus gutem Grund verweigert ;-). Am Nachmittag gehts munter weiter über wahre Ruckel- und Buckelpisten und auch das Ausweichen auf die Wiese hilft nicht um die Schläge auf den Allerwertesten etwas zu mindern. Am späteren Nachmittag sehen wir von Weitem ein Gewitter näher kommen und bald darauf prasseln die ersten fetten Regentropfen auf unsere Helme. Jagaa lässt unseren Fahrer anhalten und uns einsteigen. Auf die Sekunde genau geht es richtig los und ein Unwetter mit Blitz, Donner und starkem Regen entlädt sich über der weiten Fläche. Nach einer halbe Stunde werden die Tropfen weniger und der Regen hört irgendwann ganz auf. Die zuvor staubige Piste wird nun seifig und wir suchen des öfteren den Weg in die Wiese während der Fourgon um die Kurven driftet. Stetig steigt der Weg an und wird zwischendurch auch mal trockener. Nach einer sehr steilen Auffahrt und einer Rutschpartie auf der andere Seite hinunter haben wir das Gercamp nach ca 170 Kilometern erreicht. Stolz wie Anton dass wir auch heute alle heil ankommen klatschen wir ab. Jagaa scheucht das Camppersonal umher damit sie Holz holen für ein kuschliges Feuer in den Jurten und für heisses Wasser in der Dusche. Dieses Vergnügen bleibt mir allerdings verwehrt, weil ich nicht lange genug Geduld habe um zähneklappernd auch die andere Seite des Wasserhahns auszuprobieren. Auch egal, der äusserst spärliche Wasserstrahl der verkalkten Brause hätte mich eh nicht getroffen. Trotzdem sauber und mit einem herrlichen Gefühl ob des erfolgreich bewältigten Tages gehts später mit feinen Buuz (Teigtaschen) im Bauch in die schöne, warme Heia.

[envira-gallery id=“4877″]

07.06.2017; Tag 3 – Schlechtes Karma… oder R.I.P. Tigerdrohne

Heute starten wir in Richtung Kloster Amarbayasgalant welches unser erstes Ziel auf der heutigen Etappe ist. Es ist nur eine kurze Wegstrecke von etwa acht Kilometern bis dahin, das Kloster liegt ziemlich abgelegen irgendwo im Nirgendwo. Wir besichtigen die wunderschön bemalten und reichverzierten Bauten, drehen eifrig an den Gebetsmühlen und dürfen sogar dem Gebet der Mönche zusehen und ihrem Gesang lauschen. Die Jüngsten sind wohl erst 9 oder 10 Jahre alt. Einige sind eifrig bei der Sache, andere kämpfen mit dem Schlaf was uns ein wenig schmunzeln lässt da es lustig aussieht wie ihr Kopf mit der Schwerkraft zu kämpfen hat. Nach der Besichtigung des Klosters beschliessen wir uns noch kurz zu stärken und Pascal lässt den Kopter steigen. Während Jagaa unsere Bikes mit Milch bespritzt um uns damit für eine gute Reise zu segnen springt Pascal plötzlich ganz aufgeregt auf und rennt Richtung Berge. Wir verstehen gar nicht was los ist, aber offenbar hat die Drohne das Signal verloren und er kann sie weder orten noch am Himmel sehen. Duger, unser Fahrer, meint sie noch zwischen zwei Hügeln gesehen zu haben. Ich renne Pascal hinterher um ihm diese Info zu überbringen. Eigentlich wollte er gerade zu der auf dem Hügel sitzenden grossen Buddhafigur gehen wo er sie zuletzt gesehen hat, geht dann aber in die von Duger beschriebene Richtung. Ich renne in meinen Motorradstiefeln und in Halbmontur den Berg hinauf bis ganz nach oben und quere dann über den Grat entlang drei weitere Hügel. Jaaga sucht derweil in die andere Richtung. Pascal kehrt zu Fuss zurück und zusammen mit Duger besteigen sie die beiden Betas und fahren mit den Motorrädern den Berg hoch.

[envira-gallery id=“4893″]

Nach drei Stunden Suche in brütender Hitze geben wir auf. Nach einer Besprechung des ganzen Geschehens versuchen es Pascal und Duger nochmals per Bike, während Jagga und ich das Mittagessen zubereiten. Pascal kehrt bald zurück, aber Duger will nicht aufgeben. Nach etwa dreissig Minuten kehrt Duger mit von weitem ertönenden, triumphierenden Hupen zurück. Hat der wilde Kerl, der ohne jegliche Schutzkleidung fährt, die Drohne tatsächlich hinter dem Buddha gefunden. Drei Stunden haben wir vergeblich gesucht, Pascal hätte sie ohne die falschen Hinweise vermutlich schon nach zehn Minuten gefunden. Schlimmer noch, die Drohne ist arg zerstört, sprich absolut fluguntauglich. Duger versucht sofort die zerbrochenen Karbon Arme des Kopters zu schienen und den Akku mit Panzerklebeband zu tapen. Er schafft es sogar ihr ein leises Fiepen zu entlocken, aber an Fliegen und Filmen ist nicht zu denken. Pascal versucht es sportlich zu nehmen, aber die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Nach dem Mittagessen ziehen wir weiter Richtung Erdenet wo wir uns auf dem Markt noch warme Decken aus Kamelhaar und sonstige Kleinigkeiten besorgen wollen. Die Strecke ist recht abwechslungsreich und wir werden beide etwas lockerer. In der Stadt Erdenet angekommen machen wir unsere Besorgungen. Um 19 Uhr sind wir fertig und müssten uns nun eigentlich einen Zeltplatz suchen. Pascal hat aber darauf keine Lust mehr, denn in der Tat, bis wir angekommen wären und das Lager aufgebaut und gekocht hätten würde es ziemlich spät werden. So checken wir flugs im nächsten Hotel ein, welches sich ein paar Meter neben unserem Parkplatz befindet und geniessen eine warme Dusche sowie den Komfort eines grossen, modernen Hotelzimmers. Später gehen wir noch zum Essen in die Stadt mittels Taxi. Hier ist theoretisch jedes Auto ein Taxi, man hält einfach den Daumen raus und jemand hält an. Man lässt sich an den gewünschten Ort fahren und verhandelt den Preis. Nach einem lustigen Abend und einem guten Essen kehren wir müde ins Hotel zurück. In dieser Nacht schlafen wir wie die Bären… tief und fest. R.I.P. Tigerdrohne.

[envira-gallery id=“4900″]

08.06.2017; Tag 4 – Tanz auf dem Vulkan

Gut erholt dank Übernachtung im Hotel räumen wir unsere Auslegeordnung zusammen. Das Frühstück wird uns aufs Zimmer serviert… bestehend aus einer Scheibe Vollkorntoast, einem Nooriblatt (Algenblatt für Sushi), darauf einer Scheibe Wurst und zuoberst ein Spiegelei. Sieht lustig aus und schmeckt nicht mal schlecht, reicht aber leider für verfressene Tiger nirgendwo hin. Dazu gibts Tee. Mag ich auch, aber ohne Kaffe werden wir nach der ruhigen Nacht einfach nicht wach. Also organisiert Jagaa flugs heisses Wasser und Nescafe. Dann sind wir endlich startklar. Unser heutiges Ziel ist ein Ger-Camp in der Nähe des Uran Togoo Vulkans. Der Weg führt durch eine voralpine Landschaft und über Wiesen voller blühender Blumen. Steil windet sich die Piste durch den Wald und bald sieht es aus wie bei uns im Jura. Jagaa, der diese Strecke zum ersten Mal ausprobieren will, muss immer wieder mal nach dem Weg fragen. Überhaupt ist es gar nicht einfach hier offroad einen Weg zu finden, da nirgends ein Weg angeschrieben ist oder eine Richtung angezeigt wird. Lediglich Karte, GPS und Nomaden fragen hilft zur Orientierung. Unser Weg endet vor einer kleinen, zwei Meter langen „Brücke“ aus über den Bach gelegten Baumstämmen. Dahinter ist ein kleines Moor zu sehen, aber keine Piste zu erkennen. Wir beraten wie es weiter gehen soll, denn unser Fahrer ist skeptisch ob die Stämme das Gewicht des Fourgons aushalten. Auch Jagga ist sich nicht sicher ob wir durch dieses Moor gelangen können oder lieber umkehren sollten. Pascal traut sich schliesslich kurz entschlossen mit dem Bike über das wacklige und löchrige Brücklein und durch das Moor um die andere Seite zu erkunden. Wenig später kehrt er zurück und berichtet dass hinter dem Moor die Piste weiter geht und das Moor gut zu bewältigen ist. Da nun eh Zeit fürs Mittagessen ist beschliessen wir zu kochen, während Duger eine ausgedehntere Erkundung machen will um zu sehen wohin der Weg führt. Bis wir gekocht haben bleibt er weg und kehrt schliesslich mit guten Nachrichten zurück. Er sei circa 10 Kilometer gefahren bis er Nomaden getroffen habe, welche bestätigten dass dies der richtige Weg sei. Zudem habe er geprüft ob der Weg auch für den Fourgon machbar sei.

[envira-gallery id=“4911″]

Alles ok, nach dem Mittagessen wird einstimmig beschlossen dass wir diesen Weg weiter verfolgen. Gesagt getan, der Fourgon wird unbeladen und vorsichtig über das Brücklein gefahren und drüben wieder beladen. Das Moor ist mit etwas Schwung respektive genügend Gas leicht zu bewältigen und der restliche Weg zeigt sich zuerst sehr schmal, holperig und ist für alle nur langsam zu bewältigen. Dann plötzlich öffnet sich das Tal weit und wir kommen flott voran. Im Ger-Camp angekommen ist es brütend heiss und so beschliessen wir die geplante Wanderung auf den Vulkan auf den Abend zu verschieben. Also wird erst mal geduscht, Wäsche gewaschen und rund um die Jurte zum Trocknen gehängt. Alle Geräte, Akkus und Kameras werden aufgeladen und geputzt. Nach einem leckeren Abendessen im Ger-Restaurant machen wir uns auf zum Vulkan. Um nicht mit Motorradstiefeln und in Enduro Montur den Vulkan erklimmen zu müssen fahren wir alle mit dem Fourgon . Zum Glück darf ich die restliche Reise auf dem Motorrad sitzen ;-). Gut durchgeschüttelt kommen wir schliesslich am Vulkan an. Duger, unser Fahrer, weigert sich mit uns aufzusteigen und bald haben wir Verständnis dafür. Ein extrem steiles, schmales Weglein führt nach oben und zuoberst angekommen sind wir total fertig und ausser Atem. Der grandiose Ausblick jedoch entschädigt uns bei Weitem. Im wunderschönen Licht der untergehenden Sonne umrunden wir den Krater. In der Mitte des um den Krater führenden Weges angekommen wird das erste Golden Gobi geöffnet, angestossen und genussvoll getrunken. Nie hat ein Bier besser geschmeckt. Der Abstieg gestaltet sich noch mühsamer als der Aufstieg und ist aufgrund des losen Lavagesteins eine richtige Rutschpartie. Auf dem Heimweg können wir noch einen Grabhügel aus der Hunnenzeit besichtigen welcher leider geöffnet und geplündert wurde. Wie das Klima hier so spielt ist nach Sonnenuntergang sofort saukalt. So kehren wir rasch ins Camp zurück. Pascal hat in der Jurte den Holzofen eingefeuert und bald ist es im Schlafsack kuschlig warm. So kommt der Schlaf rasch und bereits nach ein paar Minuten fallen mir die Augen zu.

