Sliding- und Trialkurs 2015

Mittwoch, 25. März 2015;

Aller guten Dinge sind drei und so war ich heute zum dritten Mal an einem Offroad Kurs bei der Cornu Master School. Zwei Dinge waren anders als an den letzten beiden Kursen 2012 und 2014… ich war nicht mit dem eigenen Motorrad unterwegs und meine Frau nahm ebenfalls an dem Kurs teil. Andrea hat nach dem 2-Tagestraining vom letzen Jahr im Enduro Park Hechlingen “Blut geleckt” und Spass am Offroad fahren gefunden. Was mich persönlich natürlich sehr freut da wir diesbezüglich noch einiges vorhaben. Nächstes Jahr soll es nach Marokko gehen und irgendwann steht eine Südamerika Reise auf dem Plan.

Zurück zum Kurs… wie immer trifft man sich beim Restaurant Le Silex in Hauterive am Neuenburgersee. Die Wetterprognosen sagen für den Nachmittag Regen voraus, wobei die Prognosen ein paar Tage zuvor deutlich weniger optimistisch waren: Dauerregen oder Schnee bei Temperaturen um maximum 5 Grad. Langer Rede kurzer Sinn, das Wetter war uns an dem Tag gnädig gesinnt und wir wurden bei nahezu optimalen Temperaturen bis eine halbe Stunde vor Schluss vom Regen verschont.

Grubenrunde
Mein Fazit zu dem Tag: Es war mal wieder etwas Anderes ein paar Stunden auf einer Trial- oder Crossmaschine zu verbringen und es hat nicht weniger Spass gemacht als die letzten beiden Male. Menschlich hat wieder alles super gepasst, Jaques und seine beiden Guides waren locker drauf und jederzeit aufmerksam und hilfsbereit. Das Ganze war tiptop organisiert, auch wenn die Anzahl der Teilnehmer für meinen Geschmack etwas zu hoch war. Aus Sicht des Veranstalters sieht das natürlich anders aus und spricht für den Bekannt- und Beliebtheitsgrad der Cornu Master School.

Ihr werdet euch vielleicht fragen warum mein Bericht hier schon endet respektive warum mein Fazit schon so früh im Bericht erscheint. Ganz einfach aus dem Grund weil ich das Wort an dieser Stelle an Andrea übergeben möchte welche das Training aus ihrer Sicht beschreibt und so vielleicht auch der einen oder anderen Motorrad- und Offroad interessierten Frau Mut macht auch mal an so einem Kurs teilzunehmen. Ich kann auch nur jeden Mann dazu aufrufen und auffordern eure Partnerin in diesem Bereich zu fördern und zu unterstützen. Es ist selten genug der Fall dass man so ein tolles Hobby mit seinem Partner teilen kann. Doch nun zu Andrea und ihrem Bericht, viel Spass beim Lesen…

Die im Beitrag verlinkten Fotos wurden durch Mitarbeiter der Cornu Master School geschossen und freundlicherweise und ausdrücklich zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt.

Kurzbericht zum Trial- und Crosskurs vom Mittwoch, dem 25.03.2015.
Geschrieben von Andrea “Tigergirl”

Wetterbericht am Sonntagabend, den 22. März für Mittwoch, den 25. März: 5° und Dauerregen. Was habe ich dafür gebetet dass der Kurs verschoben werde. Wurde er nicht… und das Wetter hat bis Punkt Kursende gehalten. 😉

Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch was wohl der Tag bringen wird sind wir in Neuenburg, dem Cornu Master School Stützpunkt angekommen. Wie bef… äh vermutet eine reine Männergruppe, aber oh wie sympathisch, eine weibliche Instruktorin und zwei Instruktoren. Einer davon ein Altmeister der Schweizer Motoradrennszene, Jaques Cornu.

Er erklärt uns das Kursziel: Nebst dem obligatorischen „das Motorrad besser kennen lernen, sicherer werden” soll sich jeder von seinem persönlichen Level aus weiterentwickeln können. Ob das wohl geht, frage ich mich? Mein Level entspricht wohl nicht dem einer Horde abenteuerlustiger Männer.
Für die Fahrt ins Übungsgelände wird mir eine KTM 250 zugewiesen, welche etwas tiefer als die anderen Modelle gelegt ist… oh danke!! Auf dieser Maschine fühle ich mich rasch wohl, allerdings will mit dem Gas behutsam umgegangen sein. 😉 Holla die Waldfee, das Ding geht ab… zum Glück ist der Helmgurt gut geschlossen.