[envira-gallery id=“4918″]

09.06.2017; Tag 5 – Aufdringliche Ziegen

Nach einer langen und erholsamen Nacht in der warmen Jurte gibt es ein reichhaltiges 5 Sterne Frühstück, bestehend aus einer grossen Schale Nudelsuppe, Omletts, Würstchen, Marmeladebroten, Keksen, Saft, Tee und Kaffe. Wir haben es aufgrund von uns etwas fehlenden Kohlenhydraten ein bisschen abgeändert und unsere tägliche Portion Müsli eingebaut welches wir ein paar Tage zuvor extra in einem Supermarkt in Ulaanbaatar gekauft haben. Die heutige Tour führt uns westlich über Erdenmandal in Richtung „Weisser See“, den Tsagaan Nuur. Anfänglich sind die Pisten schmal, holperig und sehr ermüdend zu fahren. Die vielen groben Steine in der Piste lassen kein flüssiges Fahren zu und neben der Piste zu fahren geht auch nicht viel besser denn auch dort liegen grobe Steine. Zudem gibt es immer wieder plötzlich auftauchende grosse Löcher wo die Erde eingesunken ist, unter anderem weil die verschiedenen Nagetiere die Erde stark unterhöhlen. Landschaftlich bleibt es aber dennoch wunderschön, auch wenn der Blick fest auf dem Weg ruhen muss. Immer wieder treffen wir auf wilde Pferde, Schafe, Ziegen, Kühe und können Gänse, Milane, Bussarde, Kraniche und eine Gruppe Geier beobachten. Langsam habe auch ich den Dreh raus und getraue mich mit flottem Tempo über holpriges Wellblech und sandige Strecken zu fahren und so kommen wir heute zügig voran. Wir finden mitten auf einer grossen Fläche unter Weiden einen schönen Zeltplatz der von kleineren Tümpelchen umgeben ist und so fast wie eine Insel inmitten der riesigen Weite wirkt. Duger, unser Fahrer, kocht uns ausnahmsweise lecker Abendessen in grossen Portionen welche wir hungrig und fast gierig verschlingen.

[envira-gallery id=“4928″]

Beim Abendessen zieht, wie schon beim letzten Zeltplatz, ein starker und unangenehm kalter Wind auf und aus der Ferne kommt uns eine weisse Wand entgegen. Jagga befürchtet einen Sandsturm mit anschliessendem Regen. Letzteren haben wir im Verlauf des Tages immer wieder erfolgreich abgehängt. Also wird zügig aufgegessen und alles Material und Gepäck wieder in den Fourgon geladen. Auch wir ziehen uns in den Fourgon zurück. Kaum ist der Stum relativ schadlos an uns vorbei gezogen kommt das nächste „Unheil“ auf uns zu. Eine riesige Schaf und Ziegenherde hat uns und unser nett gelegenes Lager entdeckt und rückt uns neugierig auf den Pelz. Jagaas Versuch sie mit schweizerdeutschem „Hauet ab“ zu verjagen ist zu lustig und wir lachen Tränen im Fourgon während er den Ziegen und Schafen mit einem dürren Stöcklein laut rufend hinterher jagt. Seine Aktion bringt jedoch gar nichts, sie rücken kaum verjagt schon wieder nach… wie Geier welche darauf warten dass das Essen serviert wird. Schliesslich startet Pascal einen Versuch per Motorrad was etwas mehr Eindruck macht, jedoch auch nur für ein paar Minuten. Nach ein paar weiteren Versuchen gibt die Herde schliesslich auf und wir auch. Müde ziehen wir uns in die Zelte zurück. Dank der neu erworbenen Kamelhaardecken wird uns schnell warm. Zum Schlafen ist es noch etwas früh, so lese ich noch etwas. Pascal lädt die Geräte auf und speichert die Kameradaten auf die Festplatte. Ein paar Elstern machen draussen in den Bäumen ein riesen Spektakel. Als die Nacht hereinbricht fängt es an zu regnen, was sich im kuschlig-warmen Schlafsack sehr gemütlich anhört.

[envira-gallery id=“4935″]

10.06.2017; Tag 6 – Eine lange und anstrengende Etappe

Wie am Vorabend ausgemacht rüstet Jagaa schon um halb sieben das Frühstück da heute eine lange Etappe von 200 Kilometern bevorsteht, davon circa 145 offroad. Der Morgen präsentiert sich zwar trocken, aber windig und ekelhaft kalt und es kostet einmal mehr viel Überwindung aus dem warmen Schlafsack zu kriechen. Alle stehen irgendwie fröstelnd herum und packen irgendwelche Sachen zusammen… Beschäftigungstherapie. Mit klammen Fingern Zelte abzubauen und Heringe aus der Erde zu ziehen ist äusserst mühsam. Schliesslich verklemmt sich auch noch der Reissverschluss meiner Motorradjacke und ich muss unseren Supermechaniker und Fahrer um Hilfe bitten. Das Wort „Problem“ versteht er schon ganz gut. Mit dem Korkenzieher schafft er es die Blockade zu lösen. Zwar bricht dabei das Teil zum Ziehen weg, aber egal… Hauptsache die Jacke lässt sich wieder öffnen und schliessen. Jagga packt mich zusätzlich in seinen langen Mongolenmantel und so lässt es sich mit einer Tasse heissem Kaffee in der Hand halbwegs aushalten. Schliesslich soll es losgehen und ich tausche den Mantel nur sehr ungerne gegen die Motorradklamotten. Pascal hat so kalte Finger dass er es deshalb und aufgrund des starken Windes kaum schafft seine Linsen einzulegen. Schliesslich sind wir startklar. Steif gefroren fällt lockeres Endurofahren schwer, ich spüre kaum meine Finger. Beim ersten Stop bei den nächsten Hirschsteinen (Grabdenkmäler aus der Hunnenzeit) mache ich den Hampelmann und renne herum um mich zu wärmen. Danach geht es etwas besser und ab und zu zeigt sich sogar ganz kurz die Sonne. Aber es bleibt sehr windig und kalt. Gegen Mittag treffen wir etwas früher als geplant um die restliche Strecke schneller zu bewältigen auf Asphalt, der Kälte wegen und auch weil es erneut nach Regen aussieht. Bei der ersten „Raststätte“ machen wir halt um das Mittagessen einzunehmen und um uns aufzuwärmen. Es wird eine Suppe aus Kartoffeln, Karotten und Lammfleisch serviert und dazu Brot gereicht. Zu Trinken gibt es Milchtee oder Kaffee. Das Lammfleisch schwimmt als fettige Stückchen und als Rippenstücke in der Suppe. Die grossen Stücke schmuggle ich elegant unserem Fahrer zu. Die kleinen, mageren Stücke ohne Fettbehang esse ich. Es schmeckt sehr würzig und die Suppe wärmt toll. Die Wirtin lässt uns noch vom selbst gemachten Hausgebäck kosten, ebenfalls lecker. Hinter der Theke liegt dick eingepackt und nach mongolischer Art eingewickelt ein kleines mongolisches Kind auf einer dünnen Matratze und schläft den Schlaf des Gerechten. Ein Anblick der unsere Herzen erwärmt.

[envira-gallery id=“4948″]

So gestärkt wagen wir uns wieder in die Kälte. Bei Tempo 80 auf der asphaltierten Strasse wird es aber sofort unglaublich kalt und der Wind zieht durch einen hindurch so dass man das Gefühl hat man würde überhaupt keine Kleidung tragen. Die nun fallenden Regentropfen picken wie Nadeln im Gesicht und schaffen es immer wieder die wenigen offenen Stellen zwischen Brille und Helm zu treffen, so dass es einem wahrlich die Tränen in die Augen treibt. Nach circa einer Stunde verlangt Pascal einen Halt um die Kleidung anzupassen. Wir legen die Protektorenwesten ab und ziehen statt dessen unsere Mammut- sowie die Regenjacken unter die Motorradjacke. Für einen kurzen Moment wird es tatsächlich angenehmer, aber dann frieren wir weiter. Dieser Wind ist einfach zu arg. Schliesslich gibt es noch einen Tankstop in einem kleinen Dorf mit heissem Kaffe und Herumgerenne in der Hoffnung auf etwas Wärme. Pascal wird nun zusätzlich von Durchfall geplagt. Mit diesen Voraussetzungen machen wir uns auf die letzen 15 Kilometer Offroadstrecke. Diese hat sich gewaschen, im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Mörderpiste mit tausend Löchern, sandig, ausgewaschen wie eine Achterbahn. Wir werden wie blöde herumgeschüttelt. Kein Vergnügen in guter Verfassung und schon gar nicht mit wundem Gedärm, Pascal muss noch weitere Boxenstops einlegen. Zum Schluss wartet noch ein sandiger , tief ausgewaschener, schmaler Weg den Hang hinauf mit heftiger Steigung. Der Fourgon hat arg zu kämpfen, wir warten ein paar Minuten und fahren dann todesmutig hinterher. Oben angekommen präsentiert sich aber eine fantastische Sicht auf den „Weissen See“. Einst ein Fluss wurde er durch die Lava bei einem Vulkanausbruch gestaut und so zum See. Am Ufer entlang liegen malerisch gelegene Jurtencamps, sogar bei dem üblen Wetter ein traumhafter Anblick. Unser Camp erweist sich als gehobener Standard. Sofort wird Feuer in der Jurte entfacht und heisses Teewasser gebracht. Pascal haut sich erschöpft in den Schlafsack und schläft sofort tief und fest. Ich geniesse die tolle Duschanlage und lasse mir die kalten Knochen unter dem heissen Wasser wärmen. Kaum zurück in der Jurte prasselt der Regen aufs Dach. Wir rühren uns noch kurz für das Abendessen und fallen dann müde und früh in die Betten.

[envira-gallery id=“4955″]

11.06.2017; Tag 7 – Ruhetag

Heute ist ein motorradfreier Tag zum relaxen und Kräfte sammeln angesagt. Am Morgen dürfen wir lange ausschlafen, spät frühstücken und etwas rumhängen. Am Nachmittag ist der Besuch des Khorgo Vulkanes geplant, wir wollen mit dem Fourgon hinfahren und den Vulkan zu Fuss erkunden. Pascal wünscht sich heute nochmal im Camp zu übernachten weil sein Magen immer noch rebelliert. Auch nach dem Frühstück legt er sich gleich wieder ins Bett weil er sich schlapp fühlt. Ich erkunde die Umgebung und steige auf alle Hügel rund ums Camp um die fantastische Aussicht auf den Weissen See zu geniessen. Auch das Wetter bessert sich zusehends. Jagaa kocht uns ein tolles Mittagessen. Pascal beschliesst auch den Nachmittag ruhend zu verbringen da er sich zwar besser fühlt aber der Magen immer noch keine Ruhe gibt. So ziehe ich alleine mit Jagaa, unserem Guide und Duger, unserem Fahrer los. Duger fährt uns in die Nähe des Vulkans den wir zu Fuss besteigen. Der Khorgo Vulkan sieht ganz anders aus als der Uran Togoo, auch liegt viel mehr erstarrte Lava in der Umgebung herum. Der Krater ist von vielen scharfen Lavasteinen in rot, grau und schwarz umgeben. Den Krater zu umrunden gleicht mehr einer Kletterpartie als einem Spaziergang. Der Blick in die Umgebung bis hin zum See ist wunderschön. Nach dem Abstieg wandern Jagaa und ich bis zur Passhöhe zurück wo Duger auf uns wartet. Ich habe aber von dem wundervollen Ausblick auf den See noch nicht genug und will auch den Rest des Weges zum Camp zurück laufen. Es wird eine wunderschöne Wanderung dem Ufer entlang, inmitten einer tollen Umgebung und dem blauen Himmel über mir. Im Camp angekommen scheint auch Pascal langsam wieder zum Leben erwacht. Die Sonne scheint, alles gut. Jagaa bekocht uns wieder fürstlich und wir besprechen den nächsten Tag, ehe wir zufrieden in die Betten fallen.

[envira-gallery id=“4965″]

12.06.2017; Tag 8 – Über Tsetserleg zu den heissen Quellen

Schon beim Aufwachen strahlt die Sonne zum Dachfenster der Jurte herein, der Himmel präsentiert sich blau und wolkenlos. Pascal fühlt sich ausgeruht und wieder fit. Die heutige Route führt uns zunächst die 15 Kilometer Offroad von vorgestern zurück auf die Asphaltstrasse. Dieser Strasse folgen wir circa 150 Kilometer. Beim Fahren auf Asphalt kann man etwas besser in die Umgebung schauen, muss jedoch immer mit einem Auge auf der Strasse bleiben. Der Umstand dass in grossen Teilen der Mongolei fast dreiviertel des Jahres Frost herrscht oder zumindest herrschen kann fordert seinen Tribut. Immer wieder tauchen unvermittelt grosse Löcher, Senken oder Buckel auf. Die Tiere laufen einem just wenn man auf ihrer Höhe ist über den Weg respektive überqueren immer im ungünstigsten Moment die Strasse. Die Betas haben anstelle von bequemen Gelsätteln eher harte Pritschen, auf denen der Allerwerteste schnell mal gefühlstaub wird und schon nach einer Stunde weiss man fast nicht mehr wie sitzen. Zum Glück muss ab und zu getankt oder gepinkelt werden, so dass auch wieder mal Gefühl in die hintere Region kommt. 35 Kilometer vor der Provinzhauptstadt Tsetserleg nehmen wir das Mittagessen ein. Es gibt feine Gemüsesuppe mit Fleisch und den obligaten kleinen Teigtaschen drin. Sehr lecker! Dazu wieder einmal die heiss ersehnten 3G (Handyempfang), so dass alle wie die Bekloppten in die Tasten hauen und posten was das Zeug hält. Kurz vor der Stadt gilt es nochmals einen geschotterten Pass zu überwinden und dann ist Tsetserleg erreicht. Jagaa und ich gehen zum Wocheneinkauf in den Supermarkt während Duger die Fahrzeuge hütet. Derweil muss sich Pascal gegen einen frechen kleinen mongolischen Rotzlöffel wehren der anfänglich sehr nett erscheint, dann aber immer aufdringlicher wird und um jeden Preis Geld erbetteln will. Das führt soweit dass der Junge fast handgreiflich wird worauf ihn Duger, unser Fahrer, in die Schranken weist. Wir geniessen noch ein kühles Eis bevor wir die restlichen 35 Kilometer Offroad Piste unter die Räder nehmen.

[envira-gallery id=“4983″]

Am Himmel braut sich mal wieder ein Gewitter zusammen… genau in die Richtung in die wir fahren müssen. Der Wind scheint das Unwetter jedoch von uns wegzutreiben. Plötzlich dreht der Wind und es fängt an zu tropfen. Wir halten schnell an um die dicken Jacken anzuziehen. Sehr nass werden wir zum Glück nicht, wir scheinen gerade noch so am Rand der Gewitterzelle wegtauchen zu können. Kurz darauf ist das Camp erreicht. Um die heisse Quelle herum gibt es dicht gedrängt fünf Camps auf einem Platz. Aus dem ersehnten Schwefelbad wird jedoch nichts, nur gerade ein kleines Becken ist mit dem heissen Wasser gefüllt und darauf schwimmen tausend tote Fliegen. Die anderen Becken sind leer und es gibt zudem ein Problem mit der Kaltwasserleitung, so dass auch nur brühend heiss geduscht werden kann. Darum verschieben wir das Duschen lieber auf später. Nach einem leckeren Abendessen im Camp eigenen Restaurant gehen Jagaa und ich noch die heisse Quelle besichtigen welche sich nicht weit vom Camp entfernt befindet. Derweil bereitet Pascal unser Equipment für den nächsten Tag vor. Filme und Fotos müssen kopiert und diverse Akkus geladen werden. Der Weg führt durch ein Lärchenwäldchen und wieder gibt es wunderschöne Blumen zu bestaunen. Die Quelle selber ist nicht wirklich spektakulär, das Wasser rinnt einfach aus dem Boden und wird in einem unschönen Betonbecken gefasst weil das heisse Wasser genutzt wird. Allerdings kommt das Wasser tatsächlich mit ca 80 Grad aus dem Boden. An Füsse baden ist also nicht zu denken. Der Abend wird immer kälter und wir heizen den Ofen in der Jurte ein. Wie so oft ist diese Wärme respektive der Ofen schwierig zu dosieren, es gibt irgendwie fast nur brandheiss oder brennt nicht. Daher ist es zum Einschlafen immer fast zu heiss, aber ohne Feuer zu kalt weshalb wir oft die Türe offen lassen damit die unerträglich warme Luft entweichen kann. So schlafe ich immer sehr spät ein.

[envira-gallery id=“4990″]

13.06.2017; Tag 9 – Schönster Zeltplatz ever

Die für heute geplante Tour ist nicht allzu lang und daher brauchen wir uns am Morgen auch nicht zu beeilen. Wir gönnen uns deshalb kurzfristig ein wohltuendes Bad im einem der neu aufgefüllten Schwefelbecken im Camp bei den heissen Quellen. Nur langsam steigen wir ins Becken und versuchen uns an die Temperatur zu gewöhnen, denn das Wasser ist wirklich sehr heiss und man hält es nicht länger als 10 Minuten aus. Wie gekochte Hummer steigen wir nach kurzer Zeit wieder aus dem Becken. Dennoch wärmt das heisse Wasser herrlich den Körper und die Knochen und entspannt die Muskulatur. So steigen wir fit auf unsere Bikes. Heute stehen ungefähr hundert Kilometer Offroad Piste an und die fangen mit einem gutem Aufwärmprogramm an. Enge steile Kehren voller Sand, Steine und Wurzeln verlangen unsere volle Konzentration. Wir lassen dem Fourgon einen guten Vorsprung weil in diesem Stück anhalten zu müssen ist nicht vorteilhaft. Der Fourgon neigt sich sehr bedenklich mal auf die eine und dann gleich wieder auf die andere Seite während er sich langsam durch den engen, ausgefressenen Weg den Wald hinauf kämpft. Sobald sich die Staubwolke welche er verursacht aufgelöst hat, fahren wir hinterher. Meine Offroadkünste haben sich schon deutlich verbessert und so fährt das Bike nun ab und zu mal tatsächlich dort wo ich es vorgesehen habe. Nicht nur Gas, Blick, Mut und Glück führen mich zum Ziel sondern auch das langsam umsetzbare spielen mit Kupplung und Gas welches mir Pascal immer wieder predigt. Die Sache macht richtig Spass. Die heutige Strecke ist aber auch wirklich sehr abwechslungsreich. Wir kraxeln diverse steile Pässe hoch und hinten genauso steil wieder runter, fahren durch diverse Flüsschen, queren auch mal ein Moor und fahren durch Wald. Blumenwiesen in schönster Blütenpracht in den Farben orange, blau und weiss. Oft erblicken wir auch riesige Felder in zartem Rosa der verblühten Küchenschellen, einer Pflanzenart. Vor zwei Wochen muss hier noch ein wunderbares blaues Blütenmeer gewesen sein. Schliesslich erreichen wir nach einer steilen Auffahrt unser heutiges Ziel… eine Wiese am Berghang, schön an einem Waldrand gelegen. Wie aus einem Adlerhorst sehen wir weit ins Land hinein. Eine Gruppe von Rotmilanen zeigt ihre Flugkünste im aufkommenden Wind. Der Kuckuck ruft hier scheinbar aus jedem Wald. Tausend Fliegen in allen Grössen fliegen uns nervig ins Gesicht und Ohren und Bremsen in noch nie gesehener Grösse attackieren unsere verschwitzten Glieder. Aber hey… das Smartphone zeigt 3G! Tigers Herz macht einen Freudensprung, sofort wird gepostet was das Netz hergibt. Und auch ich versende kurz mal eine Runde Grüsse und Bilder in alle Richtungen.