Andächtiges Lauschen
Im Übungsgelände angekommen, einer grosse Kiesgrube, arbeiten wir in zwei Gruppen zuerst mit den Trialmotorrädern. Die dritte Gruppe geht mit den Enduros ausfahren. Das von mir gewählte Modell erweist sich als Niete, denn ich finde keinen Kupplungsschleifpunkt??? Zu kurze Finger? Zu dumm? Es gibt gar keinen? Ich kann das Motorrad nur mit Gas bewegen, bringe keine ruhige gleichmässige Fahrweise hin sondern ruckele und zuckele mich vorwärts. Was unglaublich viel Kraft für den Gleichgewichtsausgleich raubt und meine Unterarme in Minutenschnelle wie Feuer brennen lässt!! Natürlich will ich`s erzwingen, falle nach hinten, Gashahn auf, Motorrad wirft mich wütend aufheulend ab. Ich werde mit „Madam bitte gönnen sie sich eine Pause“ an den Pistenrand verbannt… Scheissstart!!! Die zweite Übung geht etwas besser bleibt aber mit derselben Maschine unglaublich mühsam, zweifle hart an meinem Können.

Erste Trialversuche
Nun ist unsere Gruppe mit der Ausfahrt dran , ich werde angewiesen zuhinterst zu fahren, damit ich meinem Tempo fahren kann und niemandem im Weg „stehe“ ;-)! Super Idee, keiner schaut mir zu, ich habe keinen Tempodruck, bei jeder Abbiege wird auf mich gewartet. Ich krame meine Hechlingen Erfahrungen hervor und spreche mir gut zu, locker zu bleiben und das Motorrad arbeiten zu lassen. Dieses Jahr erst eine Stunde auf der Strasse gefahren braucht es doch etwas Überwindung den holprigen Waldweg in Angriff zu nehmen. Die aufgewühlten Steine der voranpreschenden Kurskollegen fliegen mir um die Ohren während ich mich auf mein eigenes Wildpferd zu konzentrieren versuche, denn so fühlt sich diese KTM an. Im Gegensatz zur GS800 in Hechlingen welche ich eher als braven, geduldigen, alles verzeihenden Esel empfand.

Konzentrierter Blick
Mit jedem gefahrenen Meter gefällt mir dieses spritzige, kräftige, temperamentvolle Motorrad mehr und ich komme mutig voran. Nach Wald– und Wiesenwegen dürfen wir auf einer grossen, am Hang liegenden Wiese herumheizen. Dass ich dabei von den anderen überholt werde stört mich nicht, solchen Spass hab ich bei der Sache. Das Motorrad hat sehr viel Kraft und ich staune wie gut es sich in der Spur hält. Langsam werde ich mutig und gebe auch etwas mehr Gas, ganz für mich alleine lache ich laut in den Helm hinein ….

Wilde Meute
Nach der Mittagspause arbeiten wir mit den Enduros in der Kiesgrube. Wir lernen mit der Rückbremse zu bremsen, so dass das Rad hinten kontrolliert ausbricht und diesen Ausbruch mit Gegensteuerung zu kontrollieren um so die Kurve einzuleiten. Bei der zweiten Übung versuchen wir optimal und kraftvoll mit der Vorderbremse zu bremsen, ohne zu blockieren. Und ohne in diesem Terrain auf die Schnauze zu fallen. Und dann beginnt das grosse Vergnügen… Gas geben, und zwar so dass das Rad hinten ausbricht und die Kurve im Prinzip schon gefahren ist 😉 Sliden nennt sich dieser Spass.

Der Meisterschüler
Während die Herren im Kreis um die Pylonen sliden, fahre ich etwas weit abseits um mit meinen ersten unkontrollierten Bocksprüngen keinen zu gefährden. Die ersten zwei, drei Versuche fühlen sich wie geradeausfahren an weil ich mich einfach nicht getraute das nötige Gas zu geben. Versuch Vier bis Acht fühlen sich wie Rodeo an weil ich zuviel Gas gebe, dann aber habe ich den Bogen raus und mordsmässig Spass an der Sache.

Andrea auf Slidingkurs
Zum Schluss dürfen wir einen grösseren Parcours durch die Kiesgrube mit all den gelernten Slide- und Bremstechniken in Kombination fahren.
Obwohl ich die Technik nur ansatzweise beherrschte hatte ich extrem viel Vergnügen beim Versuch das Gelernte umzusetzen. Auch mal hinzufallen konnte die Freude nicht trüben. Auch bei den übermütigen und müden Männern kams zu Stürzen und es war wohl gut war dann Kursende.

Jaques mit Spass oder Spass mit Jaques
Fazit: Ziel tatsächlich erreicht!!! Ich konnte mich von meinem Level aus weiterentwickeln und das in einer Männergruppe. Dadurch dass ich keinen Druck hatte, war ich viel lockerer und schneller mutig was zu riskieren. Ich habe das Gefühl, sehr viel davon profitiert zu haben, andere Räder auf ganz unterschiedlichen Terrains zu fahren und sehr viel darü ber gelernt zu haben wie ein Motorrad reagieren kann. Und dabei so viel Spass zu haben ist natürlich genial.

Tigergang

Alles in Allem ein Supertag mit Wetterglück und tollen neuen Erfahrungen!

Für die Mädels: Hab mir Endurostiefel gekauft. Alpinestar Tech 7, wow, Hammer, kuschlig bequem, warm, Schnallen die Frau selber einstellen und schliessen kann!! Hochgelobt in den Tests.

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