[envira-gallery id=“5004″]

Wir schälen uns aus den Motorradklamotten und stellen unsere Zelte auf. Was nicht ganz einfach ist, denn der Wind reisst schon wieder wie verrückt an den Kunststoffplanen. Der Himmel verdunkelt sich und wieder einmal sieht es nach Regen aus. Verflixt, wieso eigentlich immer wenn wir im Zelt schlafen wollen? Jagaa tischt das Mittagessen auf und wie schon gehabt, mitten beim essen müssen wir schnell alles zusammenraffen und in den Fourgon werfen. Viel Regen gibt es zum Glück nicht. Perfekt, denn wir wollen ja noch zum Kloster Tuvkhun wandern. Ungefähr 4,5 Kilometer soll die durch den Wald führende Wegstrecke lang sein. Das kleine Kloster ist sehr versteckt gelegen und nur zu Fuss erreichbar, so wird es auch fast nur von Einheimischen besucht. Der Weg führt durch den Wald über einen schmalen Wurzelpfad. Der Wald ist voller Kiefern und Lärchen in sattem Grün und zwischendurch erscheint wieder eine Lichtung mit den den verschiedensten Blumen in den schönsten Farben. Das Kloster selber ist auf einem Felsen gebaut. Ein abenteuerlicher Kletterpfad führt durch die kleine Anlage. Es sind immer nur jeweils drei Mönche hier zur Meditation. Das Kloster ist nur sehr klein, aber wirklich wunderschön gelegen und der Ausblick in die Weite ist atemberaubend. Gegen neunzehn Uhr sind wir wieder zurück am Lagerplatz. Wir stellen die restlichen Zelte auf, machen Ordnung, helfen einander beim Kochen und sammeln Holz für ein wärmendes Feuer. Bei schönstem Abendrot und unglaublicher Farbstimmung am Himmel essen wir zu Abend. Ganz in der Nähe grast eine Pferdeherde mit vielen Fohlen, manche kaum älter als ein paar Tage. Duger muss nochmals mit dem Motorrad ausrücken und zwei Nomaden helfen ein Loch im Schlauch ihres Motorrades zu flicken. Ausserdem müssen wir mit Benzin aushelfen, schon vorher haben zwei Jungs um Benzin gebeten. Die Flickerei findet im Dunkeln bei Scheinwerferlicht statt. Wir wärmen uns unterdessen gemütlich am Lagerfeuer und schauen zu wie der Tag sich in allen Farben des Regenbogens verabschiedet und die Nacht hereinbricht. Als Duger endlich im Dunkel den Hügel hinauf fährt und unsere Crew wieder komplett ist verkriechen wir uns in die Zelte. Obwohl diesmal bald kuschelig warm, kann ich bis um drei Uhr nicht schlafen. Mein Schlafrhythmus will einfach nicht auf asiatisch umstellen. Ein kleiner nächtlicher Ausflug belohnt mich erneut mit einer tollen Aussicht auf die Hügelketten im Mondschein und den Blick auf den schönsten Sternenhimmel.

[envira-gallery id=“5011″]

14.06.2017; Tag 10 – Fahrt zu den Wasserfällen

Kuckucksrufe und Sonnenschein wecken uns an diesem freundlichen Morgen. Pascal hat schon die ersten Bilder geschossen als die restliche Bande aus den Zelten kriecht. Jagga reicht schon bald starken, heiss dampfenden Kaffee herum. Köstlich… dazu die Wärme der Sonne, die frische Luft und das unglaubliche Panorama. Besser lässt es sich nicht in den Tag starten. Unser heutiges Ziel liegt wiederum nicht sehr weit entfernt und so dürfen wir es gemütlich angehen. Jagaa brät „flache“ Spiegeleier mit scharfer Sauce, reicht klein geschnittene Gurken und Tomaten sowie die obligate Wurst. Wir löffeln unser Müsli und streichen Marmeladebrote. Und das alles in der freien Natur bei bestem Wetter und perfekter Stimmung. Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und verlassen fast ein bisschen wehmütig unseren tollen Lagerplatz. Adieu schöne Natur, Adieu 3G. Schöne Natur finden wir jedoch bereits um die nächste Kurve. Neue Pässe oder zumindest Pässchen gilt es zu erklimmen. Von weitem ist ein Vulkanfelsenfeld zu sehen und dies ist gleichzeitig unser heutiger Ort für die Aufwärmgymnastik. Steinfelder zu durchfahren ist schon beinahe wie Trialfahren. Sandige Wege voller spitzer, scharfkantiger Vulkansteine in allen Grössen. Auch hier sind die Durchfahrtsmöglichkeiten begrenzt und die Wege mit hohen Dellen und tiefen Rillen gespickt. Oft passt haargenau die Reifenbreite des Bikes zwischen zwei scharfen Steinen hindurch und ich bin wieder einmal dankbar dass ich mittlerweile das Motorrad gezielt dorthin lenken kann wo ich es hinhaben will. Dem Fourgon gebe ich aber immer einen guten Vorsprung, denn anhalten kann hier schwierig sein weil ich möglicherweise den Fuss nicht rechtzeitig auf den Boden bekomme auf dieser unebenen Buckelpiste. Die Sonne brennt uns auf den Pelz und der Schweiss läuft den Rücken hinunter weil der kühlende Fahrtwind fehlt. Nach ca 45 Minuten ist dieser Bereich geschafft und wir können wieder schneller fahren. Die ausgetrocknete Piste fühlt sich fast wie eine Autobahn an, wir wollen aber nicht übermütig werden. Immer noch tauchen vereinzelt und unvermittelt grosse, spitze und spät erkennbare Vulkansteine inmitten der Spur auf. Etwas später überqueren wir eine grosse Holzbrücke deren Pfeiler eine unglaubliche Schieflage haben, so als müsste sie jeden Moment zusammen krachen. Jedes Fahrzeug welches die Brücke überquert lässt die ganze Holzkonstruktion bedenklich schwingen. Flussdurchfahrten werden mir direkt sympathisch.

[envira-gallery id=“5021″]

Am Fluss selber labt sich eine grössere Pferdefamilie am kühlen Wasser und wieder können wir beobachten wie ganz kleine Fohlen auf staksigen Beinchen sich hinter ihren Müttern verstecken, aber trotzdem neugierig in unsere Richtung schauen. Die Pferde lassen uns recht nahe heran kommen. Überhaupt gibt es in diesem Gebiet sehr grosse Herden. Kaum haben wir die Eine hinter uns gelassen sehen wir schon die Nächste. Die Tiere legen sich auf die warmen sandigen Pisten und wir versuchen ins Gras auszuweichen. Die älteren Tiere ragieren eher gelangweilt, aber die Jüngeren stieben in alle Richtungen auseinander. Nicht gerade ungefährlich, denn abrupte Richtungswechsel sind nicht selten. Die Yaks schubsen ihre Kinder energisch voran und stellen sich uns auffordernd entgegen so dass man ihnen nicht zu nahe kommen möchte. Immer wieder geht uns durch den Kopf wie schön die Tiere es hier haben, wie zufrieden sie beieinander stehen und wie gesund sie aussehen mit ihren gänzenden Fellen. Gegen vierzehn Uhr haben wir unser heutiges Ziel erreicht. Wir beziehen unsere Jurte im nett gelegenen Camp und geniessen wieder mal eine heisse Dusche in einer blitzsauberen Duschanlage. Ich nutze die Gunst des guten Wetters und wasche unsere Protektorenhosen weil sie allmählich etwas müffeln und hänge sie zum Trocknen an die ebenso saubere Jurte. Jagaa kommt mit dem Mittagessen zu uns und beichtet dass er nur noch die Hälfte davon habe, denn die Fourgontüre sei vom Wind zugeschlagen worden und habe den Topf vom Gasherd geworfen. Die Hälfte der schönen Nudelsuppe liegt also im Gras. Essen wir eben ein bisschen mehr Brot, Chocho-Mocco und Keksi. Am Nachmittag wandern wir dann zum Orkhon Wasserfall. Durch die Eruption eines Vulkanes ist eine Schlucht entstanden durch welche nun ein Fluss fliesst. Hier hat sich ein grosses Steinbecken gebildet mit einer ca 10 Meter hohen Wand, darüber fliesst der Fluss und bildet so einen kleinen Wasserfall. Obwohl es seit unserer Ankunft immer wieder mal geregnet hat ist es hier sehr trocken und der Wasserfall präsentiert sich aktuell nur als dünnes Rinnsal. Trotzdem ist das Ganze wunderhübsch anzusehen. Wir können in einer fast kriminell anmutenden Kletterpartie sogar zum Fluss hinab steigen und dem Ufer entlang zu dem Steinbecken wandern. Dort stecken wir die Füsse ins Wasser, es ist angenehm kühl. Zurück geht es wieder über saftige Weiden wo wir die Tiere beobachten können wie sie zufrieden grasen und frei umher streifen. Der Himmel verdunkelt sich auch heute wieder und nach dem leckeren Abendessen donnert es in den Bergen. Pascal nutzt die Gelegenheit um in der Jurte wieder alle Geräte aufzuladen und ich schreibe an dem Bericht. Auf dem Bett sitzend kann ich zur Türe hinaus direkt die Yaks auf der Weide sehen und ab und zu springen fünf junge Hunde herum und tollen miteinander. In der Ferne grollt der Donner und wir haben es richtig gemütlich.

[envira-gallery id=“5029″]

15.06.2017; Tag 11 – Nach uns die Sintflut

Wir haben lange und tief geschlafen und fühlen uns super erholt. Im Restaurant im Camp gibt es ein feines Frühstück und wir halten Jagaa wieder einmal eine Predigt was gesund wäre (Apfel) und was weniger gesund ist (Wurst, Speck). Also tauscht er hochmotiviert seine Wurst gegen zwei Stückchen Apfel. Nach dem Frühstück packen wir unsere tausend Sachen zusammen und starten in ein neues Abenteuer. Das heutige Ziel ist Kharakhorum, die alte Hauptstadt zu Dschingis Khans Zeiten respektive unter dessen Sohn Ugedai Khan. Die Route führt uns zuerst über den selben Weg zurück den wir am Vortag gefahren sind bis zur grossen windschiefen Holzbrücke. Was wiederum Morgensport mit Trialtraining im Vulkansteinfeld bedeutet. Bei der Brücke angekommen geht es nun in nordöstlicher Richtung weiter. Wir haben wieder viele unterschiedliche Abschnitte zu bewältigen. Mal steinhart getrocknete Erde die sich sehr zügig fahren lässt, dann wieder sandige, steinige und kurvige Strecken. Bisher habe ich die Kurven immer mit der „vorher Gas weg“ Technik vorsichtig angefahren, heute versuche ich es mit etwas höherem Tempo und Slidetechnik. Ich weiss zwar was damit gemeint ist und wie es zu fahren wäre, traue mich aber noch nicht so richtig, weil ich die Idee habe dabei mehr als gewollt zu rutschen. Der Wille ist zwar da und das Tempo auch, jedoch kneife ich im letzten Moment dann doch. Resultat: Mehr als einmal fahre ich in der Kurve gerade aus. Zum Glück immer ohne Folgen… ein paar Meter durchs Gras, den gröbsten Steinen ausweichen und wieder rein in die Spur. Ab und zu hat es auch mal geklappt, aber es besteht noch Übungsbedarf. Trotzdem kommen wir recht flott voran. Auch heute treffen wir wieder auf matschige Stellen und der Fourgon sinkt beim Queren eines vermeintlich kleinen Bächleins mit dem linken Vorderrad so hart ein, dass die Front des Fahrzeugs im matschigen Boden feststeckt. Mit vereinte Kräften schieben wir den Bus rückwärts aus dem sumpfigen Rinnsal wobei Jagaa und Pascal beim durchdrehen der Räder so richtig schön eingesaut werden. So suchen wir uns eine andere Stelle wo das Wasser weniger tief scheint, jedoch ist es schwierig abzuschätzen weil das Wasser und die Umgebung richtig moorig braun sind. Ich möchte in dieser Suppe auf keinen Fall baden gehen und versuche zügig die Stelle zu passieren. Etwas zu zügig wie ich kurz darauf feststelle. Das hochspritzende Wasser nässt mich bis auf die Unterwäsche ein und läuft gemütlich in die Stiefel. Gut gemacht Frau Tiger! Allerdings bleibe ich nicht lange nass, denn der warme Fahrtwind trocknet mich sofort. Die Strecke führt uns immer dem Fluss Orkhon entlang und wir können viele Tiere beobachten. Heute auch wieder eine grössere Gruppe Geier.

[envira-gallery id=“5041″]

Leider ist es nicht unser respektive unseres Fahrers Glückstag, denn er fährt nun auch noch einen Platten ein. Wir nutzen diese aufgezwungene Pause für die Mittagsrast. Während wir das Essen vorbereiten wechselt Duger das Rad aus und flickt auch noch die vorher leicht verschobene Lenkachse. Mit vereinten Kräften und abwechslungsweise füllen wir das Ersatzrad per Handpumpe mit Luft. Schliesslich können wir weiter fahren, was auch gut ist denn seit geraumer Zeit verfolgen uns wieder dunkle und bedrohliche Gewitterwolken. Kaum haben wir Kharakhorum erreicht kracht es gewaltig und ein heftiges Gewitter entlädt sich. Auf die Sekunde genau können wir uns bei einem grösseren Imbiss mit überdachter Terrasse unterstellen. Zwischenzeitlich gehen Jagaa und Duger Besorgungen machen während wir etwas trinken und unsere Handys checken. Nach dem Gewitter trocknet es rasch ab, der Wind bleibt aber und die schwarzen Wolken auch. So beschliessen wir anstelle des für heute geplanten Zeltplatzes lieber ein Jurtencamp zu suchen welches auch schon bald gefunden ist. In der Jurte angekommen müssen bloss ein paar zusätzliche Bretter organisiert werden damit meine Matratze nicht durch den Rost fällt der von drei mageren Brettchen gebildet wird. Es gibt warmes Wasser, Strom und schnelles Internet und alle sind happy. Nach einem tollen Abendessen welches Jagaa in der Küche des Camps zubereitet steigen wir auf die umliegenden Hügel, was sich hier wie auch sonst überall alleine der Aussicht wegen lohnt. Auf dem hiesigen Stadthügel steht ein Denkmal welches drei grosse Bilder zeigt. In der Mitte jeweils die heutige Mongolei und darum herum die eroberten Länder der jeweiligen Herrschaft. Die Aussicht ist auch hier fantastisch. Man sieht über das ganze Flussdelta und darin verstreut grosse Herden von Tieren. Zur anderen Seite sieht man Kharakhorum, ein schönes Städtchen mit ein paar tausend Einwohnern. Hier gibt es noch keine Hochhäuser und so blickt man über viele farbige Blechdächer. So gut wie jedes Haus ist von einem Gartenzaun umgeben. Die Sonne geht langsam unter und wieder bietet sich ein unglaubliches Farbenspiel. In der Weite sieht man dass irgendwo noch Regen fällt, während wir hier verschont bleiben. War ja klar, jetzt wo wir entschieden haben NICHT zu zelten.

[envira-gallery id=“5048″]

16.06.2017; Tag 12 – Ein stürmischer Tag

Heute Morgen besuchen wir das Museum von Kharakhorum wo die noch erhaltenen Schätze aus der Blütezeit (1200 n. Chr.) der damaligen Hauptstadt besichtigt werden können. Danach machen wir einen Abstecher zum Kloster Erdene Zuu (1500 n. Chr) welches gleich daneben liegt und dessen Aussenmauern aus den Steinen des ehemaligen Kharakhorum erbaut wurde. Das Kloster ist ein grosser Anziehungspunkt für Touristen und entsprechend herrscht hier grosser Trubel und eine ganz andere Atmosphäre als in den abgelegenen Klöstern von Amarbayarsgalant oder Tuvkhun. Die Sonne brennt uns auf den Schädel und es ziehen bereits wieder dunkle Wolken auf. So beschliessen wir etwas früher Mittagspause zu machen um dann zügig weiterzuziehen. Wir machen ausserhalb des Städtchens einen Tankstop als wir bemerken dass sich etwas Grosses zusammenbraut. Jagaa beschliesst zurück in die Stadt zu fahren und dort den anrückenden Sandsturm vorbeiziehen zu lassen. Die Windstärken die dieser mitbringt sind gewaltig und ich bin froh nicht auf dem Bike und vor allem mitten im Sturm sitzen zu müssen. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorüber und wir können aufbrechen. Wir fahren zuerst auf Asphalt Richtung Norden um später noch das Gokhturk Museum in Khushuu Tsaidam mit Schätzen aus der turkmenischen Zeit zu besichtigen. Danach geht es offroad zum See und unserem heutigen Ziel, dem Ugii Nuur. Die ganze Zeit über sehen wir in der Ferne Gewitterwolken welche sich entleeren. Am See angekommen glauben wir schon ihnen entkommen zu sein und stellen das grosse Zelt auf als heftige Windböen dasselbe fast auseinander reissen. Zu viert halten wir das Zelt mit aller Kraft fest. Dann setzt auch noch Regen ein und wie so oft wird es dazu extrem kalt. Nachdem auch dies überstanden ist versuchen wir die restlichen Zelte aufzustellen was nicht so einfach ist weil der Wind immer noch kräftig weht.

[envira-gallery id=“5059″]

Kurz darauf fegt noch einmal eine Sturmböenserie über den See und wieder können wir das grosse Zelt nur knapp am Boden halten. Ich sehe uns im Geiste schon alle daran hängend über den See fliegen. Das Wetter kann hier wirklich alle fünf Minuten seine Meinung ändern… Sonne raus und heiss, danach Wolken und saukalter Wind. Zu beobachten wie die Wolken sich ständig verändern ist einerseits spannend und gibt immer wieder spektakuläre Fotos, andererseits ist es auch etwas mühsam. Dauernd ist man falsch angezogen weil man entweder friert oder schwitzt. Jagaa versucht Abendessen zu kochen. Er möchte gerne Schaffleisch auf dem Grill braten und nimmt gleich ein halbes Schaf auseinander. Ich begutachte das ganze Treiben etwas kritisch und überlege mir schon was ich alternativ essen kann. Duger will schliesslich das Grillieren auf dem kleinen Holzkohlegrill übernehmen während Jagaa im Fourgon Kartoffeln mit Zwiebeln und Gurken brät. Das Essen nehmen wir ebenfalls im Fourgon ein, es ist einfach zu ungemütlich und zu kalt draussen. Entgegen meinen Erwartungen schmeckt das Fleisch absolut köstlich und ich verdrücke eine Riesenportion. Zusammen mit der scharfen Chillisauce welche hier über jedes Gericht geworfen wird. Wirklich köstlich!! Später will Duger noch mit dem Bus seine Freunde besuchen welche in der Nähe campieren. Was wiederum bedeutet dass wir uns ohne die wärmende Zuflucht des Fourgons in unsere kleinen Zelte verkriechen müssen. Da es dafür aber noch etwas früh ist beschliessen wir dem nahe gelegenen Camp respektive dessen Restaurant einen Besuch abzustatten. Bei Tee, Bier und feinstem Dschingis Khan Wodka können wir mongolische Serien im TV schauen welche Jagaa übersetzt. Schliesslich sind wir müde genug, laufen im Halbdunkel zu unserem Zeltplatz und kriechen in die Zelte. Es regnet nun leicht und in dem kleinen Tümpel neben dem See gibt es live und nur für uns ein Froschkonzert.

[envira-gallery id=“5066″]

17.06.2017; Tag 13 – Ein weiterer Tag am See

Die Sonne scheint und wärmt das Innere meines Zelts, es scheint trocken zu sein als ich aufwache. Jagaa ist bereits im „ich mache Frühstück“ Modus, Duger wäscht Wäsche am See und Pascal montiert die erste Kamera für ein 360 Grad Zeitraffervideo. Hatte ich gestern noch meinen Bikini vergeblich montiert nehme ich heute einen zweiten Anlauf. Wie schon gestern sind die Wolken heute umtriebig und mal lassen sie die Sonne durch und dann wieder nicht, was entsprechend für ein rasches Auf und Ab der Temperaturen sorgt. Ich habe aber so sehr Lust auf ein erfrischendes Bad dass ich schon vor dem Frühstück in den See tauche. Nicht ganz so kalt wie erwartet halte ich es drei Minuten im kühlen Nass aus. Wieder trocken ist der heisse Kaffee schon bereit, Jagaa brät seine „Spiegeleier Spezial“ und ich bereite unser Müsli zu. Nach dem Frühstück beginnt Duger mein Motorrad auseinander zu nehmen weil der linke Gabelholm Oel verliert. Pascal erwähnt dass bei der Gelegenheit auch der vordere Pneu gewechselt werden sollte weil er sehr abgefahren ist und praktisch keine Stollen mehr vorhanden sind. Immer um meine Sicherheit besorgt wird die Servicearbeit genaustens überwacht, das Motorrad danach intensiv Probe gefahren und die Arbeit schliesslich für gut befunden. In der Zwischenzeit habe ich wieder einmal Wäsche gewaschen, denn die Wäsche im See spülen zu können ist viel effizienter als im Lavabo oder Plastikbecken. Die Shirts welche wir auf den Bikes tragen sind unglaublich schmutzig und das zurückbleibende Spülwasser ist dunkelbraun. Die Sonne die nun doch kräftig scheint trocknet die Wäsche schnell und ich berechne meine Chancen für ein etwas längeres Nachmittagsbad.

[envira-gallery id=“5078″]

Beim Mittagessen heizt die Sonne wieder kräftig auf und das Spiel das wir nun schon ein paar Mal gespielt haben wiederholt sich. Zum Glück ist unser heutiges Camp nur ein paar Kilometer von unserem Zeltplatz entfernt und idyllisch auf einem Hügel mit Blick auf den See gelegen. Zusammenpacken, das nächste Ziel anpeilen, ankommen, alles in die Jurte schmeissen und schon blitzt und donnert es. Heute zur Abwechslung von Hagel begleitet. Ich nutze die Zeit um duschen zu gehen. Das Camp hat eine tolle Duschanlage, mit Wasser sparen meinen sie es aber fast zu gut. Meinen Bemühungen zum Trotze ist das schöne Badetuch danach nicht mehr ganz so sauber. Die schöne Gegend möchte erkundet sein und beim nächsten Sonnenstrahl wagen wir uns raus und runter zum See welcher nur ein paar hundert Meter vom Camp entfernt ist um zehn Minuten später unter sintflutartigem Regen zurück zur Jurte zu rennen. Schluss für heute… wir geben auf und verziehen uns in die Schlafsäcke. Ich lese während Pascal sofort einschläft, immer noch halb erkältet und etwas reduziert. Um sieben Uhr gibts leckeren Fisch aus dem See zum Abendessen. Der Regen lässt endlich nach und wieder einmal präsentiert sich ein Sonnenuntergang in den wunderschönsten Farben. Wie immer nach dem Regen ist es sehr kalt, aber wir lassen uns dieses Naturschauspiel trotzdem nicht entgehen und machen fleissig Fotos. Um Pascals Erkältung zu bekämpfen genehmigen wir uns auch heute einen Chinggis Wodka. Danach geht es ab in die warme Jurte und rein in den kuschligen Schlafsack.

[envira-gallery id=“5085″]

18.06.2017; Tag 14 – Sand, Sand und nochmal Sand

Heute wollen wir eigentlich ausschlafen, aber schon um sechs Uhr in der Früh wecken uns die Stimmen der kleinen Kinder die auch im Camp und bereits ausgeschlafen sind. Wir versuchen noch etwas weiter zu schlafen, aber leider nur mit mässigem Erfolg. Beide sind wir etwas gerädert beim Aufstehen. Mich plagen Nervenschmerzen in der Schulter (Bett oder Zugluft), Pascal hat auch nicht übermässig gut geschlafen, fühlt sich aber sonst zum Glück nicht schlechter. Nach dem Frühstück wollen wir zügig los, die heutige Strecke entlang der Sanddüne Elsen Tasasrkhai soll nicht ganz einfach zu fahren sein, da sie zu einem grossen Teil aus Sand und Wellblech besteht. Den ersten Teil der Strecke schaffen wir zügig, auch weil ich die Wellblechpisten mittlerweile mit über 60 km/h zu fahren traue. Langsamer ist eher mühsam, denn es schüttelt einem alle Plomben aus den Zähnen und alle Schrauben in der Ausrüstung locker. Unterwegs macht der Fourgon mal wieder einen Schlenker den Hügel rauf, was sonst bedeutet dass er eine andere Piste sucht. Heute jedoch aus einem anderen Grund. Jagaa hat eine Ziege mit einem winzigen, vielleicht ein paar Stunden alten Zicklein gesehen… alleine ohne Herde. Daneben wartet ein riesiger Geier der es wohl auf das Zicklein abgesehen hat. Wir verjagen den Geier in der Hoffnung, dass die Ziege den Anschluss zu ihrer Herde schaffen möge. Aber solche Sachen gehören halt zur Natur. Mittagspause gibt es in einem kleinen Dörfchen Ich beschliesse dort nun ein Schmerzpflaster aufzukleben da das Eincremen bisher nichts gebracht hat und ich kaum den Kopf drehen kann. Die Jungs decken sich mit anderen SIM Karten ein weil sie ohne ihr 3G nicht leben können. Also werden jeweils die Karten getauscht bis ein Anbieter mit 3G gefunden ist.

[envira-gallery id=“5097″]

Am Nachmittag wird die Piste dann wirklich immer sandiger und die Bikes schütteln öfter mal die Lenker unwillig hin und her. Alternativen gibts nun nicht mehr da neben der Piste nun halbhohe Sträucher wachsen was ein Durchkommen neben der Piste nur schwer zulässt. Der Fourgon welcher sonst im ebenen Gelände so richtig Gas geben kann klebt am Hang wie ein Käfer und kommt nur im Schritttempo voran. An einem steilen Hang im 30 Zentimeter tiefen und feinsten Sand brauche ich Tempo, also muss ich anhalten um dem Fourgon einen Vorsprung zu geben. Was dann wiederum saublöd zum anfahren ist. Ich versuche tapfer mein Glück aber es ist wirklich mühsam, der Sand ist so fein und tief dass der Lenker bald hier hin und bald dahin schlägt und so kein Tempo aufzubauen ist. Schliesslich kippt das Bike zur Seite in den Sand, der Gashebel voller Sand lässt sich nun kaum mehr bewegen. Mit dem schwergängigen Gas traue ich mir keinen neuen Versuch zu und Pascal tauscht mit mir sein Bike. Wir schaffen den Aufstieg doch noch ohne dass uns die Betas abwerfen. Oben angekommen richtet der bereits auf uns wartende brave Duger das Bike schnell zurecht und wir können uns mit einem Schluck Wasser erfrischen. Noch ein zwei solche Stellen sind zu bezwingen und die restlichen Pisten meistern wir auch gut, jedoch ist es sehr anstrengend und ich schwitze zum ersten Mal so richtig. Allerdings auch weil das Wetter heute mal keine Zicken macht.

[envira-gallery id=“5104″]

Nach ein paar weiteren Kilometern windet sich die Strasse ins Hogno Han Gebirge an dessen Fuss wir heute im Camp schlafen. Wir essen etwas früher zu Abend um noch das Kloster Erdene Khamba zu besuchen. Ein ca 4 Kilometer lange Wanderung führt an den speziellen Felsformationen entlang. Die Steine sind sehr gross und alle gerundet, keiner hat scharfe Kanten und fast alle sind geschmückt mit den hellgrünen, orangen und weissen Flechten die hier viele Steine zieren. Wir schiessen unzählige Fotos. Neben all den Knochen welche hier überall liegen haben wir beim Aufstieg über einen Bergkamm als Abkürzung bizarrerweise einen menschlichen Schädelknochen angetroffen. Was für eine Geschichte wohl dahinter steckt? Auch dieses kleine Kloster liegt recht versteckt am Ende einer Schlucht .Es wurde im 15 Jh. gebaut und während der stalinistischen Zeit zu einem grossen Teil zerstört. Es gibt noch Lehmmauern aus der Zeit zu sehen und kleine Tempel. Langsam geht die Sonne unter und wir sind etwas spät dran. So bestellt Jagaa per Handy unseren Fahrer Duger der uns mit seinem Bus auf halber Strecke abholt. Zu viert trinken wir vor der Jurte noch ein Golden Gobi Bier. Heute Nacht wollen die Jungs den Sternenhimmel fotografieren und rüsten ihre Kameras. Schlussendlich habe aber nur ich den nächtlichen Himmel gesehen… bei einer Pinkelpause. Unglaublich wie viele Sterne man hier sehen kann. Sie scheinen, wie tagsüber die Wolken, der Erde extrem nahe zu sein. Lange halte ich mich jedoch nicht draussen auf, denn irgend ein Viech schleicht im Camp herum und macht Laute wie ein junger Fuchs. Und da es hier auch Wölfe geben soll mach ich mich schnell wieder auf in die Sicherheit der warmen Jurte.

[envira-gallery id=“5111″]

19.06.2017; Tag 15 – Der Sand verfolgt uns… Sandsturm

Am nächsten Morgen sind tatsächlich Spuren direkt neben und um unsere Jurte herum zu finden die denen von Hunden oder Füchsen ähneln. Grosse und kleine Abdrücke sind sichtbar. Nach dem Frühstück halten wir Lagebesprechung ab. Wir konnten am Vorabend im Camp während nur gerade zwei Stunden die Geräte, Kameras und Akkus laden und vieles ist nur wenig oder gar nicht geladen worden. Wir überlegen ob wir wohl in der nächsten Stadt eine längere Mittagspause machen und unsere Sachen in einem Restaurant noch laden könnten. Da wir ja am Abend zelten ist dann auch nichts mit Strom und Pascal könnte dann nicht mehr filmen. Zuerst fahren wir also 60 Kilometer in den nächsten Ort und fragen in einem Imbisslokal nach Strom. Wir erhalten die Erlaubnis und schliessen alles an was wir können. Die Pause wird dann auch intensiv von unserem Fahrer Duger genutzt, der nach dem Tanken festgestellt hat dass eine Seite der Tankaufhängung am Fourgon gebrochen ist. Diese befestigt er nun provisorisch mit Zuggurten. Nach der Rast haben wir noch eine Strecke von 120 Kilometern offroad vor uns. Der Weg führt über Wiesen… mal grün, mal karg, entsprechend immer mal mit verschiedenen Tierherden. Die Routen sind wellblechartig-sandig und heute wieder mal besonders staubig. Zum Schluss nochmal mit tieferem Sand den wir heute schon etwas besser meistern. Unterwegs sehe ich eine Schlange am Strassenrand und informiere Pascal über das Headset ob er sie sehen wolle. Ich hatte nämlich schon einmal eine Schlange dieser Art gesehen, aber keiner hat mir geglaubt. Wir drehen um und sehen uns die Schlange an die vermutlich überfahren wurde. Äusserlich sieht sie fast unverletzt aus, aber wäre sie ok wäre sie bestimmt „abgehauen“. Ich glaube dass es eine giftige Schlange ist da ich ein bisschen gegoogelt habe und sie sieht unserer Viper sehr ähnlich. Grau schwarz und zickzackartig gemustert, dreieckiger Kopf und ca 50 Zentimeter lang. Schade um das schöne Tier.

[envira-gallery id=“5133″]

Geplant wäre eigentlich heute in den Bergen zu zelten. Da wir jedoch aufgrund der langen Mittagspause etwas spät dran sind beschliessen wir nicht mehr viel weiter zu fahren. Wir finden dann einen lauschigen Platz am Fluss in der Nähe einer Brücke. Der Himmel ist bewölkt und es gibt leichten Wind, es ist jedoch nicht allzu kalt. Flugs sind die Zelte aufgebaut. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team… Jagaa kocht und Duger macht „Kakafeuer“ gegen die Mücken. Während alle fleissig einer Beschäftigung nachgehen kommen Nomaden zu Besuch. Meist erscheinen sie aus Neugier, diese jedoch bringen eine Botschaft: Am Himmel ist es schwarz, es wird ein Unwetter geben. Das befürchten wir auch, hoffen aber dass es erst in der Nacht kommen wird. Doch schon während dem Abendessen frischt der Wind kräftig auf und in der Ferne bauschen sich gewaltige Wolken über dem Berg auf. Dieses Bild kennen wir nur zu gut. Mist, ein Sandsturm. Erst scheint es als ziehe er hinter dem Bergkamm durch und so hoffen wir auf Verschonung. Rasch wird jedoch klar dass dem nicht so ist. Erst sind wir noch begeistert von dem unglaublichen Naturschauspiel das sich da bietet und stehen Fotos schiessend in der Gegend. Bald darauf wird die Sache jedoch langsam ungemütlich und wir raffen zügig alles zusammen und packen es in den Fourgon. Wie der Wind sich hier präsentieren kann haben wir mittlerweile gelernt. Plötzlich lässt dieser etwas nach und es wird ruhiger, aber auch das kennen wir mittlerweile. Zwei Minuten und dann wird es regnen… begleitet von Blitz, Donner und Sturmböen. Genau so passiert es auch. Wieder verbringen wir einen Abend im Fourgon, sehen zu wie es regnet und wie der Wind unsere Zelte arg beutelt und Heringe ausreist. Pascal und Jagga opfern sich abwechselnd die Zelte zu retten und die Heringe wieder einzustecken. Wir lästern über die mongolischen Wettervorhersagen und futtern Kekse. Um ca 22 Uhr hört der Regen auf, aber der Wind will nicht nachlassen. Wir sind aber so müde dass wir trotzdem schlafen möchten und verkriechen uns in die Zelte. An Schlaf ist aber nicht zu denken, denn der Wind rupft und reisst an den Zelten wie verrückt und veranstaltet einen Riesenkrach. Kaum im Schlafsack fängt es auch wieder an zu regnen. Erst gegen Mitternacht beruhigt sich das Ganze etwas und wir können endlich einschlafen. Die Nacht bleibt jedoch unruhig weil immer wieder Regen fällt und der Wind am Zelt rüttelt.

[envira-gallery id=“5140″]

20.06.2017; Tag 16 – Auf dem Weg in den Chustain Nuruu National Park

Entsprechend zerknittert starten wir in den neuen Tag. Müde und mit dumpfen Köpfen kriechen wir aus unseren Zelten. Zu allem Übel bläst der Wind immer noch stark, es ist frisch und bewölkt. Jagaa reicht bereits herrlich heissen, starken Kaffe und hilft uns damit in den Tag. Zudem brät er Fladenbrote in der Pfanne und fordert uns reihum auf dabei zu helfen. Jeder wird mit der Bratschaufel am im Fourgon integrierten Gas Herd abgeknipst. Müsli wird gerüstet, Fleisch mit Zwiebeln gebraten und es werden Eier gekocht. Die harte Nacht muss kompensiert werden. Kaum haben wir am Frühstückstisch Platz genommen fängt es an zu regnen. Wir wollen uns aber nicht die köstliche Tafel verderben lassen und stellen flugs nochmal das grosse „Küchenzelt“ auf. Tigerchef Pascal schwört das sei seine letzte Nacht im Zelt auf dieser Reise gewesen, komme was wolle. Nach dem Frühstück brechen wir zügig auf weil es nach weiteren Regengüssen aussieht. Warm und in Schichten in die einzelnen Jacken eingepackt fahren wir los. Die Strecke stellt keine grosse Herausforderung dar und wir hängen beide unseren Gedanken nach. So langsam drängt sich ins Bewusstsein dass unsere tollen Offroadtage gezählt sind. Wir machen früh Mittagspause, der Regen hat sich bis auf ein paar Tropfen brav zurück gehalten. Nach dem Mittagessen fahren wir weiter und treffen noch auf eine grössere turkmenische Grabstätte. Wir machen Fotos, es gibt Handyempfang und rasch werden ein paar Posts und SMS versendet damit alle wissen dass wir wohlauf sind.

Die Strecke bleibt angenehm zu fahren bis an den Fuss des Berges, dann dürfen wir nochmal unser ganzes Offroadkönnen abrufen. Da ich vom Cheftiger gestern erstmals wegen zu schnellem Fahren gerügt wurde( beim Hang hinab fahren kurz den Boden unter den Rädern verlassen und einen kleinen Jump hingelegt, aber seriös gelandet bemühe ich mich heute kein unnötiges Risiko einzugehen und konzentriert zu bleiben. Wäre ja auch doof, wo bisher alles so super gut gelaufen ist. Circa 15 Kilometer vor dem Camp sehen wir, nun mitten im Chustain Nuruu National Park, die ersten Przewalski Pferde. Diese Urpferdart, wie das Zebra, war eine zeitlang ausgestorben und wurde 1990 wieder ausgewildert. In diesem Park gibt es nun schätzungsweise 200 Tiere. Im Camp angekommen geniessen wir einmal mehr als erstes eine Dusche und zapfen Strom für die Geräte. Da wir keinen Handyempfang haben steigen wir auf den nächsten ziemlich steilen Hügel bis zu oberst rauf. Wie immer lohnt sich diese Hügelbesteigung in der Mongolei, wir werden mit einer fantastischen Aussicht und Handyempfang belohnt. Man hat einmal mehr das Gefühl man könne die Wolken anfassen und geniesst eine unlaubliche Weitsicht auf Hügelketten, Gewitterwolken und winzige Camps in der Ferne. Im Restaurant gibt es später ein feines Abendessen, während dessen draussen wieder der Regen einsetzt. In der Jurte ist der Strom ausgefallen… kein Wunder bei den teilweise abenteuerlichen Elektroinstallationen. Schon bald wird nach Lösungen gesucht und nach dem dritten Anlauf ist die Sache geflickt.

21.06.2017; Tag 17 – Die letzten Offroad Kilometer

Wir haben prächtig geschlafen und fühlen uns wunderbar erholt. In der Nacht hat es immer wieder geregnet, davon zeugen Wasserlachen neben dem Blechofen. Nun blitzt entgegen der heutigen Prognose für Dauerregen bereits der blaue Himmel zwischen den Wolken durch. Im Camp eigenen Restaurant gibt es ein Frühstück welches keine Wünsche offen lässt. Gestern hatten wir eigentlich beschlossen wegen des schlechten Wetterberichts die kürzeste Strecke nach Ulaanbaatar zu nehmen und dies auf Asphalt, was ich sehr bedauerte. Ich habe noch lange nicht genug und mag keinen Meter Offroad gegen Asphalt tauschen. Da nun aber ausgleichende Gerechtigkeit zu herrschen scheint, als Entschädigung dafür dass wir beim Zelten obwohl immer gute Prognosen jedesmal verregnet und verstürmt wurden, schlägt Jagaa eine Routenänderung vor. Juhee, doch noch ein bisschen Offroad für circa 90 Kilometer, danach noch 100 Kilometer Asphalt weil nicht anders möglich. So brechen wir also auf um vom Chustain Nuruu Nationalpark in den Terelj National Park zu fahren welcher östlich von Ulaanbaatar liegt. Wir geniessen die Offroadstrecke wie ein unerwartetes Geschenk… die Piste ist sehr angenehm zu fahren und staubt wegen der Feuchtigkeit kaum. Es gilt einzig diverse Pfützen im eleganten Slalomstil zu umfahren. Ja, allmählich fahre ich ziemlich treffsicher und ohne ständig das Tempo drosseln zu müssen. Wir nehmen nochmals ganz bewusst die schöne Landschaft, die riesigen Schaf- und Ziegenherden und die vielen wilden Pferde wahr. Der unglaublich blaue Himmel, die Wolken die hier so tief liegen und die scheinbar unendliche Weite tief in uns auf. Viel zu schnell treffen wir auf die Asphaltstrecke. Richtung Ulaanbaatar wollen wir die Stadt eigentlich südlich umfahren, aber wir scheinen eine Ausfahrt verpasst zu haben und sind plötzlich beim Chinggis Khaan International Airport. Weil uns schön länger der Hunger plagt beschliessen wir gleich hier etwas zu essen. Völlig widerwillig gehe ich in de Flughafen, hier mag ich eigentlich noch gar nicht sein. Hab noch lange nicht genug von Abenteuer, Offroad und neuen Entdeckungen in diesem wunderbaren Land.

Nach dem Essen fahren wir am südlichen Rande der riesigen Stadt entlang und dann Richtung Osten in den Terelj Nationalpark. Es wird kälter und ein paar Regentropfen platschen uns ins Gesicht, so dass wir nun doch noch die Jacken anziehen. Kurz darauf kommen wir im Camp an. Wir dürfen eine wunderschöne Jurte beziehen und bekommen sofort Tee serviert. Es gibt richtig heisses Wasser zum Duschen und ich bin ein bisschen versöhnter dass die Reise dem Ende entgegen geht. Etwas später machen wir uns wieder auf die Suche nach guter Internetverbindung und besteigen den Hügel hinter dem Camp. Oben angekommen sehen wir die Schilkrötenfelsen… es sieht tatsächlich so aus als sässe auf jedem Felsen eine Schildkröte. Es sind jedoch „nur“ Felsen auf Felsen. Wie meist finden wir auch hier einen Spot mit Handyempfang und posten rasch ein paar Worte und Fotos für unsere Lieben und die treuen Freunde die uns während der ganzen Reise virtuell begleiten. Vom Hügel zurück im Camp haben wir Besuch in der Jurte, ein Streifenhörnchen sieht sich gemütlich und frech in unserer Behausung um. Das Tierchen ist aber viel zu flink als dass wir es fotografieren könnten und haut so schnell wieder ab wie es aufgetaucht ist. Nach einem vorzüglichen Abendessen besuchen wir noch den offiziellen Schildkrötenstein. Dieser beeindruckt uns jedoch nicht so sehr wie eine in der Nähe weidende Pferdeherde mit vielen, zum Teil noch ganz kleinen Fohlen. Wieder in der Jurte angekommen klettern wir noch einmal auf den Hügel um ein paar Posts abzuschicken und um nochmal die tolle Weitsicht zu geniessen. Einmal mehr werden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt, gefolgt von der „blauen Stunde“ in allen rosa, lila und blau Tönen welche die Formen der Felsen noch einmal deutlicher betonen. Gefüllt mit vielen schönen Bildern und Eindrücken fallen wir wenig später müde, aber höchst zufrieden in unsere Betten.

22.06.2017; Tag 18 – Der letzte Tag unterwegs in der Mongolei

Die wunderschönen Jurtenbetten erweisen sich als schöner aussehend als bequem, sind bretthart und für Pascal definitiv zu kurz. So haben wir nicht ganz so gut geschlafen und es fällt besonders mir schwer zu verbergen dass ich traurig bin dass das Ende so schnell naht. Das Wetter ist heute angenehm, am Morgen noch etwas frisch aber es zeigt sich dass es ein schöner Tag werden wird. Es gibt noch einmal mongolisches Frühstück mit (zu) viel Fleisch… Omelett mit Fleisch, geratene Wurst im gebratenen Speckmantel und eine mittelgrosse Wurst daneben. Dazu Toastbrot, Butter, Marmelade und ein frittiertes Gebäck welches es bei uns zur Fasnacht gibt und in der Schweiz „Schlüferli“ heisst. Dazu Schwarztee und für mich ein Pulver welches entfernt an Kaffee erinnert. Dieser Kaffee schmeckt gar nicht schlecht. Es kann aber nicht viel Kaffee drin sein, denn ich kann gefühlt tausend Tassen trinken ohne davon wach zu werden. Pascal bleibt beim Schwarztee. Alle Sachen werden von der Wirtin so liebevoll serviert, man spürt richtig dass sie ihre Arbeit liebt. Dieses Camp sticht durch seine Qualität wirklich hervor. Es ist alles blitzsauber und zudem liegt es landschaftlich wunderbar gelegen und ruhig. Umso schwerer fällt das aufbrechen und der Abschied. Heute gibts kein Offroad mehr, 30 Kilometer Asphalt zum Chinggis Khaan Monument und dann 60 Kilometer zurück nach Ulaanbaatar. Das Monument habe ich schon auf Bildern gesehen, es beeindruckt aber nochmal mehr wenn man es in echt vor sich hat, speziell wegen seiner Grösse. Einer Sage zufolge hat Chinggis Khaan einmal seine Peitsche verloren und einer seiner Soldaten fand sie genau hier. Deshalb wurde das Monument an dieser Stelle erbaut. Natürlich ist es entsprechend bevölkert respektive wird von vielen ausländischen und auch einheimischen Touristen besucht. Hochzeitspaare lassen sich vor der riesigen Statue ablichten, Japaner schiessen die obligaten Fotos, man kann mongolische Pferde reiten oder sich mit Adler oder Geier auf dem Arm verewigen lassen. Da ich diese edlen Tiere in der freien Natur so bewundert habe tun mir diese hier geradezu unglaublich leid. Im Innern des Monuments gibt es ein Museum mit Gegenständen aus der Zeit von Chinggis Khaan. Eine Jurte, Pfeile und Bögen, Kettenhemden, Fellhemden, Helme, Münzen und Schmuck sowie Gefässe. Auch seine Geschichte wird zusammengefasst. Ich habe eine Kurzversion der Geschichte schon im Reiseführer gelesen und sie hat mich stark beeindruckt. Von Jagaa weiss ich nun dass es auch ein Buch darüber gibt: „Die geheime Geschichte der Mongolen“. Erstausgabe aus dem 1200Jh… eine etwas neuere Ausgabe werde ich mir sicher noch besorgen.

Nach dem Besuch des Museums gibt es noch das obligatorische Abschiedsfoto mit der Probike-Mongolia Plane vor den mongolischen Kriegerstatuen, von denen offenbar noch Tausende hergestellt und hier aufgestellt werden sollen. Danach heisst es Rückfahrt nach Ulaanbaatar. Ich bin heilfroh als wir endlich im Oasis ankommen. Im Stadtverkehr der mongolischen Hauptstadt mit ihren rund 1,3 Millionen Einwohnern zu fahren stresst mich tausendmal mehr als jede Offroad Herausforderung. Es wird rücksichtslos überholt und dazwischengequetscht. Ohne Rückspiegel fühle ich mich richtig gehend behindert. Aber zum Glück geht alles gut. Im Oasis angekommen klatschen wir uns gegenseitig ab und sind sehr dankbar dass wir die Reise so gut gemeistert haben. Wir helfen einander den Fourgon zu entladen. Der Ziegenskelettkopf, meine treue Begleiterin, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Schafbock und wird nun abmontiert. Auch gut, Hauptsache er hat mich gut beschützt. Er wird in der Probike Garage warten bis ich wieder komme. Und das werde ich! Wir sind hungrig, die Jungs bestellen das obligate Schnippo. Ich weigere mich europäisches Essen zu mir zu nehmen… ich möchte Buuz, die Reise darf noch nicht zu Ende sein. Nach dem Essen müssen wir uns bereits von unserem treuen Fahrer Duger verabschieden. Er möchte vor der nächsten Tour kurz seine Familie sehen. Auch Jagaa hat zu tun und möchte seine Frau Oodnoo sehen. So sind wir also plötzlich und ungewohnt wieder uns selbst überlassen. Pascal beginnt sofort damit Fotos zu bearbeiten und Dateien zu kopieren. Ich sortiere Wäsche und verpacke Schlafsäcke und Matten für die Rückreise und schreibe am Bericht und höre seit langem wieder einmal Musik. Um zwanzig Uhr bekommen wir ein wenig Hunger, aber die Küche ist schon zu. In der Kühlvitrine gibt es noch leckeren Käsekuchen, passt auch. Wir sitzen draussen auf der Terrasse und geniessen die restlichen Sonnenstrahlen. Ein junger Koreaner setzt sich zu uns an den Tisch und erzählt uns auf englisch in sehr persönlichen Worten von seinen Beweggründen für seine Reise. Leider ist diese für ihn frühzeitig zu Ende weil ein tiefes Schlagloch sein Motorrad zerlegt hat. Er ist etwas traurig und sinniert wie es nun weitergehen soll sowie über das Schicksal und den Sinn des Lebens. Wir ermutigen ihn mit den Worten dass „nach dem Abenteuer vor dem Abenteuer ist“, denselben Worten die auch uns trösten sollen. Gerne hätten wir noch weiter mit dem interessanten Gast aus Südkorea philosophiert, aber ein anderer temporärer Oasis Bewohner möchte uns auf ein Bier einladen. Ich hatte diesem Biker am Morgen ein paar Schmerzpflaster geschenkt, weil er aufgrund eines Unfalles mit seinem Motorrad stark hinkend und mit bös geschwollenem Fuss umher lief. Sehr dankbar darüber dass keiner von uns sie benötigt hat habe ich sie gerne weitergegeben. So nehmen wir die Einladung dankend an. Der Biker aus Deutschland ist schon viel und sehr weit mit dem Motorrad gereist und lässt uns an seinen Abenteuern teilhaben. Diese Unterhaltung führen wir auf deutsch und so zieht sich Han-Gil, der junge Südkoreaner, zu unserem Bedauern zurück. Wir tauschen noch rasch die Facebookadressen aus und wünschen einander alles Gute für die Zukunft.

23.06.2017; Tag 19 – Tag des Abschieds

Rund um das Oasis ist das mongolische Leben aktiv und die vielen Hunde im Quartier sorgen für einen zeitigen Start in den Tag. Um elf Uhr sind wir mit Jagaa und Oodnoo verabredet um gemeinsam zu Mittag zu essen. Den Morgen verbringen wir wie den gestrigen Nachmittag, jeder kramt ein bisschen was für sich und in seinen Gedanken. Am Mittag führt uns Jagaa fürstlich zum Essen aus. Wir gehen zu einem gediegenen Italiener und fühlen uns mit unserer Freizeitbekleidung direkt etwas underdressed. Das Essen ist lecker und wir unterhalten uns sehr angeregt mit unseren mongolischen Freunden. Am Nachmittag wird der arme Jagaa noch damit geplagt als Einleitung für Pascals Filme die jeweilige Tagesroute auf der Karte einzuzeichnen und die gefahrenen Kilometer anzugeben. Dann darf Pascal noch Jagaas Fotos kopieren. Es hat wirklich tolle und äusserst gelungene Schnappschüsse dabei und es kommen viele lustige Momente und Begegnungen hoch an welche wir uns noch lange erinnern werden. Jagaa hat während der Reise oft Pascals „Technicals“ bewundert. Besonders angetan hat es ihm das Joby Gorillapod, ein Stativ mit dem Pascal die 360 Grad Videos und die Videos am Abend bei den Campingaktivitäten gedreht hat. Pascal hat Jagaa dieses Gorillapod zum Schluss geschenkt was diesen fast zu Tränen gerührt hat, was wiederum uns sehr nahe gegangen ist. Jagaa hat uns eine kleine Filzjurte geschenkt welche symbolisch ausdrücken soll dass wir darin immer gemeinsam wohnen sollen, sprich zusammenbleiben sollen. Ein sehr schönes Geschenk als Gegenstand und speziell vom Gedanken her. Ich habe eine kleine Ledertasche fürs Handy erhalten, wie ich sie oft unterwegs bewundert habe. Darüber freue ich mich wirklich sehr. Viel zu schnell geht auch dieser Tag vorüber und nach einer weiteren Nacht im Oasis heisst es am nächsten Tag Abschied nehmen. Jagaa fährt uns zum Flughafen, wir trinken einen letzten Kaffee zusammen und ein paar Stunden später sind wir auch schon in der Luft und in Richtung Schweiz unterwegs wo wir nach einem langen Tag um Mitternacht wohlbehalten zu Hause ankommen.

Andreas Fazit

Wir waren insgesamt 21 Tage in der Mongolei, davon 18 Tage unterwegs und sind in 16 Tagen ziemlich genau 2000 Kilometer gefahren. Davon wiederum schätzungsweise 400 auf Asphalt, den Rest auf unterschiedlichsten Offroad Strecken. Das ist zwar keine Riesenstrecke, aber uns hat es genau so extrem gepasst. Wir hatten so immer auch Zeit in der Natur zu wandern, Klöster oder Museen zu besuchen und anzuhalten auch um kleine Naturschauspiele zu bewundern. Hatten Zeit gemütlich zusammen zu kochen und auf Hügel zu klettern für die Aussicht und Handyempfang. Einander zu erleben, interessante Gespräche zu führen, Freunde zu werden. Die Weite des Himmels, des Horizonts, der Landschaft, die Natürlichkeit der Tiere, die Leere und die Ruhe habe ich als unglaublich wohltuend und entschleunigend erlebt. Auch in den Nächten in denen ich nicht so gut geschlafen habe war ich innerlich still… kein Gedankenkarussell, keine Reizüberflutung… einfach nur wunderbare Ruhe. Ich werde sooo viel von diesem Land mitnehmen.

Pascals Fazit

Für mich war es nach 2015 das zweite Mal dass ich dieses wunderbare Land besuchen durfte. Wie vor zwei Jahren habe ich auch auf dieser Reise viele wunderbare Momente und unglaublich beeindruckende Erlebnisse in und mit der Natur erlebt. Auch oder gerade weil diese Reise für mich auf dem Motorrad sitzend (oder stehend) ganz anders war als vor zwei Jahren mit gebrochenem Schlüsselbein im Auto sitzend habe ich die Mongolei ganz anders wahrgenommen als auf meiner ersten Reise. Konnte ich auf der Knochenbrechertour eher meinen Gedanken nachgehen und die Natur wie aus der Ferne oder durch ein Fernglas geniessen war ich auf der diesjährigen Knochenfressertour mittendrin statt „nur“ dabei. Die Reise auf dem Motorrad durch ein Land wie dieses erfordert höchste Konzentration und stete Wachsamkeit und doch erlebt man speziell abseits der Strassen fast jeden Meter mit einer unglaublichen Intensivität wie man sie bei uns vergeblich sucht und wohl auch nicht finden wird. Diese Weite, die Stille, die (auch fehlenden) Gerüche sowie das „der Natur ausgesetzt“ sein machen so eine Reise zu einem Abenteuer, auch wenn wir den Komfort einer gut organisierten Begleitung geniessen konnten. An dieser Stelle möchte ich auch mal den Jungs von Probike Mongolia danken welche solche Reisen erst möglich machen. Natürlich gilt auch hier das Motto „Geld gegen Ware“, aber es gibt doch stark unterschiedliche Arten und Weisen wie man so eine Reise gestalten und somit für die Teilnehmer zu einem Erlebnis machen kann. Für mich war es wie für Andrea auch eine Reise unter Freunden und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl ein Fremder in einem fremden Land zu sein. Und auch wenn das jetzt etwas pathetisch und unglaubwürdig klingen mag… für mich ist die Mongolei zumindest im Herzen so etwas wie eine zweite Heimat geworden und ich würde keine Sekunde zögern wenn ich die Gelegenheit hätte wieder dorthin zurück zu kehren.

Danke Jagaa, danke Dugre dass ihr uns auf dieser Reise durch euer wunderbares Land als Freunde begleitet habt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.